Runen und ihre Bedeutung

Pendeln mit Pendel, Tensor und Wünschelrute usw. Kartenlegen und Runen.
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Lizzy
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 09.10.2013, 21:30

Der Juni ist jetzt nun doch schon wieder ne ganze Weile her... deshalb fällt mir so spontan nicht mehr wirklich was zu meinen Erlebnissen mit der Rune ein. Ist ja auch ein bisschen zu mystisch mit der Brücke zwischen den Welten. Ausdauer und Schutz waren auf jeden Fall nötig, da in der Schule die letzten Prüfungen anstanden und ich auch einige Male selbst den Prüfungsvorsitz übernehmen musste. Außerdem brauchte ich für meine Vertragsverhandlungen auch ein bisschen Ausdauer.

Die Monatsrune Juli - Naudhiz - habe ich hier schon einmal vorgestellt. Deshalb gibt es keine nähere Beschreibung mehr dazu.
Nachdem ich endlich meinen Arbeitsvertrag unterschreiben konnte, passte der angekündigte Wandel und auch die Kreuzung, an der ich in einen neuen Weg eingebogen bin. Endlich ein richtiger Vertrag, keine halbgaren Honorarverträge. Ein voller Lehrauftrag, damit aber auch die neuen Aufgaben. Ich muss besser planen, muss schauen wie ich so viele Schulstunden mit meinem Privatleben, dem Haushalt, den Hobbys...unter einen Hut bekomme. Es ist notwendig sich Gedanken zu machen wie das Ganze ablaufen soll.

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Lizzy
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 09.10.2013, 21:34

Jahresrune für August 2013: Mannaz

Götter: Heimdall

Bedeutungen des Wortes: Mensch, Intelligenz, vollkommener Mensch, göttliche Struktur und Verbindung

Stand im Runen-Alphabet
mannaz ist die zwanzigste Rune des 24er-futhark, und damit die vierte Rune im dritten Aett, dem Aett der der Menschen. Sie ist dem Gott Heimdall geweiht. Er gilt in der germanischen Mythologie als Stammvater der Menschen.

Bedeutung der Rune / Interpretation:

Von der Rune mannaz lässt sich sehr deutlich die Hauptbedeutung ableiten – "Mensch", im Altenglischen heißt die Rune genauso wie das heutige englische Wort für "Mensch" oder "Mann". Daher passt die Rune sehr gut ins dritte Aett, in dem es um den Aufstieg der Menschen und die Weiterentwicklung geht. Die Zeit des Patriarchats beginnt und der Mensch kann höhere Ebenen seines Bewusstseins erlangen. Zu diesem Aufstieg gehört auch eine Entwicklung der Gesellschaft in drei Gruppen. In der germanischen Mythologie gibt es eine Geschichte, die besagt, dass der Gott Heimdall auf einer Reise durch die Welt der Menschen mit drei Frauen verschiedener Bevölkerungsgruppen drei Söhne gezeugt hat, die die drei Gruppen "Ernährer (Bauer)", "Krieger (Adel)" und "Priester" oder "König" symbolisieren. Aufgrund dieser Geschichte sahen die Germanen Heimdall als den Stammvater ihres Volkes bzw. sogar des ganzen Menschengeschlechts an. Daher ist die Rune mannaz ganz speziell diesem Gott geweiht. Eine weitere Aufgabe Heimdalls ist die Wache an der Brücke Bifröst, die die Welt der Menschen (Midgard) mit der Welt der Götter (Asgard) verbindet. In einigen Überlieferungen existiert auch ein Gott namens Mannaz, der der Sohn Tyrs sein soll.
Aus dieser Verbindung zu verschiedenen Göttern soll deutlich werden, dass die Menschen von den Göttern abstammen. Daher steht mannaz auch für die Verbindung zwischen Menschen und Göttern. Viele Menschen haben im Laufe der Zeit vergessen, dass sie etwas Göttliches in sich haben und dass sie sich darauf besinnen sollen, um die Verbindung zu den Göttern und damit auch zu ihrer eigenen Göttlichkeit und Vollkommenheit wieder herzustellen. Auf diesem Weg, dieser Suche kann uns mannaz unterstützen.
Weiterhin steht mannaz für alles, das mit Intelligenz zu tun hat. ..Geist, Sinn, Gedanke... Die Rune kann uns dabei helfen unsere intellektuellen Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Zunächst einmal ist der Mensch eigentlich "nur" ein Tier mit überdurchschnittlicher Intelligenz. Wer es schafft aus diesen Gaben und aus seiner Kraft etwas zu machen, ist am Ende ein "eingeweihter" Mensch. Ein vollkommener Mensch, eine Art "Erleuchteter" mit direkter Verbindung zu den Göttern.
Der Weg dorthin ist jedoch lang und schwierig. Zu Beginn sind wir alle Suchende. Unser Selbst muss erst reifen, wir müssen die Wahrheit erkennen und die Welt sehen wie sie ist. Für viele Menschen kann das besonders schwierig sein, da sie zu viel grübeln und sich vor dem wahren Wissen fürchten. Und es muss uns zuerst unsere Menschlichkeit klar werden, bevor wir nach der Göttlichkeit streben können.
Zu unserem Menschsein gehört auf der einen Seite unsere Macht. Der Mensch kann mit seinen Fähigkeiten die Natur mitgestalten. Dies sollte uns immer bewusst sein – wir gestalten die Natur nicht selbst, sondern wir gestalten sie mit ihr zusammen. Die Rune mannaz wird daher auch "Hug- Rune" genannt, nach dem Raben Hugin, einem der beiden Begleiter Odins. Die beiden Raben Hugin und Munin werden von Odin jeden Morgen in die Welt hinaus gesandt, abends kehren sie zurück und berichten ihm, was sie gesehen haben. Hugin seht für den Gedanken, Munin für die Erinnerung. Zum Menschsein gehört aber auch unsere Sterblichkeit. Der Mensch steht den Göttern zwar nahe, aber ein wichtiger Punkt unterscheidet uns von den Göttern – unsere Sterblichkeit. Auch das ist ein Gedanke, um den sich viele sorgen, um den viel gegrübelt wird. Letztendlich fürchtet man auch hier das wahre Wissen. mannaz kann uns auch hier unterstützen, auf unserem Weg zur Erkenntnis, vielleicht auch bei der Beschäftigung mit der Frage "Was kommt danach?"
Wenn wir nun die Welt erkannt haben, wie sie ist, dann können wir auch inneres Glück finden. Inneres Glück, innere Zufriedenheit führt auch zu äußerem Glück. In Bezug auf die Rune mannaz geht es hier auch um das äußere Glück in einer Gemeinschaft, um die Zufriedenheit des ganzen Stammes, er dank mannaz sowohl aus glücklichen Individuen besteht, in dem aber auch die soziale Struktur, die Hierarchie wie sie von Heimdall geschaffen wurde, in Ordnung ist und jeder weiß wo er seinen Platz hat. Diese Gemeinschaft muss nicht unbedingt die Beziehung zu unserem Partner sein, oder die Beziehungen innerhalb der eigenen Familie. Auch bei der Arbeit muss dieses Gleichgewicht gegeben sein, damit alles so funktioniert wie es soll.
Die Rune mannaz kann auch als Runenstellung angewendet werden um uns Kraft zu geben. Wenn man sich aufrecht hinstellt und die Arme vor der Brust faltet, kann man Kraft sammeln und diese nach innen leiten. Gemeinsam Kraft sammeln kann man wenn sich zwei Menschen umarmen. In Runenbildern gesehen treffen sich zwei wunjo-Runen und verbinden sich zu einer mannaz-Rune. Hier spürt man auch das Glück, für das sowohl wunjo als auch mannaz steht.
mannaz kann jedoch auch auftreten um uns zu zeigen, dass wir aktuell vor Problemen stehen. Das können Probleme in der äußeren Gemeinschaft, im Zusammenleben oder bei der Zusammenarbeit mit anderen Menschen sein, unsere Ordnung im Stamm ist nicht so wie sie sein sollte.
Oder wir stehen noch am Anfang unseres Erkenntnisweges. Wir sind noch nicht in der Lage die Wahrheit zu erkennen. Das kann auch die eigene Wahrheit sein – wir sind noch auf der Suche nach uns selbst. Vielleicht haben wir uns auch in einer Phantasiewelt verkrochen weil wir die Wahrheit fürchten, wir täuschen uns möglicherweise selbst und geben vor jemand zu sein, der wir nicht sind. Wir laufen blind durchs Leben. Wir verleugnen unsere eigene Sterblichkeit, womöglich stellen wir uns auf eine göttliche Ebene, obwohl wir unsere Verbindung zu den Göttern noch garn nichtgefunden haben.
Auch hier kann mannaz uns helfen, den richtigen Weg zu finden.


Steine, die zu Themen der Rune mannaz passen:

Bewusstheit/Selbstreflexion/Selbsterkenntnis: Aktinolithquarz, Azurit, Bergkristall, Dolomit, Pyrit
Erkenntnis ein geistiges Wesen zu sein: Moldavit, Tektit, Rutilquarz (geistige Größe), Calcit (geistige Entwicklung)
gegen Ängste und Depressionen: Apophyllit, Citrin, Rutilquarz
Erkenntnis was wirklich wichtig ist: Zirkon
sich zeigen wie man ist / alles sehen wie es ist: (Realitätssinn): Apophyllit, kreuzstein-andalusit-t885.html" class="postlink">Chiastolith, Schneequarz
Zuletzt geändert von Lizzy am 09.10.2013, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 09.10.2013, 21:45

Im August ging es im Großen und Ganzen wohl hauptsächlich um Selbstfindung und Bewusstwerdung. Auffällig fand ich das jetzt vor allem im Nachhinein, als ich passende Steine für mannaz gesucht habe. Ich schreibe immer zuerst den Text zur Rune und schaue dann in meinem Buch, welche Steinbeschreibung zur Rune passt. Und da haben mich die alle angesprungen, die mit diesem Thema was zu tun haben.
So ganz genau bin ich noch nicht dahinter gekommen, was sich für mich alles geändert hat oder was mir nun bewusster ist als vorher.
Interessanterweise hatte mir im vergangenen Jahr eine Astrologin gesagt, dass mein Urlaub dieses Jahr nicht einfach nur Urlaub wird, sondern auch mit dem Thema Selbstfindung zusammenhängt. Wir waren eine Woche auf Jersey und ein paar Tage in der Bretagne und es war sehr schön. Ich habe auch ein paar Mal vor Ort gegrübelt, wo nun die Selbsterkenntnis sein könnte ;-) aber das braucht wohl noch seine Zeit.
Bei einer Wanderung auf Jersey haben wir im Wald einen Kraftplatz gefunden, an dem auch viele bunte Bänder und allerlei "magische" Gegenstände in die Bäume gehängt waren. Sämtliche Fotos davon sind nichts geworden :shock: Ich habe immer wieder das Gefühl, dass ich mich mit diesem Ort auseinandersetzen sollte, viel habe ich darüber aber noch nicht gefunden.
Kurz vor dem Urlaub habe ich ein paar Steine bestellt und da hat unbedingt ein Merlinit-Anhänger mit zu mir kommen wollen. Er kam tatsächlich einen Tag vor dem Urlaub bei mir an und durfte gleich mitreisen. Ich denke er hat auch was mit dem Ganzen zu tun.

Ein bisschen weniger geheimnisvoll war im August das Thema Gemeinschaft, äußeres Glück. Ich glaube das war der harmonischste Monat in unserer Beziehung bisher (obwohl sie eigentlich meistens sehr harmonisch verläuft). Die gemeinsame erholsame Zeit war für uns sehr wichtig und ich glaube wir kennen beide unseren Platz und unsere Aufgaben innerhalb der Beziehung. Und eine Umarmung, auch wenn es nur eine ganz kurze ist, bringt uns wirklich immer wieder die Kraft, die wir gerade brauchen.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 12.10.2013, 15:23

Jahresrune für Septenber 2013: thurisaz

Götter: Thor, die Riesen

Bedeutungen des Wortes: Riese, Dorn, Kraft, Handlung, Aktion, Regenerierung

Stand im Runen-Alphabet
thurisaz ist die dritte Rune des 24er-futhark, und die dritte Rune im ersten Aett, dem Aett der Entstehung der Welt. Sie ist dem Gott Thor geweiht, steht aber auch für die Riesen, die in der germanischen Mythologie als Erste die Welt bevölkerten.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Vom Aussehen der Rune her und ihrem englischen Namen (thorn), kann man sofort auf die erste Bedeutung von thurisaz schließen – "Dorn". Der Dorn kann einmal ein Schutz sein, eine Dornenhecke beschützt alles was hinter ihr liegt. Eine Dornenhecke trägt oft auch Beeren und gibt daher Menschen oder Tieren Nahrung. Der englische Begriff "thorpe", den viele Orte in ihrem Namen tragen, steht für die deutsche Bedeutung "Dorf" und stammt aus einer Zeit, als die Menschen im Süden Englands Hecken zum Schutz um ihre Siedlungen gepflanzt hatten.
Auch in Sagen und Märchen spielt die Dornenhecke oft eine wichtige Rolle. Im Märchen "Dornröschen" zum Beispiel, war die Dornenhecke um das Schloß herum gewachsen. Im Inneren waren alle Bewohner in einen hundertjährigen Schlaf gefallen. Viele junge Prinzen gaben ihr Leben in den gefährlichen Dornen, als sie versuchten den Fluch Dornröschens zu beenden. Als es endlich einer schaffte, schien im Inneren des Schlosses die Zeit stehengeblieben zu sein. Dornröschen und alle anderen Bewohner waren so jung, wie zu Beginn ihres Schlafes.
Ein ähnliches Ereignis begab sich in einer Sage um den großen Zauberer Merlin. Seine Geliebte, Nimue, die Hüterin des Sees aus dem das Schwert Excalibur stammte, soll ihn in einer Dornenhecke eingesperrt haben. Innerhalb dieser Heccke wurde Merlin unsterblich, da sie sich außerhalb der Zeit befand.
Hexen werden oft auch "Hagzissa" oder "Heckensitzerinnen" genannt. Die Hecke gilt hier als Barriere zu einer unbekannten Welt, zur Welt der Toten, der Geister und der ruhelosen Seelen. Die Hexen können zwischen diesen Seiten wechseln und daher sind sie auch in der Lage auf Hecken zu sitzen. Diese Tatsache zeigt uns, das der Übergang in einer unbekannte Welt manchmal schmerzhaft (Dornen) oder auch gefährlich sein kann. Die unbekannte Welt kann auch für unser Unterbewusstsein stehen, für unbekannte, dunkle Seiten in uns, die wir erkennen müssen.

Die Rune thurisaz kann auch das Symbol für Thors Hammer Mjöllnir sein. Diese mächtige Waffe schützt Midgard, die Welt der Menschen, und Asgard, die Welt der Götter. Daher ist thurisaz dem Gott Thor geweiht. Viele Kämpfe musste Thor in der Mythologie gegen die Riesen ausfechten. Ein sagenumwobenens Geschlecht, das noch vor den Göttern der Asen auf der Erde gelebt haben soll und immer wieder der größte und gefährlichste Gegener der Asen war. Auch diesen Wesen ist thurisaz geweiht.
Die Riesen hatten vor allem sehr große Kräfte. Auch dafür steht thurisaz – für die zielgerichtete Kraft der Zerstörung und Verteidigung. Das heißt, man kann diese Kraft im positiven wie auch im negativen Sinne nutzen. Die Kraft kann alle Mächte, die gegen die kosmische Ordnung gerichtet sind, zerstören. Sie entspricht der Kraft Mjöllnirs, die immer für das Gute eingesetzt wurde. Die Kraft der Zerstörung lag bei den Riesen, die immer wieder versuchten, die Ordnung auf der Welt zu zerstören.
Im übertragenen Sinne steht die Kraft auch für unsere instinktive Willenskraft, oder für die Kraft, die wir benötigen um Handlungen durchzuführen.
thurisaz will uns zeigen, dass wir uns nicht passive auf die äußere Welt einlassen sollen - dies könnte nämlich schmerzhaft werden, die Dornen könnten sich gegen uns richten und uns Schaden zufügen. Wir sollen vielmehr den Dorn als mächtige Waffe für unsere Handlungen und Taten einsetzen.
Die Rune kann auch für Regeneration und Erholung stehen. So wie die Schlossbewohner im Märchen ausgeruht hinter der Hecke aus einem langen Schlaf erwachten, so können wir auch ausgeruht erwachen und voller Tatendrang und Kraft an unsere Arbeiten und Aufgaben gehen. In diesem Fall kann thurisaz auch für den Wandel stehen. Nach einem langen Schlaf beginnt etwas Neues.
In Extremfällen ist thurisaz eine Art reinigendes Gewitter. Es kann zu Konflikten kommen, die ein Problem mit einem Schlag, manchmal jedoch auch auf schmerzhafte Weise lösen
Die Macht dieser Rune sollte nicht unterschätzt werden, man sollte jedoch auch keine Angst vor ihr haben, sondern sich auf ihre Wirkung einlassen und lernen mit ihr umzugehen. Dann kann sie ein wirksamer Schutz gegen äußere Feinde sein. Bei den alten Germanen galt thurisaz als "Heerfessel", mit denen man seine Feinde handlungsunfähig machen konnte. Doch man sollte sie nicht über Gebühr strapazieren, denn sie schlägt leicht zurück.

Steine, die zu Themen der Rune thurisaz passen:

Schutz (gegen unerwünschte Einflüsse) /Abgerenzung ("Hecke"): Achat, Eldarit, Heliotrop, Lepidolith, Selenit, Serpentin, Türkis, Schörl
Kraft/Tatkraft: Bronzit, Hämatit, roter Jaspis, Karneol
Regeneration: Bronzit, Epidot, Granat-Grossular, Buntjaspis oder Poppy-Jaspis, Ozeanchalcedon, Zoisit
Auseinandersetzen mit eigenen Schattenseiten: Pyrit, Zoisit

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 12.10.2013, 15:30

Im September habe ich frisch erholt - regeneriert - etwas Neues angefangen, nämlich ein neues Schuljahr, das viel Kraft verlangt. Von mir werden Handlungen erwartet und zu Beginn eines Schuljahres muss man vor den neuen Klassen schon eher mit den Dornen nach außen auftreten um seine Macht und Autorität zu verdeutlichen. Sehr schnell können die Waffen umgekehrt werden und man muss sich vielleicht vor den pieksigen Dornen wehren, gegen die man auf einmal zu kämpfen hat.
Im September hab ich auch sehr gerne einen Schutzstein getragen. Fällt mir grade so auf, dass viele meiner Steinanhänger am Lederband in die hier aufgezählte Schutz-Ecke fallen: Achat, Schörl, Eldarit, Heliotrop. Das waren wohl die Abwehrschilder gegen mögliche Dornen.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 13.12.2013, 22:12

Jahresrune für Oktober 2013: Sowilo

Götter: Sunna, Sol, Odin
Bedeutungen des Wortes: Sonne, Sonnenrad, Weg und Ziel, Erfolg und Ehre


Stand im Runen-Alphabet
sowilo ist die sechzehnte Rune des 24er-Futhark, und die achte oder letzte Rune im dritten Aett, dem Aett der Menschen. Die Sonne hatte bei den alten Völkern eine große Bedeutung. Sie schenkte Leben, Nahrung, Fruchtbarkeit. Bei den Germanen gab es vier große Sonnenfeste zu Ehren der Lebensspenderin. Die Sonne hatte eine weibliche und eine männliche Seite, wie im Interpretationstext noch zu sehen sein wird.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Die Rune sowilo sieht auf den ersten Blick aus wie der Buchstabe S. Da zur Zeit der Germanen Schriftzeichen nur in Steine oder Holz geritzt wurden und die Buchstaben daher nicht rund geschrieben werden konnten, sind ihre Biegungen sehr scharf und eckig. So sieht sie auch aus wie ein Blitz.
Sie steht steht vor allem für die Sonne. Zur Zeit unserer Vorfahren war die Sonne die wichtigste Naturerscheinung, da sie das Getreide wachsen ließ, Wärme und Licht schenkte und auch das Feuer mit seiner positiven und negativen Kraft. Die Sonne war so wichtig für die Menschen, dass sie sogar zwei Begriffe für sie hatten. Das Wort "sol" steht für das Himmelsphänomen an sich, für die Sonne, die jeden Morgen auf- und jeden Abend untergeht. Das Wort gab es auch in anderen Sprachen, zum Besipiel im Lateinischen, wo es auch den Sonnengott "Sol" gab. Der männliche Sonnengott steht für die große Kraft und Macht, die die Sonne hat – eine männliche Kraft. Diese Kraft kann auch zerstörerisch sein, in diesem Fall steht sowilo für einen Blitz.
Der zweite germanische Begriff lautet "Sunna". Dies ist die spirituelle Macht, die hinter der Sonne steckt. Es ist gleichzeitig auch die weibliche Form der Sonne, die Form, die verehrt wird, weil sie das Getreide wachsen lässt und allem auf der Erde Leben schenkt wie eine Mutter. Sie ist warm und wohltuend. Sunna ist die Sonnengöttin., das weibliche Prinzip überhaupt. Sie ist in der germanischen Mythologie die Lenkerin des Sonnenwagens, der jeden Tag über den Himmel fährt.
Außerdem wird die Rune sowilo auch dem Gott Odin, dem höchsten der germanischen Götter, zugeschrieben. Man sagt, die Sonne sei sein eines verbliebenes Auge, das alles sieht.
Im übertragenen Sinne heißt das, das Licht der Sonne scheint so hell, dass es keine Schatten gibt. Die Sonne sieht alles, wie Odins allsehendes Auge. Sie verbrennt alles außer der wahren Wirklichkeit. Vor dem Licht der Sonne kann sich nichts und niemand verbergen. Sie legt alles offen – manchmal auch schonungslos – was wir vielleicht nicht sehen wollen oder wovor wir uns verstecken. In diesem Fall kann sie eine sehr starke und auch rücksichtslose Macht sein, mit der es sich am Anfang nicht leicht arbeiten lässt. Man kann sich schnell die Finger an ihr verbrennen. Ihr zerstörerischer Anteil kann uns aber auch dabei helfen, alles aus dem Weg zu schaffen, was uns hindert unseren Aufgaben nachzugehen oder unser Leben so zu leben wie wir es wollen. Sie vernichtet alles was im Weg ist um Platz für Besseres zu schaffen.
Zwei gekreuzte sowilo-Runen ergeben gemeinsam das alte fernöstliche Zeichen des Sonnenrades. Dieses Symbol ist bei uns nach den Erfahrungen im Dritten Reich verboten. Daher sollte man sich mit dem nötigen Respekt dieser Rune nähern und in der Öffentlichkeit vorsichtig mit ihr arbeiten. Amulette mit der Rune sowilo sollten nicht als Ketten getragen werden und Außenstehende sollten zunächst über die Bedeutung der Rune aufgeklärt werden.
Das Sonnenrad wird auch "svastika" genannt. Der Begriff kommt aus dem Sanskrit und bedeutet "Heil" oder "Segen". Damit wird auch hier wieder die positive Seite der Sunna deutlich.
Das Sonnenrad steht für den Lauf des Lebens, des Jahres, den immer wiederkehrenden Rhythmus von Entstehen und Vergehen. Daraus ergibt sich eine weitere Bedeutung der Rune sowilo, nämlich "Weg und Ziel". Der Weg, auf dem wir alle sind bis ans Ziel. sowilo steht daher auch für unseren eigenen Weg, den wir in unserem Leben verfolgen. Sie sagt uns, dass nur wir alleine unseren Weg bestimmen können und dass wir ihn auch aktiv gehen müssen. sowilo ist die Rune des aktiven Tuns, der Entschlossenheit, die wir auf unserem Weg mitbringen müssen, um alle Hndernisse überwinden zu können.
Unseren Weg sollen wir selbstbewusst gehen. sowilo kann uns auch helfen mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dabei kann es sich auch um eine spirituelle Führung handeln, zum Beispiel um Odin oder eine andere Macht, die uns hilft unseren Weg nicht zu verlassen. Auf diesem Weg schützt sie uns auch vor feindlichen Mächten.
sowilo kann auch auftauchen um uns zu zeigen was gerade nicht gut läuft auf unserem Weg. Möglicherweise haben wir unser Ziel verloren, oder wir verfolgen ein falsches Ziel.. eventuell waren wir leichtgläubig und verfolgen nun ein Ziel, das uns jemand anderes gesetzt hat und das wir nur vermeintlich für unser eigenes Ziel halten.
Bei einer Blockade von unserer sowilo-Energie kann es auch zu Rückenschmerzen kommen. Die Energie von sowilo entspricht dem Kundalini-Energiefluss der fernöstlichen Yoga-Lehren. Die Kundalini-Energie ruht im untersten Chakra und kann durch verschiedene Übungen erweckt werden. Nach langer Übung soll sie sich durch alle Chakren erstrecken. Da sie durch die Wirbelsäule verläuft sind Rückenschmerzen oft ein Zeichen dafür, dass diese Energie nicht richtig fließt.
Hier kann sowilo helfen, die Energie wieder zum Fließen und unsere Chakren wieder zum Drehen zu bringen – das Sonnenrad zeigt die Drehung der Chakren. Aufgrund der Bedeutung "Sonne" ist sowilo vor allem für das Solarplexus-Chakra (oder Sonnengeflecht) geeignet.
Die Rune soll uns auch zeigen, dass wir in manchen Dingen erst noch das rechte Maß finden müssen. Wer sowilo nicht richtig oder zu viel anwendet, kann sich auch eine Art "spirituellen Sonnenbrand" holen. sowilo sagt uns rechtzeitig, wenn wir nicht übermütig werden sollten, wir müssen aber gut zuhören. Die Rune kann aufgrund ihrer großen zerstörerischen Energie sehr schnell zu einer gefährlichen Rune werden, die uns selbst dann mehr schadet als nutzt.

Wie schon erwähnt ist es heute in Deutschland verboten, das Zeichen der Rune sowilo öffentlich zu tragen. Verschiedene Runenkundige haben versucht, mit Hilfe dieser Rune einen Erklärungsansatz für die Geschehnisse während des Dritten Reichs zu finden. Die Rune sowilo wurde mit ihrer fernöstlichen Bedeutung "Heil / Segen" verwendet und sollte ihren Nutzern den Weg zu Erfolg und Ehre ebnen. Deutschland sollte im Licht der Sonne erstrahlen und seinen Glanz in der Welt verbreiten. Da sowilo aber von offensichtlich unkundigen Menschen verwendet wurde, sahen sie nicht wann die Rune in ihre negative Bedeutung umschlagen sollte. Die Kraft von sowilo wurde einfach zu exzessiv verwendet und irgendwann war das "rechte Maß" überschritten. sowilo wurde zur zerstörerischen Rune, die letzten Endes ihre ganze Macht gegen die richtete, die sich ursprünglich unter ihrem Schutz wähnten. Wie dies endete ist uns allen bekannt.
Sicherlich ist es zu einfach diese Zeit nur mit einer Rune erklären zu wollen, aber dieser Ansatz sollte uns zumindest im Kleinen für unsere Arbeit mit den Runen zu denken geben. Hinter den Zeichen steckt eine große Macht, mit der man erst lernen muss umzugehen. Es gibt einige Runen im Futhark, mit denen man sehr achtsam umgehen sollte, sowilo ist eine von ihnen.



Steine, die zu Themen der Rune sowilo passen:
roter Jaspis (Willenskraft), Aktinolith ( Geradlinigkeit, Verfolgung eigener Ziele), Feueropal
für das Sonnengeflecht / Solarplexuschakra: gelbe Steine (Sonne) wie z.B. Orangencalcit oder Bernstein

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 13.12.2013, 22:18

Was hat mir die Rune gebracht?
Ich habe festgestellt, dass ich sehr fixiert auf die Sonne war. Mir ging es besser wenn sie scheinte. Man sollte darauf achten, dass man in der dunklen Zeit auch eine Art "innere Sonne" hat. Sowilo wird auch die "Lehrerrune" genannt. deshalb hab ich mir zu meiner Arbeit einige Gedanken gemacht. Es war eine stressige Zeit. Also, eigentlich hatte ich nicht so furchtbar viel zu tun, aber ich hab mir viel mehr Gedanken gemacht. Die stressige Zeit stand erst im November an, aber schon im Oktober hab ich mir Gedanken gemacht wie ich das Alles bewältigen soll.
Als Folge wurde ich krank. Mein Rumgestresse hat mich ziemlich runtergezogen und da war ich dann anfällig für dieses Geschniefe, das der Kollege am Tisch neben mir eingeschleppt hat.
Eine ganze Woche war ich krankgeschrieben. Das ist mir vorher noch nie passiert. Leider hat die innere Sonne mich in dieser Woche verlassen gehabt - mir war oft kalt.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 14.12.2013, 15:02

Jahresrune für November 2013: Dagaz

Götter: Heimdall, Odin
Bedeutungen des Wortes: Tag, Licht, "blaue Stunde", Polarität, Erwachen, Bewusstheit

Stand im Runen-Alphabet
dagaz ist die letzte Rune des 24er-futhark, und ebenso die letzte Rune im dritten Aett, dem Aett der Menschen. Als letzte Rune hat dagaz einen besonderen Stand. Sie beendet das Futhark und in gewisser Weise beendet sie auch einen Zyklus oder Kreislauf. In der germanischen Mythologie endet mit der (Götter-)dämmerung die Welt so wie wir sie kennen. Es wird jedoch eine neue Welt geboren werden, der Kreislauf beginnt wieder bei der Schöpfung, mit der Rune fehu und dem ersten Aett.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Der Name der Rune – dagaz - deutet bereits auf eine ihrer wichtigsten Bedeutungen hin, nämlich auf den Tag. Die Rune steht für den Tag. Da sie aber gleichzeitig auch die Bedeutung der Polarität besitzt, steht sie auch für die Nacht. Beide Gegensätze treffen sich zu zwei bestimmten Tageszeiten, während des Sonnenaufgangs und des Sonnenuntergangs. Diese Zeit heißt Dämmerung, bei uns heute auch "blaue Stunde".
Diese Tageszeit ist eine besondere Zeit, wir befinden uns in einer Art Zwischenstadium zwischen Tag und Nacht. Auch das Dämmerlicht ist etwas besonderes, daher steht dagaz auch für das Licht.
Den Begriff der Dämmerung finden wir in der germanischen Mythologie bei der Götterdämmerung wieder, dem letzten Kampf der Götter, der mit dem Untergang der alten Welt endet. In der Mythologie heißt es "Nacht wird Tag, alle Ordnung vergeht". Hier sehen wir deutlich: die Zeit zwischen Tag und Nacht scheint keine Ordnung zu haben, es ist eine Art "Zwischenzeit". Aus dem Jahreskreis und den großen Jahreskreisfesten unserer Vorfahren lässt sich feststellen, dass diese "Zwischenzeiten" immer ganz besonders waren und sind, dass der Schleier zur Anderswelt durchlässiger ist, dass man während diesen Zeiten einfacher mit den Ahnen oder den Göttern oder den Naturgeistern in Kontakt kommen kann. Die "Zwischenzeiten" sind magische Zeiten. Und genau diese Magie ist es, die wir heute als "blaue Stunde" bezeichnen. Diese Zeit hat ihren besonderen Charme. Am Morgen können wir das Erwachen der Natur miterleben, am Abend scheint manches – vor allem im Herbst und Winter – eher schaurig und schummrig zu werden. In den Silhouetten der Bäume erkennen wir im Dämmerlicht Figuren – Naturgeister, die sich erst im Dunkel richtig zeigen. Nebelschwaden zeigen uns den dünnen Vorhang, der uns von der Anderswelt trennt.

Optisch steht dagaz für die Lemniskate, die liegende Acht, das Zeichen der Unendlichkeit. Natürlich aufgrund der Herkunft wieder eckig geraten, damit die Rune leichter in die schwer zu bearbeitenden Steine eingeritzt werden konnte.
Auch mit dieser Bedeutung wird die Zeitlosigkeit der Rune deutlich. Die Energien von dagaz fließen unendlich.
Im Futhark steht die Rune an der letzten, der 24. Stelle. Schreibt man die einzelnen Runen in einem Kreis auf, so steht sie genau gegenüber von jera, der 12. Rune. Auch sie hat eine Bedeutung, die eng mit dem Begriff der Zeit und Zeiteinteilung verbunden ist. jera, nach der Hälfte, steht für eine Zeitspanne, an deren Ende die Ernte ansteht. Sie ist auch die Rune der Sonnwende. Ein Tag hat zweimal 12 Stunden – also 24. Zweimal jera ergibt dagaz. Dies erklärt auch den Stand von dagaz an letzter Stelle – es gibt verschiedene Runenarbeiter, die dagaz an vorletzter Stelle sehen, da man einen Runenstein gefunden hat, auf dem die letzten beiden Runen des Futharks in anderer Reihenfolge eingeritzt sind.
dagaz als letzte Rune zu sehen, ist jedoch in dieser Hinsicht einleuchtender. Auch dagaz steht für eine Zeit. Sie zeigt das Ende eines Zyklus und den Beginn eines neuen Zyklus. Ob das nun der Übergang zwischen Tag und Nacht, Nacht und Tag oder der Wechsel des Jahres ist, ist in diesem Fall nebensächlich. Daher kann auch dagaz als Rune für die Sonnwenden in Sommer und Winter stehen.

Im übertragenen Sinn steht dieser Wechsel zwischen verschiedenen Zeiten, oder auch die "blaue Stunde", für einen Wechsel in uns. Man könnte sagen, dagaz zeigt uns, dass uns etwas dämmert – oder dämmern sollte. Dass wir etwas erkennen sollen, dass wir vielleicht aufwachen sollen. Daher steht dagaz auch für die Erkenntnis. Uns kann mit ihrer Hilfe alles bewusst werden. Wir können uns auf die Suche nach unserem Weg begeben, der anbrechende Tag, die Dämmerung hilft uns dem Weg zu folgen. Wir sollen einem Ideal nachstreben, das wir vor uns in der Dämmerung sehen.
Da dagaz immer gleich aussieht, egal wie man sie dreht, kann sie nie auf dem Kopf, also negativ erscheinen. Sie kann uns aber durchaus deutlich darauf hinweisen, dass wir noch in der Dunkelheit unterwegs sind, dass unser "Tageslicht" der Erkenntnis noch blockiert ist. Hier kann dagaz für unsere Blindheit stehen, oder auch für Hoffnungslosigkeit. Wenn wir die Rune jedoch zu nutzen verstehen, wird die Dämmerung bald anbrechen und unser vollkommenes Erwachen wird stattfinden.
Unser eigenes, auch spirituelles Erwachen hängt auch mit unserem Inneren zusammen. Richtig erwacht ist man erst, wenn man auch alles sieht, was man im Inneren verborgen hat. Um zu unserem Inneren zu gelangen müssen wir uns auf einen langen und manchmal auch beschwerlichen Weg machen.
So wie in der germanischen Mythologie am Ende der beschwerlichen Reise die Regenbogenbrücke Bifröst vor dem Suchenden auftaucht, die der einzige Weg nach Asgard, dem Sitz der Götter, ist, so gibt es in unserem Inneren auch eine Brücke zu überqueren, die uns ins Reich des Unbewussten und des Unterbewusstseins führt.
Und genauso wie Bifröst vom Gott Heimdall bewacht wird, so werden wir uns auch an unserer eigenen Brücke einem Wächter stellen müssen. Bei manchen heißt er "Hüter der Schwelle", andere weniger spirituell veranlagte Menschen nennen ihn den "inneren Schweinehund". Begegnet sind wir ihm schon alle. Die meisten Leute ziehen es vor, sich nicht näher mit ihm auseinanderzusetzen und kehren auf ihrem Weg einfach wieder um. dagaz hilft uns hier, auch die letzte Hürde zu überschreiten. Sie kann sozusagen das Losungswort sein, das unser Hüter der Schwelle von uns hören will, bevor er den Weg über die Brücke freigibt.
Auch dem Gott Odin ist die Rune dagaz geweiht. Odin ist der Gott, der es geschafft hat vollkommen zu erwachen. Durch seine rituelle "Selbstopferung" an Yggdrasil dem Weltenbaum – Odin hing dort der Sage nach neun ganze Tage – hat er sowohl die Kenntnis der Runen, als auch das gesamte Wissen der Welt erfahren. Deswegen und aus einem weiteren Grund ist dagaz auch eine sehr wichtige Rune für magische Handlungen.
Der weitere Grund bezieht sich wieder auf die Darstellung der Rune. dagaz sieht aus wie eine Doppelaxt. Dies war eine heilige Waffe. Ihre genaue Bedeutung ist bis heute nicht bekannt. Sie war aber in vielen alten Kulturen ein häufiges verwendetes Kultobjekt. Gefundene Doppeläxte wurden eher aus weichen Materialien hergestellt, mit dem man keine täglichen Arbeiten wie z.B. Holzfällen verrichten konnte. Die Doppelaxt als Amulett ist heute bei neuheidnischen Gruppen oder in Wicca-Kulten weit verbreitet.
Die Doppelaxt als Waffe soll uns aber auch – im Hinblick auf dagaz – darauf hinweisen, dass die Rune sehr schnell von ihrem einen Pol zum anderen "kippen" kann. Manchmal kommt die Erkenntnis wie ein harter und schmerzhafter Schlag. Von heute auf morgen kann sich alles ändern, plötzlich erkennen wir etwas, das wir bisher übersehen haben oder wollten. Das heißt, dagaz ist nicht nur der sanfte Helfer, sie kann uns auch sehr heftig klar machen, wann wir unseren Kurs ändern sollen. Deshalb sollte auch dagaz – wie alle anderen Runen – mit dem nötigen Respekt behandelt und nicht ausgenutzt werden.



Steine, die zu Themen der Rune dagaz passen:

Granat: gegen Hoffnungslosigkeit, um nach einem Ideal zu leben, innere Ordnung, Selbstüberwindung, Neuorientierung, eigene Ausrichtung klären und festlegen, Veränderungen zulassen,
Feldspat: eigene Ausrichtung klären und festlegen, innere Ordnung
Peridot: beenden von offenen Zyklen, Neuorientierung
Prehnit und Hornblende: beenden von offenen Zyklen
Pyrit und Rauchquarz: Selbstüberwindung
Falkenauge und Tigerauge: etwas durchschauen, das "Losungswort" finden
Amethyst und Bergkristall: spirituelles Erwachen, Erkenntnis

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 14.12.2013, 15:16

In diesem Monat war das Thema "Erkenntnis" bei mir großgeschrieben. Zunächst ging es vor allem um den Bereich der spirituellen Erkenntnis. Am keltischen Feiertag Samhain habe ich gleichzeitig noch eine ausführliche Runenlegung gemacht, in der sich zeigte, dass meine Ahnen mir auf meinem spirituellen Weg zur Seite stehen wollen. Natürlich dachte ich erst an direkte Vorfahren aus meiner Familie.
Dann löste ich bei einem esoterischen Buchladen einen Gutschein ein und kaufte mir dafür einen dicken Wälzer über die Gesellschaft der Kelten ("Die Kelten" von Jean Markale). Das Buch hat mich beeindruckt, ich habe es förmlich verschlungen. Und mit der Zeit wurde mir klar, dass es sich wohl nicht um meine Familie handelte, die mir da etwas mitteilen wollte, sondern um sehr alte Ahnen aus lang vergangenen Zeiten.
Über das Buch kam ich zu weiteren Büchern über Kelten und Germanen, zu alten irischen Sagen und letztendlich auch zu Stonehenge, dessen Entstehungsgeschichte noch weiter zurückliegt.
Ich hab mir dann ein paar Bücher über Stonehenge bestellt. Archäologische Bücher und eins über die Preseli Bluestones, ihre Wirkung und Anwendung.
Bei der Mineralienmesse in Stuttgart habe ich mir zwei schöne große Stonehenge-Steine mitgebracht. Die Steine begleiten mich immer mal wieder und beeindrucken mich jedes Mal aufs Neue. Aber zur Zeit komme ich einfach nicht von ihnen los. Anscheinend sollen sie gut geeignet sein um Kontakt mit den Ahnen aufzunehmen bzw.sich mit früheren Leben zu beschäftigen. Jetzt werde ich mich erstmal durch die Bücher arbeiten. Da es zu Stonehenge eben hauptsächlich nur englischsprachige Bücher gibt, ist das mal wieder ein literarisches Großprojekt ;-)
Mal sehen, was ich da noch lernen kann.

Am Ende des Monats ging es dann noch um eine persönliche Erkenntnis, die im ersten Moment sehr schmerzhaft war und zu einem riesen Chaos führte, das aber schon mit der Dezember-Rune zu tun hatte. Darüber berichte ich dann in ein paar Wochen.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 28.12.2013, 15:05

Jahresrune für Dezember 2013: Tiwaz

Diese Rune hatte ich zu Beginn schon einmal näher beschrieben. Daher hier nichts Ausführliches mehr.
Sie sollte mich also durch das restliche Jahr führen.
Angefangen hatte zunächst alles mit einem heftigen Abschied der November-Rune. Erwachen musste ich, was meine Meinung über einen Menschen anging, mit dem ich lange eine gute Freundschaft pflegte. Was ich Ende November hören musste, sorgte eher schmerzlich dafür, dass ich ihn wohl in manchen Dingen anders eingeschätzt habe.
Ein paar Tage ging ich für mich mit den Neuigkeiten um. So lange bis Tiwaz in ihrer Eigenschaft als spitzer Pfeil auftrat. Diesen Pfeil schoß ich ab, wohl ohne nochmal genauer nachzudenken. Man sollte sich seine Worte gut überlegen, denn einmal "abgeschossen" lassen sie sich nicht mehr zurücknehmen.
Der Pfeil kam zurück in Form von großem Ärger in meiner Beziehung. Es kamen Themen auf den Tisch, die allesamt zur Rune Tiwaz gehören: Loyalität, (Un-)Gerechtigkeit und Vertrauen... mir wurde Vertrauensbruch vorgeworfen, mir wurde vorgeworfen zu den falschen Leuten zu halten und zu guter Letzt musste ich ganz schön darum kämpfen um nicht vor den Scherben meiner Beziehung zu stehen.
Ich habe gelernt welchen Menschen ich vertrauen kann, welchen ich nicht unbedingt vertrauen sollte.
Das war eine sehr heftige Woche.
Danach ließ mich Tiwaz wieder entspannt meinen Weg gehen. Und sie leuchtete vor mir wie der Stern, dem ich vertrauen kann.

Sehr interessant war für mich, dass diese Rune mir völlig andere Aspekte zeigte, als im vergangenen Jahr. Damals hatte ich sie als Wochenrune gezogen und sie ganz anders in Erinnerung gehabt. Man sieht also wieder einmal, dass die Arbeit mit Runen ein weites Feld ist mit vielen verschiedenen Bedeutungen.

Damit sind meine Jahresrunen für 2013 an ihrem Ende angelangt. Morgen werde ich in einem kleinen Rauhnachtsritual die Runen für 2014 ziehen. Von ein paar Runen fehlt hier auch noch eine ausführliche Beschreibung. Ich hoffe die werden im nächsten Jahr dabei sein.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 08.04.2014, 20:46

Wie schon erwähnt habe ich auch für 2014 meine Monatsrunen während der Rauhnächte gezogen. Natürlich wiederholen sich nun ein paar Runen, so dass ich nicht mehr jede Beschreibung hier reinstellen werde.
Die Runen für Januar und Februar sind auf jeden Fall noch neu und deshalb hier etwas ausführlicher.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 08.04.2014, 20:54

Monatsrune Januar 2014: Berkana

Götter: Perchta, Hel/Holle, Nerthus (Mutter Erde), Frigg, die Große Göttin
Bedeutungen des Wortes: Birke, Fruchtbarkeit, Geburt, Schutz, Geborgenheit

Stand im Runen-Alphabet
berkana ist die 18. Rune des 24er-futhark, und die zweite Rune im dritten Aett, dem Aett der Menschen. In der Entwicklungsgeschichte der Menschheit und in der Runenreihe des Futhark steht sie für das Aufkommen der Landwirtschaft und somit für die Sesshaftwerdung der Menschen.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Zusammen mit der direkt vor ihr im Runenalphabet erscheinenden Rune tiwaz steht sie für den Lebensbaum bzw. Die Irminsul, die Stütze des Himmels.
Nicht nur deswegen ist berkana eine sogenannte Baumrune. Ihr Name bedeutet "Birke" und lässt sich sowohl vom althochdeutschen Wort "birka", dem Altenglischen "berc" oder "beorc" und dem Altnordischen "björka" ableiten.
Die Birke war einer der ersten Bäume, die sich nach dem Ende der Eiszeit und dem Rückgang der Gletscher in Nordeuropa ansiedelte. In Lappland gilt sie als Lebensbaum, bei den Germanen war sie ein heiliger Baum. In Sibirien glaubte und glaubt man, dass man am Stamm einer gefällten Birke, die man verkehrt herum in die Erde gesteckt hatte, entlang in tiefere Welten bzw.die Unterwelt klettern konnte. Auch im mittelalterlichen Christentum wurde die Birke mit der Magie in Verbindung gebracht: Hexenbesen sollten angeblich aus Birken hergestellt sein.
Weil die Birke einer der ersten Bäume in Nordeuropa war, lässt sich daraus eine wichtige Bedeutung ableiten. Es geht um den Neubeginn, den Segen des neuen Lebens. Daher werden Birkenzweige immer wieder bei Ritualen verwendet, die mit diesem Thema zu tun haben. Man verwendet Birkenzweige bei Frühlingsfesten, um alte und üble Einflüsse in Reinigungsritualen fort zu kehren. Man dekoriert Häuser mit Birkenzweigen um den Segen für diesen Ort und seine Bewohner zu erbitten.
Verbunden mit dem Neubeginn des Lebens ist auch die Fruchtbarkeit. So war es üblich, einem frisch verheirateten Paar einige Birkenzweige über die Türe zu hängen. Der heutige Maibaum war / ist üblicherweise eine Birke, damit soll der erwachende Frühling und die neu erwachende Fruchtbarkeit ins Dorf geholt werden. Auch heute noch gibt es in Holland im Mai den Brauch, dass junge Männer die jungen Mädchen mit Birkenzweigen jagen und symbolisch schlagen um Fruchtbarkeit zu erbitten.
Optisch erinnert die Rune an den Buchstaben B, für den sie auch als Lautzeichen steht. Symbolisch stellen die zwei "Bäuche" entweder die Brüste der Göttin dar, oder sie stellt eine schwangere Frau im Profil dar – der obere "Bauch" ist die Brust, der untere der schwangere Bauch.
Diese Attribute machen berkana zu einer sehr weiblichen Rune. Sie ist daher vielen Göttinnen geweiht, die eine besondere Beziehung zu Frauen, zum Thema Geburt oder zu Kindern haben.
Als erste sei die "Große Göttin", oder Muttergöttin genannt. Sie ist auch die Erdgöttin, unser aller Mutter... wie auch immer man sie bezeichnen will. Hier sollten wir uns das Bild vorstellen, das wir von steinzeitlicher Kunst haben, zum Beispiel die Venus vom Hohlen Fels oder von Willensdorf. Dies sind weibliche Figuren, die auffällig große Brüste und Geschlechtsorgane besitzen, sehr breite Hüften haben und damit die Personifikation der Fruchtbarkeit darstellen.
Die Große Göttin existierte in vielen Kulturen. Meistens tritt sie in der Gestalt von drei Frauen auf: einer Jungfrau, einer erwachsenen fruchtbaren Frau und einer alten weisen Frau. Ein besonders wirksames Schutzamulett soll eine dreifache berkana-Rune sein, die man aufmalen oder einritzen kann. Sie steht für die Dreieinigkeit der Muttergöttin. Manchmal bringt man die Göttin auch mit den vier Mondphasen in Verbindung: zunehmender Mond = Jungfrau, Vollmond = reife Frau, abnehmender Mond = alte Frau und Schwarz- oder Neumond = die Jenseitige.
Hier sehen wir die verschiedenen Aufgaben der Großen Göttin. Sie kann eine junge Frau sein, eine Geliebte, sie kann die Gebärende Mutter sein, die beschützende Göttin, sie verkörpert die alte Frau mit großer Weisheit, kann aber auch die Todesgöttin sein, die das Leben das sie gibt auch wieder (zu sich) nehmen kann. In dieser Göttin werden daher die Aspekte Geburt-Leben-Tod-Wiedergeburt dargestellt.
In der germanischen Mythologie gibt es verschiedene Göttinnen, die man als Aspekte der Großen Göttin bezeichnen kann:
Nerthus, die Erdgöttin, von der schon der römische Schriftsteller Tacitus berichtete. Sie war die Erdgöttin, die laut der Sagen auf einem von Kühen gezogenen Wagen durch die Lande gefahren sein soll, um Fruchtbarkeit zu bringen. Ihr zu Ehren gab es wichtige Rituale in heiligen Hainen. Angeblich soll es dabei auch Menschenopfer gegeben haben, die den Leben nehmenden Aspekt zeigen.
Andere Erscheinungsformen sollen die Göttinnen Holle/Perchta sein. Holle, auch Hulda oder Hel genannt, ist in der nordischen Mythologie die Göttin der Unterwelt. Als Hulda oder Perchta hat sie die Aufgabe, sich um verlassene oder um jung verstorbene Kinder zu kümmern. Zur Zeit der Wilden Jagd soll sich auch Perchta mit diesen Kindern in der wilden Gruppe von Geisterwesen und Göttern befinden. Ungewollte Kinder wurden in früheren Zeiten oft an Wegkreuzungen ausgesetzt, wo sie von Perchta in ihrem Gefolge aufgenommen wurden.
Auch die germanische Göttin Frigg gehört in die Reihe der Muttergöttinnen. Sie ist die Schutzgöttin der Mutterschaft.
Daher ist berkana eine sehr gute Schutzrune für Mütter – insbesondere für werdende Mütter – und ihre Kinder. Der Weg von der Schwangerschaft zur Geburt lässt sich durch die beiden Runen berkana und perthro sehr gut nachvollziehen, da perthro wie eine aufgeklappte berkana aussieht.
berkana schützt die Mutter und ihr (ungeborenes) Kind. Sie lindert Frauenleiden, vor allem während der Menstruation, und soll auch verjüngend wirken.
Auch im übertragenen Sinne geht es bei berkana um die Geburt. Zum Beispiel um die Geburt von neuen Ideen oder neuen Entwicklungen, die nach einer Zeit der "Schwangerschaft" (angezeigt durch perthro oder auch ingwaz) geboren werden. Diese neugeborenen Ideen sollen wie ein Neugeborenes sanft begleitet und versorgt werden, damit sie wachsen und stark werden können. Dabei kann berkana eine Hilfe für uns sein.
So wie eine Mutter und ihr Kind gute Versorgung und Entspannung nach dem anstrengenden Geburtsvorgang brauchen, so brauchen auch wir immer wieder entspannte Zeiten, in denen wir mit unseren Ideen "schwanger gehen" können und uns keine Gedanken machen brauchen. Auch hier kann uns berkana zeigen, dass wir im anstrengenden Alltagsleben die kleinen Inseln der Ruhe nicht vergessen sollten. Sie kann uns daran erinnern, dass auch wir immer wieder einfach nur ein geschütztes Plätzchen brauchen, an dem wir Geborgenheit und Schutz fühlen. Diese Rune kann uns helfen, für uns selbst und für andere da zu sein und den Schutz und die Geborgenheit entweder selbst in Anspruch zu nehmen oder an Andere weiterzugeben. Ein Wellness-Bad, eine warme Tasse Tee und eine Wolldecke auf dem Sofa, eine Streicheleinheit wo sie gerade gebraucht wird, Mitgefühl haben, Urvertrauen spüren, sich am weichen Leib der Göttin einfach ausruhen können und geborgen fühlen...das alles kann berkana sein.
Ein anderer Aspekt dieser Rune hängt mit dem Kreislauf von Geburt, Leben und Tod zusammen. Sie ist eine optimale Begleiterin für besondere Eingangsrituale, zum Beispiel für den Übergang in die Erwachsenenwelt, bei der ersten Menstruation, vor der Hochzeit.
Ein Grund warum berkana in diesem Bereich ihren Platz gefunden hat, ist die Birke. Vor allem an Birken wächst ein Pilz namens Amanita muscaria, besser bekannt als der Fliegenpilz. Der Pilz wird von vielen Schamanen in Ritualen verwendet, da sein Verzehr veränderte Bewusstseinszustände hervorruft und daher eine gute Unterstützung für Geistreisen in die Unterwelt ist.
Auch bei einem alten Ritual, das sich an die Initiation Odins anlehnt, der neun Tage am Weltenbaum Yggdrasil aufgehängt war und nach dieser Zeit das Wissen über die Runen erfuhr, wird berkana verwendet. Die einzuweihende Person wird symbolisch an einem Baum "aufgehängt". Man flüstert ihr die Namen berkana und mannaz ins Ohr, die zusammen "Wiedergeburt" bedeuten. Ein Initiationsritus entspricht einer Art Wiedergeburt, da man danach eine neue Bewusstseinsebene erreicht hat. Die Wiedergeburt letztendlich schließt den bereits genannten Kreislauf und steht somit wieder mit der Großen Göttin in Verbindung.


Steine, die zu Themen der Rune berkana passen:

Schutz: Achat, vor allem Schutz von Mutter und Kind: Wasserachat oder Achat mit Gebärmuttersignatur
Biotit-Linsen erleichtern die Geburt
Geborgenheit: Bernstein, Karneol
ein typischer Frauenstein, der auch Frauenleiden lindern und für Hormonausgleich sorgen soll ist der Mondstein in allen farblichen Varianten, Mondstein wird auch als Verbindung zur geistigen Welt benutzt, um die Hellsichtigkeit zu unterstützen (gut geeignet für Meditationen und Geistreisen)
Urvertrauen: Achat, Granat, Rubin-Zoisit

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 08.04.2014, 21:01

Monatsrune Februar 2014: Algiz

Götter: Heimdall, Walküren
Bedeutungen des Wortes: Schutz, Schutzgeist, heiliger Hain, Verbindung zu den Göttern, Hier und Jetzt, Regenbogen(brücke), Hüter der Schwelle, Bewusstheit


Stand im Runen-Alphabet
algiz ist die 15. Rune des 24er-futhark, und die vorletzte Rune des zweiten Aett, das auch Hels Aett genannt wird, nach der Totengöttin Hel. In diesem Aett geht es um die Verbindung des Menschen zu den Zwischenwelten und zur Natur.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Die Rune algiz kann man auf verschiedenen Ebenen betrachten. Zunächst soll es um den optischen Eindruck der Rune gehen.
Auf den ersten Blick scheint algiz eine Person zu sein, die die Arme nach oben reckt, möglicherweise fordert diese Person eine andere damit zum Anhalten auf. Damit wird bereits deutlich, welchem Gott diese Rune zugeordnet ist. Der Gott Heimdall hat in der germanischen Mythologie die Aufgabe, die Brücke Bifröst zu bewachen. Bifröst verbindet die Welt der Menschen – Midgard – mit der Welt der Götter (Asgard) und dem Totenreich (Hel). Als Wächtergott ist er natürlich die Person, die Unbefugten den Durchgang verweigert und zum Zeichen die Arme reckt – man hört ihn förmlich "Halt!" sagen. Heimdall ist der "Hüter der Schwelle".
Auf den ersten Blick scheint es damit schwierig zu sein, zu dieser Rune Zugang zu finden. Sie zeigt uns, dass der Weg in andere Welten nicht leicht ist und auch nicht leichtfertig angetreten werden sollte. Doch algiz kann als Unterstützung verwendet werden, wenn man sich mit schamanischen Reisen oder Geistreisen beschäftigen möchte.
Der "Hüter der Schwelle" kann auch das sein, was uns selbst davon abhält in eine andere Welt in uns selbst einzutreten. Die Rune algiz kann uns zeigen, dass wir möglicherweise etwas zu klären haben, was sich jenseits unseres Bewusstseins – also in unserem Unterbewusstsein – befindet. Dabei kann es sich um Dinge handeln, die uns momentan noch unbekannt sind, aber auch um Dinge, die wir in die hintersten Winkel unseres Bewusstseins verdrängt haben. Der Hüter, der uns von dem Eintritt in die andere Welt abhält, sind in diesem Fall wir selbst.
Mit der Hilfe von algiz können wir auf den Reisen auch in unser Innerstens vordringen und uns mit unseren eigenen "Schatten" auseinandersetzen. Eventuell ist es dafür gut, sich algiz als eine Person vorzustellen, die in ihren erhobenen Händen Fackeln trägt um den dunklen Weg für uns zu erhellen. Für die Arbeit mit Geistreisen ist also neben algiz auch die Rune kenaz, die für die Fackel steht, sehr gut geeignet.
Eine Reise in unsere eigenes Inneres soll uns auch wieder in unsere eigene Mitte zurückbringen. algiz kann uns also auch zeigen, dass wir möglicherweise nicht im Einklang mit uns selbst sind. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir der Mittelpunkt unseres Lebens sind. Wir sollen Licht und Schatten in uns selbst erkennen. Und wir sollen nicht im Gestern oder Morgen leben, sondern im Hier und Jetzt wo wir uns befinden. Daher ist eine weitere Bedeutung für algiz "der Augenblick" oder "Das Leben".
Rein optisch erinnert uns algiz aber noch an ein weiteres Zeichen: stellen wir uns doch die Rune einmal im Schnee oder auf einem weichen Boden vor – sie sieht aus wie der Fußabdruck eines Vogels, genauer einer Krähe oder eines Raben. Die erste mythologische Verbindung ergibt sich zum Raben Hugin, der mit seinem Artgenossen Munin der ständige Begleiter Odins war. Hugin und Munin wurden jeden Morgen losgeschickt um durch die Welt zu fliegen und Odin nach ihrer Rückkehr vom allem zu berichten, was sie unterwegs gesehen hatten. Der Name Hugin bedeutet "Gedanke", was wiederum eine Verbidung zum Begriff "Bewusstsein" herstellt..
Auch über die Walküren, die in der germanischen Mythologie auftreten, wird gesagt, dass sie sich in Raben verwandeln konnten. Die Walküren kann man als eine Art Schutzgeister bezeichnen. In den germanischen Sagen waren sie die Töchter Odins, die gefallene Krieger vom Schlachtfeld holten und sie nach Walhalla begleiteten. Man vermutet heute, dass die Walküren eher als Schutzgeister eines Menschen gesehen werden sollten. In vielen Kulturen gab und gibt es ähnliche Schutzgeister. Man kann sie im Germanischen auch als "Fylgja" bezeichnen, in der römischen Religion war es ein "genius", als den christlichen "Schutzengel" oder auch als "Totemtier" wie in den indianischen Kulturen. Ein solcher Schutzgeist ist für einen Menschen zuständig solange dieser lebt. Er kommt am Tag der Geburt zu ihm und verlässt ihn am Tag des Todes. Die Rune algiz kann uns also auch darauf hinweisen, dass uns unser Schutzgeist möglicherweise eine Nachricht zukommen lassen will, oder dass wir den Kontakt zu ihm suchen oder verstärken sollten.
Der Name algiz wird vom alten germanischen Wort "alhs" abgeleitet, das "Tempel" oder "Heiligtum" bedeutet. Somit steht die Rune also auch für einen besonderen Bezirk, in dem man Kontakt zu den Göttern aufnehmen kann. Bei den alten Germanen gab es keine Tempel, so wie wir sie uns vorstellen. Religiöse Feierlichkeiten fanden meist in den sogenannten "heiligen Hainen" statt – festen, abgegrenzten Bezirken innerhalb der Wälder. Das Betreten für Unbefugte war streng verboten und nur den Priestern gestatten (-> Hüter der Schwelle). Innerhalb der heiligen Bereiche stand man unter dem Schutz der Götter.
Ein weiterer Begriff, der eine Ähnlichkeit mit algiz aufweist, lautet Alcis. Der römische Schriftsteller Tacitus verwendete diesen Namen für die Beschreibung zweier germanischer Schutzgottheiten. Daher ist eine weitere Bedeutung der Rune algiz der Schutz. Außerdem können wir die Rune verwenden, um Kontakt mit den Göttern aufzunehmen. Eine für uns alle sichtbare Verbindung zu den Göttern ist der Regenbogen. Die Brücke Bifröst wird auch die Regenbogenbrücke genannt.
Wie die Rune algiz mit dem Runengedicht zusammenhängt kann nicht geklärt werden. Das altenglische Wort bezeichnet eine Art Schilfgras. Das sogenannte elk-sedge existierte jedoch ursprünglich nur in Amerika und kann zu dieser Zeit in unseren Breiten noch nicht bekannt gewesen sein. Eine germanische Übersetzung wäre eigentlich "Elch". Man vermutet heute, dass der Name algiz wohl nicht der ursprüngliche Name dieser Rune war und es gibt in anderen Runen-Alphabeten auch andere Runen, die mit algiz verglichen werden (yr oder mannaz im jüngeren Futhark).


Steine, die zu Themen der Rune algiz passen:

Bewusstheit fördernd: Aktinolithquarz, Azurit (Bewusstheit, Selbsterkenntnis), Bergkristall (vor allem Fensterkristalle)
Hellsicht (Kontakt zu Schutzgeist): Moldavit, Regenbogenobsidian (Hellsicht, eigene Schattenseiten entdecken), Pyrit (Selbsterkenntnis, konfrontiert mit eigenen Schattenseiten), Turmalin (innere Mitte finden)

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 08.04.2014, 21:09

Zu Berkana habe ich im Januar keine besonderen Erlebnisse gehabt. Ich denke es ging auch um die Geborgenheit, die man in der kalten dunklen Jahreszeit braucht und um die "Geburt" eines neuen Jahres und vielleicht auch der damit verbundenen neuen Vorsätze.

Algiz hat mir vor allem im beruflichen Bereich gezeigt, dass ich mir Gedanken machen soll, was ich eigentlich möchte, dass ich mir bewusst werde, wie es weitergehen soll. Auch das Leben im "Jetzt" ist mir sehr wichtig (nicht nur in diesem Monat). Einen riesen Haufen Raben hatten wir in diesem Monat um unser Haus herum. Und der Rabe hat sich mir auch als Schutzgeist gezeigt - aber es war nicht mein Schutzgeist. Er hat mir mitgeteilt, dass die Person für die er zuständig ist, den Kontakt zu ihm verloren hat und ich sollte dabei helfen den Kontakt wieder herzustellen - was hoffentlich auch soweit geklappt hat.

Die Monatsrune für März - Sowilo - habe ich erst ausführlich hier beschrieben. Daher nur kurz dazu: Weg und Ziel waren sehr deutlich in diesem Monat. Das bezog sich wieder auf den Beruf, in einer Entscheidung hatte Algiz mir geholfen mir klar zu werden was ich möchte und dank Sowilo habe ich nun ein Ziel vor Augen und konnte mich auf den Weg machen.
Und die wiederkehrende Sonne passt natürlich hervorragend zum Frühlingsanfang und dem wunderschönen Wetter im März.

Steinfeder

Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Steinfeder » 08.08.2014, 09:20

Hallo Lizzy

Hab zunächst vielen Dank für deine faszinierenden Beiträge hier und die ganze Arbeit, die du reingesteckt hast.
Sehr informativ - auch deine persönlichen Berichte über die Verwendung der Runen.

Ich habe mich bisher nur als Archäologin mit Runen /Runensteinen beschäftigt, sprich rein rational, obwohl ich mich immer stark zu ihnen hingezogen gefühlt habe.
Ich muss zugeben, dass ich bislang einfach Angst davor hatte, Runen in mein Leben zu lassen, ich bin davor gewarnt worden, im Zusammenhang mit z.B. der Verwendung eines Ouja-Boards ("kein Ouja, kein Tarot mehr, keine Runen"). Ich würde mich heute nicht weiter als 2m einem Ouja-Board nähern, aber ich habe jetzt ein gutes "Bauch-Gefühl", was die Runen angeht.

Ich bin schon vor einiger Zeit auf eine Lern-Reise aufgebrochen, und ich fühle, dass es Zeit ist, die Runen einzulassen.
Daher danke für deine Informationen und Erfahrungen. {²@³@{

LG, Steinfeder

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 08.08.2014, 12:18

Schön, dass Dich meine Arbeit anspricht. Ich muss auch mal wieder weitermachen hier...habe wieder zwei Monatsrunen gehabt, mit denen ich mich bisher noch nicht näher beschäftigt habe. Das heißt ich werd in meinem Urlaub mal wieder ein paar Texte schreiben.
Die Texte habe ich selbst daheim in ein Notizbuch geklebt (da gibt es ja ganz schöne, die so ein bisschen geheimnisvoll aussehen). Wenn es vollständig ist, kann ich immer mit einem Buch mit meinen eigenen Deutungen und Erfahrungen arbeiten, anstatt ständig meine ganzen gekauften Runenbücher wälzen zu müssen ;-)

Ich kann Deine "Probleme" verstehen. Hab mich am Anfang auch nicht rangetraut, weil mir da zuviel "Mystisches" dahintersteckte, was ich vorher erst kennenlernen wollte. Ich habe viel vorher gelesen, von Esoterik bis Archäologie/Geschichte, um da eine Basis zu haben, auf die ich aufbauen kann.
Mittlerweile arbeite ich sehr gerne mit meinen Runen. Neben dem Runenset aus kleinen Kieselsteinen habe ich auch ein Kartenset (Bilder aus dem Internet, auf blanko-Spielkarten geklebt und laminiert) und noch eines aus Holzscheiben - das hab ich aber noch nie benutzt. Damit werd ich mal das RunenWERFEN üben, bisher ZIEHE ich die Runen immer.
Schon Tradition ist es, dass ich mich an den Jahreskreisfesten mit meiner Mama zu einer Legung treffe und mittlerweile ziehe ich auch für die ganze Familie die Jahresrunen in den Rauhnächten.

Ich wünsche Dir viel Spaß und spannende Erfahrungen mit Deiner Runenarbeit, liebe Steinfeder +#

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.09.2014, 11:26

So, jetzt geht's hier mal ein bisschen weiter...

Die Rune für April - Gebo - hatte ich hier schon einmal näher vorgestellt, daher nur kurz. Dieses Mal ging es ganz offensichtlich um das Thema Spiritualität /Magie. Gebo kündigt "magische Treffen" an. Ich habe mich mit neuen Themen beschäftigt (das Ogham-Orakel kam hier ungeplant bei mir an) und ich wurde in meinem Runenforum in eine spezielle "geheime" Gruppe aufgenommen.

Die Mai-Rune Isa möchte ich etwas näher vorstellen. Mit ihr hatte ich mich bis dahin noch nicht beschäftigt.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.09.2014, 11:32

Monatsrune Mai 2014: Isa

Götter: Verdandi, Skadi, Eisriesen
Bedeutungen des Wortes: (Welten-) Eis, Antimaterie, Stille, Erstarrung, Ich, Selbstbewusstheit, Klarheit

Stand im Runen-Alphabet:
isa ist die 11. Rune des 24er-futhark, und die 3. Rune des 2. Aett. Diese Rune ist eng mit den vor ihr stehenden Runen hagalaz und naudhiz verbunden. Diese drei Runen werden auch den drei Nornen, den Schicksalsgöttinnen der germanischen Mythologie zugeordnet.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Die Rune isa ist die einzige Rune, die sich in den vielen verschiedenen Runenalphabeten nie verändert hat. Optisch besteht sie aus einem einzigen geraden Strich. Das sieht nüchtern aus und genau das ist isa auch. Sie ist eine nüchterne, einfache, stille Rune. Negativ betrachtet könnte man sie auch als ernüchternd und erstarrt bezeichnen.
isa steht für das Eis, in der germanischen Mythologie auch für das Welteneis. Dieses Eis war – gemeinsam mit dem Feuer, also der Rune fehu – nötig um die Schöpfung voranzutreiben. Aus dem Zusammenwirken von Feuer und Eis bildete sich der Raureif aus dem der Eisriese Ymir geboren werden konnte.
Es gibt verschiedene Götter und Wesen, denen diese Rune in der Mythologie zugeordnet. Einmal sind dies die Eisriesen, zu deren Familie Ymir, das erste Wesen der Schöpfung gehörte. Die Rune isa steht für all das, was es in der Heimat der Eisriesen, Jötunheim gibt: ewiges Eis, erstarrtes Leben, Stille, unerbittliche Kälte.
Eine weitere Göttin, die mit isa in Verbindung gebracht wird, ist Verdandi – eine der drei Nornen. Verdandi ist für die Gegenwart zuständig, für das "Ist". Genauso kann man die Rune isa bezeichnen, sie IST. Sie ist die in sich selbst Ruhende, die einfach existiert.
Auch mit Skadi hat isa zu tun. Skadi ist die germanische Wintergöttin. In einer Geschichte wird erzählt, wie sie sich zwei Mondsicheln unter die Füße schnallte um damit Eis zu laufen. Auch in dieses Bild passt isa perfekt. Skadi steht für die Kälte und den Rückzug im Winter. Der Winter war und ist auch eine Zeit der Einkehr nach innen. Unsere Vorfahren verbrachten die kalte und dunkle Zeit vor allem in ihren Hütten mit Handarbeiten und Geschichtenerzählen.
Daher steht isa auch für die eigene Innenschau, für den Rückzug ins eigene Ich ohne sich jedoch von der Außenwelt abzukapseln. Bei der Arbeit mit dieser Rune geht es darum, sich mehr mit seinem eigenen Selbst zu beschäftigen,sich seines eigenen Selbst bewusst zu werden und einfach mal nach innen zu schauen, welche Ressourcen man im eigenen Selbst finden kann. Diese inneren Ressourcen können einem auch dabei behilflich sein, sich von Schwierigkeiten zu lösen. Durch isa wird die aktuelle Situation sozusagen "eingefroren" und man kann sich einmal in Ruhe damit auseinandersetzen um zu einer Lösung zu kommen. isa ist die Kraft der individuellen Person, die Kraft, die das Ich zusammenhält.
Das Einfrieren einer Situation kann in mehrerer Hinsicht brauchbar sein. Man kann Entwicklungen, die einfach zu schnell laufen, verlangsamen, man kann isa benutzen um sich einfach einmal von dem täglichen "Zuviel" um einen herum zu erholen, man kann vor anstehenden Herausforderungen kurz noch eine kleine Verschnaufpause einlegen und seine Kräfte sammeln und auf die Aufgabe konzentrieren.

isa kann bei magischen Arbeiten eigesetzt werden um Schadenszauber und Angriffe abzuwehren. Vor allem bei magischen Angriffen mit der Rune thurisaz ist isa sehr gut geeignet.

Das Thema "Einfrieren" kann aber auch die negative Seite von isa sein. Manchmal neigt man dazu, Dinge einzufrieren, wenn man sie nicht sehen will, sich nicht mit ihnen beschäftigen will, wenn man weiß es steht eine Entscheidung oder eine Entwicklung an, die man gerne noch etwas herauszögern möchte. Möglicherweise leistet eine Person, bei der isa blockiert ist, Widerstand gegen Weiterentwicklung, möchte alte Pfade nicht verlassen. In einer solchen Situation friert alles ein. Die Lebenskraft erstarrt, man wird blind für das Ganze oder verzettelt sich in seinen Aufgaben und bringt nichts mehr Zustande.
Bei zu viel Einfluss von isa werden die Ich-Kräfte verstärkt. Wenn sich dieser Zustand ins Negative verkehrt wird man meist egozentrisch und selbstsüchtig. Man versteckt sich im Inneren und lässt keinen Kontakt zur Außenwelt mehr zu, man kapselt sich ab.
In diesen Fällen ist es am Besten, mit anderen Runen zu arbeiten, die die Kraft von isa abschwächen können und die aggressiven Kräfte der Rune auflösen können.
Was liegt hier näher als mit Feuerrunen gegen die Eisrune zu arbeiten? Tatsächlich kann man sich die Arbeit an isa bildlich wie das langsame Schmelzen eines Eisblockes vorstellen.
Hierfür sind die beiden Runen fehu und sowilo geeignet. Es wurde bereits erwähnt, dass fehu mit isa eine wichtige Rolle in der germanischen Schöpfungsgeschichte spielte. Ohne das Feuer, das das ewige Eis schmelzen konnte, hätte es keine Weiterentwicklung der Schöpfung geben können. In diesem Fall sollte man bedenken, dass das Schmelzen eines Eisblocks seine Zeit braucht und man daher für diese Arbeit viel Geduld braucht und nichts überstürzen sollte.
Die Rune sowilo kann diese Entwicklung beschleunigen. Sie steht für die Sonne, die nicht immer nur zu unserer Zufriedenheit scheint, sondern mit ihren Strahlen auch so manches Unheil anrichten kann. sowilo kann auch eine sehr unerbittliche Hitze bringen und rücksichtslos jeden Winkel des Inneren Ichs aus dem Schatten holen. Aus diesem Grund sollte sowilo bei dieser Art von Arbeit mit Vorsicht und nicht zu lange angewendet werden.



Steine, die zu Themen der Rune isa passen:

Aktinolithquarz (födert die Bewusstheit, bei zu wenig isa), Alabaster (für Abgrenzung, Innenschau, bei zu wenig isa)
Apatit (macht offen und kontaktfreudig, zu viel isa), Aragonit (stabilisiert zu schnelle Entwicklungen, unterstützt isa), Aventurin blau (wichtige Vorhaben in Ruhe angehen, unterstützt isa), Azurit (fördert Bewusstheit), Bergkristall v.a. Doppelender (fördert Energiefluss, optisch Eis), Chalcedon (ins Fließen kommen, auftauen), Schneeflockenobsidian (gegen chronische Kälte – zu viel isa), Petalit (verhärtete Gefühle lösen), Bojis (zur Blockadenlösung), Pyrit (Selbsterkenntnis, Reinigung), Schneequarz ( Energie in kalte Körperbereiche), Selenit (bewusste Wahrnehmung)

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.09.2014, 11:48

Ich muss gestehen, dass ich mich zu dieser Zeit absolut nicht mit meinen Runen beschäftigt habe und daher auch kaum etwas zu der Wirkung sagen kann. Rückblickend würde ich aber vermuten, dass es ein wenig zu viel isa war und das Thema Egoismus sehr stark war...Ich hab ein bisschen zu sehr an mich gedacht als an andere und hab dementsprechend nur so viel Engagement auf unserer Baustelle gezeigt, wie mir angenehm war. Das hat natürlich zu kleineren Krisen mit meinem Freund geführt...

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.09.2014, 11:51

Die Monatsrune im Juni war Uruz. Die habe ich hier auch schon vorgestellt. Energie ist hier das Thema. Das war in dieser Zeit vor allem auf den Beruf bezogen.
Mehrere Abschlussklassen in der Prüfung, daher auch mehrere Wochen Korrekturen der schriftlichen Prüfungen, öfter mal Aufsicht im Prüfungsraum...da war Uruz natürlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Im Juli kam dann der große Hagel, der sich bis in den August gezogen hat und dementsprechend auch die folgende Rune noch beeinflusst hat.

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Lizzy
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.09.2014, 11:57

Monatsrune Juli 2014: Hagalaz

Götter: Hel /Hella, Urd

Bedeutungen des Wortes: Hagel, Eis, Ursame, kosmisches Muster, Evolution, Vollendung, zerstörerische Kraft, Veränderung, Transformation


Stand im Runen-Alphabet:
hagalaz ist die 9. Rune des 24er-futhark, und die 1. Rune des 2. Aett. Dieses Aett ist Hel, der Göttin der Unterwelt gewidmet. Daher beschäftigt sich diese Rune mit Themen der Unterwelt bzw. des Unterbewussten. Das zweite Aett steht auch für die Bedrohung durch Naturgewalten.


Bedeutung der Rune / Interpretation:
Der Name hagalaz zeigt es uns schon: hier haben wir es mit dem Hagel zu tun. Hagel, gefrorenes Wasser, Eis – bei dieser Rune handelt es sich wie bei isa um eine Eisrune. Optisch wird dies manchmal auch durch eine Variante von hagalaz dargestellt, die aussieht wie ein Eiskristall – eine gebo-Rune und eine isa-Rune gemeinsam. Im altenglischen Runengedicht lesen wir von der Reinheit des Hagelkorns. Die Kälte der Rune hagalaz ist eine reinigende und heilende Kälte. Auch wenn Hagel oft unvorbereitet kommt und vieles zerstört, so kann danach wieder ein Neubeginn starten.
Genauso arbeitet hagalaz. Manchmal erscheint die Rune unvorbereitet und scheint uns in ein Chaos zu stürzen. Sie sorgt für große Umwälzungen in unserem Leben. Aber dadurch sorgt sie dafür, dass etwas Neues in unser Leben kommen kann. Altes muss gehen, muss losgelassen werden. Wenn uns das Loslassen zu schwer fällt, oder zu lange dauert, dann wird es manchmal ohne Vorwarnung von hagalaz zerstört, so dass wir endlich frei sind und offen für Neues. Die Rune stellt dadurch auch das Gleichgewicht der Kräfte und uns und um uns herum wieder her.
In der germanischen Schöpfungsgeschichte stellt hagalaz den Raureif dar, der nach dem Aufeinandertreffen von isa und fehu über der Welt lag. Aus diesem Raureif entstand das erste Lebewesen der Welt, der Eisriese Ymir.
Wenn hagalaz an uns vorbeigezogen ist, sind wir voller neuer Kraft, wir sind gestärkt und gereinigt für alles Neue.

Vom Namen hagalaz stammt auch der Name "hagazussa". Das ist die sogenannte Zaunreiterin, so wie man Hexen auch nennt. Zaunreiterin deshalb, weil Hexen in der Lage sind auf dem Zaun zwischen unserer Welt und dem Jenseits zu sitzen und auch zwischen den Welten hin und her zu wechseln.
Die Norne Urd wird hagalaz zugeordnet. Sie ist zuständig für das, was in der Zukunft passiert, für das Werdende, also für alles was nach einem kräftigen Hagelschauer neu beginnen kann.
Auch die Göttin Hel, die Herrin der Unterwelt wird mit der Rune in Verbindung gebracht. Vom Namen Hel stammt auch der moderne Begriff der Hölle – jedoch mit einem sehr wichtigen Unterschied: Die Hölle unserer Vorfahren war kein heißer Ort, in dem das ewige Höllenfeuer brannte. Vielmehr war die Hölle ein kalter, lebensfeindlicher Ort, in dem ewiger Winter und Dunkelheit herrschten. Kälte und Dunkelheit waren damals gefürchtet, im Winter wuchs kein Korn, das Leben war gefährlicher, man zog sich ins Haus zurück.
Auch hierfür steht die Rune hagalaz. Man könnte sie in diesem Fall vielleicht als extreme Form von isa bezeichnen. Eine weiße Schneedecke hat sich über das Land gelegt, es ist dunkel. Aber es ist auch die Zeit der Erholung, in der wir Ruhe finden und Kraft für das kommende Jahr schöpfen können.

Eine Reise in die Unterwelt hat zwei Bedeutungen. Vielleicht unternehmen wir eine Geistreise in die Unterwelt der GöttinHel. Diese Unterwelt ist aber zumeist auch direkt mit unserer eigenen Unterwelt – unserem Unterbewusstsein – verbunden. Daher ist die Rune hagalaz auch oft nicht gerne gesehen, weil sie meistens dann auftaucht wenn es darum geht, sich in seine eigene Unterwelt zu begeben, die manchmal genauso schauerlich sein kann wie die Unterwelt der Göttin Hel. Wer möchte schon seine eigenen tief im ewigen Eis verborgenen Schattenseiten sehen. In unserer Schattenwelt warten destruktive Kräfte, die es zu bekämpfen gilt. Negative Erinnerungen kommen hoch und die Lektionen, die wir in unserem Leben schon gelernte habe und nicht verstanden haben oder verstehen wollten, haben wir ebenfalls im Unbewussten abgelegt. Doch mit der Unterstützung der Rune hagalaz können wir unsere Schattenanteile des Bewusstseins überwinden und daraus neue Kraft schöpfen.

hagalaz ist eine Rune, die eigenständig bzw. durch die Hand der Götter in unser Leben eingreift. Jedoch steht am Ende immer eine positive Wendung. hagalaz zeigt eine Transformation in unserem Leben an, ganz alltäglich oder auch spirituell. Nach der Arbeit mit hagalaz herrscht Harmonie im Sinne von Balance und Ausgeglichenheit.
Wenn hagalaz in unser Leben tritt, sollten wir uns davor nicht verschließen, sondern wir sollten die Kraft der Rune zur Veränderung nutzen.
Man sieht also, dass die Rune selbst eigentlich keine negative Bedeutung haben kann. Negativ wird es für uns nur, wenn in unserem Leben zu wenig hagalaz vorhanden ist. Der nötige Hagel für die Veränderung fehlt. Es kann dadurch in unserem Leben zu Stagnation und Stillstand kommen. Neue Ideen fehlen, vielleicht sind wir auch zu ängstlich mal etwas Neues zu wagen. Das geht auch an die vitalen Kräfte, unser Wohlbefinden wird langsam aber sicher zerstört, wir fühlen uns schwach, werden krank. Kleine Krisen des Alltags können wir nicht mehr meistern. Hier wäre dann dringend ein ordentlicher Hagelschauer nötig.



Steine, die zu Themen der Rune hagalaz passen:

Bergkristall (fördert Energiefluss, optisch Eis), Iolith / Cordierit (Krisen überstehen), Meteorit (neue Blickwinkel), Pyrit (Arbeit mit Schattenseiten), Schalenblende (Veränderungen erleichtern, gegen Erschöpfung), Staurolith (Wandlungen im Leben, Festgefahrenes auflösen), Tansanit (Orientierung, Ängste und Krisen auflösen), Zirkon (loslassen)

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Lizzy
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.09.2014, 12:06

Und es hagelte wieder vorzugsweise bei der Arbeit. Seit Monaten fehlten Infos für eine anstehende Klassenfahrt, die Schulleitung konnte uns nicht sagen wann, wie, wo und warum überhaupt das Ganze stattfinden sollte. Täglich gab es Ärger, Kollegen beschimpften sich, die betroffene Schulklasse schrieb Beschwerdebriefe.
Dann stand endlich der Termin, aber es fehlte die nötige zweite Begleitperson...nach weiterem Ärger beschloss ich innerhalb der kurzen Mittagspause mich als Begleitperson zur verfügung zu stellen. Ich hatte nicht überlegt, nichts daheim abgesprochen. Ich sagte zu, schrieb dem Chef, bekam mein Flugticket.
Der nächste Hagel folgte daheim, weil ich natürlich meinen Freund auf unserer Baustelle sitzen ließ. Seine Begeisterung ließ sichtlich zu wünschen übrig...
Das Schuljahr ging dann seinem Ende entgegen. Ich übernahm einen neuen Aufgabenbereich und war damit auch gleich im Team, das den Stundenplan fürs nächste Schuljahr zusammenstellen muss. Wir arbeiteten die erste Ferienwoche durch und waren zufrieden mit unserem Ergebnis.
Doch dann verabschiedete sich hagalaz mit einem Paukenschlag: von einem Tag auf den nächsten warf unser Schulleiter seinen Job hin und wechselte an eine andere Schule - Abschied nur per email. Kurz darauf erfuhren wir auch noch, dass ein Kollege unerwartet verstorben war... Tragödien und Hiobsbotschaften ohne Ende, die dafür sorgten, dass wir unseren Stundenplan in die Tonne getreten haben und alles neu erarbeiteten.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.09.2014, 12:09

Dementsprechend startete die Monatsrune für August - dagaz. "Das große Erwachen". Für mich persönlich das Erwachen: mit den neuen Aufgaben in meinem Job werden aus 6 Wochen Sommerferien 2 Wochen.
Andererseits aber Bewusstheit und Erkenntnis: ich bin wichtig, ich kann hier Zeichen setzen, manchen Dingen meinen Stempel aufdrücken, Aufgaben übernehmen, die Zeit kosten aber auch Spaß machen.

Meine aktuelle September-Monatsrune werde ich dann in ein paar Wochen näher vorstellen.

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kristall69
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon kristall69 » 07.09.2014, 13:14

spannend.... Juli und August haben auch bei mir gepasst +##


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