Runen und ihre Bedeutung

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Lizzy
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Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 23.09.2012, 15:53

So, seit Freitag ist die Woche mit meiner ersten Wochenrune vorbei. Seither habe ich mich ausführlich mit der Bedeutung, meinen Erlebnissen und meiner Interpretation der Rune beschäftigt.
Ich werde Euch also hier die erste Rune ausführlich vorstellen.

Die Informationen habe ich aus folgenden Büchern:
Eldred Thorsson: Runen
Jan Fries: Helrunar
Freya Aswynn: Die Blätter von Yggdrasil
Igor Warneck: Ruf der Runen

Ich habe alles gesammelt und versucht meine (hoffentlich verständliche) Interpretation daraus zusammen zu stellen.

Außerdem verwende ich auch die Bücher:

Gienger/Bruder: Welcher Heilstein ist das
Petra Sonnenberg: Die spirituellen Kräfte der Bäume

um daraus passende Steine und Pflanzen abzuleiten.

Bei den Runen kommt es sehr auf die eigene Sichtweise und eigene Erlebnisse an. Und man muss ein bisschen "um die Ecke denken" - so kam es mir zumindest vor. Denn nicht immer liegt die Wirkung der Rune nahe bei ihrer Zuordnung. Den Runen werden Steine oder Pflanzen zugeordnet, da gibt's auch genug Literatur dazu. Ich fand nicht alles immer passend bzw.manche Steine passender als "vorgegebene". Also, wer irgendwo das Gefühl hat, er oder sie hätte das schonmal anders gelesen oder gehört: Hier ist viel Eigeninterpretation dabei.

Vielleicht interessiert das Thema ja den/die Eine/ oder Andere/n. Ich find's ganz spannend und bin auch gerade selbst noch dabei mich einzuarbeiten. Vielleicht kann ich dann auch nach und nach mal was zur germanischen Mythologie schreiben oder die Feiertage vorstellen. Wir haben doch glaub ich (oder hatten zumindest) auch mal Leute hier, die z.B.zu Samhain ein kleines (Räucher)Ritual abhalten. Und vielleicht hat ja sonst noch jemand Erfahrungen mit Runen gemacht und möchte sie hier teilen.
++"#

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Lizzy
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 23.09.2012, 15:56

Wochenrune 1: Naudhiz

Götter: Skuld - die jüngste der Nornen; herrscht über die Zukunft, Überbringerin des Todes
Bedeutungen des Wortes: Not, (vom Schicksal auferlegte) Zwänge, Elend; Erlösung, spiritueller Schutz, Notwende/igkeit

Stand im Runen-Alphabet:
naudhiz ist die zehnte Rune des 24er-futhark, oder die zweite Rune im zweiten Aett (die Runen 9-16). Dieses Aett zeigt, wie schutzlos wir den Naturgewalten, wie Sturm, Dürre, Hochwasser,Frost oder der unberechenbaren See ausgeliefert sind. Gleichsam führt sie uns auch durch unsere dunklen Eigenschaften wie Gefühlskälte, Jähzorn, Hass, oder Egoismus. Dies birgt aber auch immer die Hoffnung, all diese Zustände und Ereignisse unbeschadet zu überstehen. Für uns kann es ganz praktisch die Bedeutung haben: "finde das rechte Maß".

Bedeutung der Rune / Interpretation:
naudhiz stellt die kosmische Kraft des Schicksals dar. Ihr Ursprung liegt in der Schöpfung der Nornir – der formenden Kräfte des Schicksals. Die Nornen (von nyrnir = Weberinnen) sind die drei Schicksalsgöttinnen, die aus verschiedenen Kulturen bekannt sind.
Sie weben den Schicksals-/Lebensfaden der Menschen und bestimmen dessen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Rune naudhiz steht für die Göttin Skuld, die jüngste der drei Nornen. Sie herrscht über die Zukunft und sie ist diejenige, die den Lebensfaden des Menschen am Ende zerschneidet.
Das Aussehen der Rune kann auf verschiedene Arten interpretiert werden. So kann es zum Beispiel die Spindel der Nornen zeigen. Es kann aber auch zwei gekreuzte Äste zeigen, aus denen das Notfeuer entzündet wird. Bei den Germanen war es Tradition, an Feietagen wie Beltane, Mittsommer, Samhain oder Mittwinter zwei Feuer in einem Abstand voneinander zu entzünden. Zwischen den beiden Feuern wurde das Vieh hindurch getrieben um so für Fruchtbarkeit und Gesundheit des Viehs zu bitten. Das Feuer steht auch für die Zähmung Lokis, dem Gott des Feuers. Damit soll gezeigt werden, dass die Macht des Feuers hilfreicher ist, wenn man sie intelligent nützt. Das Feuer war bei den Germanen sehr heilig, was sich auch einfach mit dem damals herrschenden Klima erklären lässt. Ein gezähmtes Feuer war lebensnotwendig. naudhiz kann aber auch für eine Unausgeglichenheit stehen – etwas steht nicht ganz gerade, kreuzt sich. Zwei Wege kreuzen sich und man muss entscheiden, welchen man wählen will.
naudhiz wird aufgrund seiner Bedeutung oft als negatives Zeichen gesehen. Oft bringt man es mit Not und Elend in Verbindung. Tatsächlich kann mit naudhiz Not heraufbeschworen werden. Die Rune steht für Kummer, Plagen, harte Arbeit , Nachlässigkeit oder für die eingeschränkte Freiheit durch äußere Umstände (z.B.eine feindselige Umgebung).
naudhiz kündigt aber auch immer einen Wandel an, wobei unklar bleibt wie tiefgehend dieser sein wird.
naudhiz zeigt, dass man an einem Wendepunkt steht. Sie gibt die Chance, die "Flucht nach vorne" anzutreten und selbst handelnd in sein eigenes Schicksal einzugreifen. Sie zeigt, dass man Widerstand (gegen das Schicksal) wagen soll um sein Leben zu ändern, dass nicht einfach den Weg des geringsten Widerstands mitgehen soll. Dieser steht nämlich für die innere Schwäche in eine Menschen. Wer den Weg der geringsten Widerstands geht, kann sich nicht selbst frei nach seinem eigenen Willen entfalten. Widerstand macht stark und Stärke lindert Not, wandelt Stress in Kraft um und stärkt den Willen. Durch diese Kraft des Selbst kann man einen Wandel im Leben herbeiführen. Man wählt hier also an der Kreuzung seinen richtigen Weg.
So wie naudhiz für das sogenannte Notfeuer steht, kann es auch für das im Menschen selbst erzeugte Feuer (für die brennende Not) stehen, das durch Reibung und Widerstand entsteht. Diese Reibungen können innerhalb von Beziehungen auftreten (äußeren und inneren zu sich selbst), man kann Widerstand leisten gegen Dinge, die einem auferlegt werden oder die man sich selbst auferlegt (menschliche Pflichten , seien es materielle oder spirituelle). Hier wird auch die Verbindung zur zugeordneten Göttin deutlich. Skuld steht für die Not oder Schuld, die man selbst hat, wenn man selbst auferlegten Maßstäben nicht gerecht wird – vielleicht auch weil sie zu hoch gesteckt sind. Die Angst vor dem Versagen behindert die eigene Kreativität. Das Erkennen dieser eigenen Schuld ist notwendig, da man aus eigenen Fehlern am Besten lernt.
naudhiz will auch zeigen, dass man sich um eigene Bedürfnisse kümmern soll. Die Not, die man aus der Vergangenheit mit sich trägt, engt die Gegenwart ein und beschränkt die Zukunft. Deshalb sollte man sich fragen, was gerade für einen selbst notwendig ist. Man soll bewusst einen Blick auf die eigenen Bedürfnisse werfen und entscheiden, ob man diesem Bedürfnis nachkommen will oder nicht. Also geht es auch hier um ein aktives Eingreifen ins Schicksal.
naudhiz soll uns also zeigen, dass wir handeln müssen, dass wir die momentane Situation und damit auch unser Schicksal ändern können. Das kann zwar zu Reibungen führen, aber Krisen wie diese fördern den eigenen Willen, die Innovation und das schöpferische Denken. Wer naudhiz positiv sieht und nutzt wandelt sich von einer abhängigen Einzelseele zu einem selbständigen Einzelwesen mit freiem Willen.

Steine, die zu Themen der Rune naudhiz passen:
Granat (Almandin) bringt Widerstandskraft in schwierigen Zeiten, andererseits hilft er auch dabei eigene Ideen gegen großen Widerstand durchzusetzen; roter Jaspis stärkt die Widerstandskraft und den Willen und bringt Stabilität und Tatkraft;
Aktinolith hilft dabei sich neu zu orientieren und seine Ziele zu verfolgen; mit Aktinolithquarz lässt sich der Lebenskurs wenn nötig korrigieren; Staurolith macht offen für Veränderungen und hilft dabei Festgefahrenes aufzulösen,
Türkis hilft uns dabei unser eigenes Schicksal selbst in die Hände zu nehmen und er lässt uns die Ursachen für Glück und Unglück erkennen;

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 23.09.2012, 16:09

Was hat diese Rune nun mir gebracht?

Zunächst einmal habe ich festgestellt, dass ich mich anders mit "notwendigen" Dingen auseinandersetzen muss. Notwendig ist für mich vor allem meine Arbeit zuhause (Unterricht vorbereiten). Da ich im vergangenen Jahr viele Probleme hatte, ist es nicht einfach für mich gewesen neu durchzustarten. Ich denke die Rune hat mich dabei unterstützt. Die erste volle Unterrichtswoche dieses Schuljahr, und einfach mal loslegen. Im Gegensatz zum letzten Jahr ist es auch eine völli neue Arbeit/Schulart...also ist eine große Änderung eingetreten. Ich konnte die ganze Woche sehr entspannt alles Notwendige zuhause erledigen. Ich habe das Festgefahrene aus dem letzten Jahr glaub ich ganz gut ablegen können und ich kann jetzt auch endlich als eigenständige Person arbeiten (habe auch ein paar wichtigere Aufgaben bekommen, für die nur ich verantwortlich bin) Auch an Tagen, an denen viel los war und ich erst dachte, das wird nix heut, hat alles geklappt wie es soll.
Zu diesem Thema habe ich in den letzten Monaten sehr viel mit meinem Schicksal gehadert und hatte nicht den Mut und die Kraft manches anders zu machen. Hier hat mich die Rune eindeutig unterstützt und mir so einen guten Neustart ermöglicht.
Dann habe ich mich gefragt, ob sich die Not nicht nur auf den Träger der Rune bezieht, sondern auch auf den Umgang mit Leuten "in Not"??? Ich habe den Kontakt zu einer Person in der Umgebung aufgenommen, der es nicht gut geht zu Zeit und ich hatte den Eindruck ich habe dieser Person ein wenig aus der Not heraushelfen können.
Und dann...bin ich Bedürfnissen nachgekommen? Habe ich mich an der Kreuzung für einen neuen Weg entschieden? Oder sind manche Kontakte für mich einfach notwendig?
Ich habe zu einem lieben Freund neuen Kontakt aufgenommen und wir konnten Dinge klären, die jetzt seit fast 4 Jahren zwischen uns standen und uns daran gehindert haben, wieder so vertrauensvoll miteinander umzugehen, wie wir es einmal konnten.
Außerdem hab ich zu ehemaligen Kolleginnen Kontakt aufgenommen, einfach mal um sich zu treffen, sich auszutauschen... zwischenmenschlicher Austausch...für mich wohl sehr notwendig, nachdem ich auch den in den vergangenen Monaten vernachlässigt habe. Ich konnte sozusagen dank der Rune erkennen was grade nicht so läuft, was ich brauche, wo es nötig ist umzukehren.
Sehr passend für mich persönlich war, dass die Not, die man aus der Vergangenheit mit sich herumträgt sowohl Gegenwart als auch Zukunft einengen kann. Ich glaube die Rune hat am besten für meinen Neustart gepasst.
Zuletzt geändert von Lizzy am 14.12.2012, 13:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Juli » 23.09.2012, 18:38

Das war ein unglaublich interessanter Beitrag - ich danke dir sehr dafür, auch für deine offene Interpretation. Ich würde mich freuen, weitere Erfahrungsberichte zu lesen. Leider hab ich selber grad weder die Zeit, noch die Energie mich in die Runen einzuarbeiten, da macht mir das so nebenbei Lernen viel Spaß!

Es freut mich, dass es für dich scheinbar eine sehr erfolgreiche Woche war! +#
Liebe Grüße
Juli

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 23.09.2012, 19:47

+._-{### Also die nächste Rune hab ich schon in der Hosentasche, da werd ich mich dann nächstes Wochenende damit beschäftigen. Aber wenn bis dahin hier andere auch ihre Runen-Erlebnisse und -Ideen beitragen möchten, ist das gern gesehn. Vielleicht entwickelt sich ja mit der Zeit hier auch eine kleine Diskussionsrunde.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Klaus60 » 24.09.2012, 08:39

Hallo Lizzy,
ist eine recht interessante Sache mit der Du Dich beschäftigst.
Ich habe mich mehr mit Runensteinen und deren Inschrift befast,
so wie diese im norden Europas noch zugänig und lesbar sind.
Auch sind in den letzten 10 Jahren viele verschwunden und keiner
weis wohin.
Leider kann man in diesem Land sehr schnell ins "Fettnäpfchen" treten
und mit den ewig gestrigen in Verbindung gebracht werden.
Die jenigen die am wenigsten wissen schreien am lautesten.

Es grüßt
Klaus

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 24.09.2012, 15:23

Hallo Klaus,

ja es ist sehr schade, dass die Runen immer gleich mit einem dunklen Teil unserer Geschichte in Verbindung gebracht werden. Deshalb hab ich das auch in meinem Bekanntenkreis noch nicht weiter öffentlich gemacht, dass ich mich damit beschäftige.

Würd mich auch mal interessieren solche Runensteine zu sehen und mich etwas näher mit den Inschriften zu beschäftigen. Sprachen und Sprachgeschichte find ich auch sehr spannend - hab ja Englisch studiert und da auch einiges über das Altenglische gelernt (es gibt ja ein Altenglisches Runengedicht, in der jede Rune beschrieben ist). Vielleicht ergibt sich ja mal die Möglichkeit irgendwohin zu reisen, wo man sowas finden kann.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Klaus60 » 24.09.2012, 16:51

Hallo Lizzy,
Runen Steine findet man recht "häufig" auf alten Friedhöfen in Norddänemark und
Südostschweden und auf den Ostsseeinseln.
Im Jahr 1997 hatt die Deutsche Bundespost eine Briefmarke Heinrich Heine heraus
gegeben.Auf dem Rand des 10er Bogens war in den Eckfeldern die Rune Algiz(Elch),
warum weis ich nicht.Diese Rune war Stein des Anstoßes und die Marken mußten
zurück gezogen werden und neu gedruckt werden ohne Rune.
Da weis man nicht was man davon halten soll.
Viele Menschen wissen da überhaupt nicht bescheid,aber man kann ja erst mal
der Sache viel andichten,genau so ist es ja mit der Winkelschrift der Freimauer.

Es grüßt Dich
Klaus

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 28.09.2012, 14:33

Wochenrune 2: Perthro

Götter: Frigg – die Begleiterin des Odin, Göttin der Geburt und des Spinnens, Perchta (Frau Holle)
Bedeutungen des Wortes: Gebärmutter, Brunnen, Quelle der Inspiration, Geborgenheit bei der Mutter, Einweihung, Wissen

Stand im Runen-Alphabet
perthro ist die vierzehnte Rune des 24er-futhark, oder die sechste Rune im zweiten Aett, dem Aett von Hagalaz. Es ist Odin geweiht. perthro steht in der Mythologie für den Brunnen Mimirs, an dem Odin sein Auge opferte, um das Wissen um den Gebrauch der Runen und das Wissen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu erhalten.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
perthro ist eine sehr geheimnisvolle Rune. Die Göttin, die mit ihr verbunden wird ist Frigg. Frigg ist die Göttin des Spinnens, sie stellt den Faden her, aus dem die Nornen die Lebensfäden der Menschen knüpfen, daher ist diese Rune also fest mit allem was die drei Nornen und das Schicksal betrifft verbunden. Frigg ist auch die Göttin der Geburt. Das Thema Geburt ist sehr wichtig bei perthro. Rein optisch steht die Rune auch für die Gebärmutter. Wer bei der Arbeit mit Runen die sogenannte Runeneistellung einnimmt, kauert sich hier in Embryonalstellung auf den Boden. Das heutige englische Wort "birth" (Geburt") lässt sich vom altenglischen peorð ableiten. Das Thema Geburt kann auch im übertragenen Sinne betrachtet werden. So steht perthro für die Initiation, für verborgenes (noch nicht geborenes) Potential, das im Inneren von uns schlummert. Die Arbeit mit perthro führt uns zu Begabungen, die sich noch nicht manifestiert haben, zu Aspekten unseres eigenen Selbst, die noch in uns verborgen liegen und darauf warten von uns ans Tageslicht gebracht zu werden (geboren zu werden). perthro zeigt uns, dass wir ein großes unbewusstes Wissen in uns haben und es ist auch ein Zeichen dafür, dass unsere innere Stimme uns schon darauf hingewiesen hat, dieses innere Wissen zu entdecken und zu nutzen. Manchmal kann es sein, dass dieses unbewusste Wissen durch seltsame "abgedrehte" Eingebungen versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Wenn wir diese Eingebungen ernst nehmen und zu nutzen verstehen, dann werden wir die Suche nach unserem großen Wissen auch erfolgreich meistern. In diesem Zusammenhang steht die Geburt für unsere schöpferische Kraft, aus unserem alten Wissen etwas zu machen.
In Verbindung mit dem alten Wissen steht perthro auch für die alte germanische Glaubenswelt. Mit dieser Rune können wir tiefer in diesen Glauben eindringen und Neues lernen.
Im Zusammenhang mit unserer unbewussten Weisheit kann perthro auch bedeuten, dass man zur Zeit ein eingeschränktes Blickfeld hat und dass man versuchen soll, mit Hilfe der Rune zum wahren Wesen der Dinge vorzudringen.
Dafür brauchen wir auch Visionen, diese macht perthro möglich. Mit Hilfe von perthro können wir nach schwierigen Zeiten neu geboren aus der Asche steigen.
Die Göttin Frigg ist auch die Begleiterin des Odin. Anders als er kennt sie jedoch bereits die Bedeutung der Runen und sie kennt auch die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie verrät sie jedoch nicht. Sie wird auch die Göttin genannt, die "alles weiß, aber nichts spricht". Sie hat das vollständige Wissen über das Schicksal aller Menschen und Dinge und besitzt einen reichen Schatz an magischem Wissen. perthro als Symbol kann daher auch ganz einfach für den Runenbeutel stehen, aus dem man die Zeichen zieht, mit denen man Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft deuten kann.
Eine weitere Göttin, mit der perthro in Verbindung gebracht wird, ist die Göttin Perchta. Sie ist eine lokale Erscheinungsform der Göttin Frigg. Perchta reitet mit Odin die wilde Jagd, die während der zwölf Rauhnächte stattfindet.. Der Sage nach hütet Perchta den Brunnen oder Teich, in dem sich die noch nicht geborenen Seelen befinden.. Fleiß und Hilfsbereitschaft belohnt Perchta zum Beispiel durch das Verschenken von goldenen Fäden und Flachknoten für Spinnerinnen – hier ist also ebenfalls wieder die Verbindung zu den drei Nornen und dem Schicksal deutlich zu sehen. Faulheit bestraft Perchta, indem sie den Faulen in einem Brunnen versenkt. Sehr auffällig ist sowohl bei Lob als auch Bestrafung die Ähnlichkeit zu einer anderen Sagengestalt, die in einem bekannten Märchen auftritt: Frau Holle. Tatsächlich ist dies die mitteldeutsche Entsprechung der eher slawisch geprägten Faru Perchta. Desweiteren lässt sich eine Ähnlichkeit zwischen den Namen Perchta und Ruprecht erkennen. Knecht Ruprecht gilt als eine Erscheinungsform des Odin und tritt ebenfalls wie Perchta vor allem in den Wintermonaten auf.
Wenn perthro umgekehrt auftritt, kann dies bedeuten, dass der freie Fluss unserer Energie blockiert ist. Die Folge davon sind Sucht (die Chaos, Zerstörung und Verwirrung hervorruft), Stagnation, Einsamkeit, Freudlosigkeit, Unbehagen und ganz allgemein eine Vergeudung der Lebenskraft.
Positiv zeigt perthro jedoch, das das Schicksal günstig ist. Die Rune steht für den Brunnen des Wissens aus dem wir mit ihrer Hilfe schöpfen können.

Steine und Bäume, die zu Themen der Rune perthro passen:

Der Achat steht für Geborgenheit, er gilt als Schwangerschaftsschutzstein für Mutter und Kind (v.a.Wasserachat), außerdem gibt es Achate mit sogenannter Gebärmuttersignatur, die für diesen Bereich gut und hilfreich sind.
Diotpas lässt den eigenen inneren Reichtum bewusst werden und der Turmalin kann unterstützen, wenn man sein eigenes Potential entwickeln (geburtsbereit machen) und ausschöpfen (gebären) möchte.
Mondstein ist ein Frauenstein und ist daher für das Thema Geburt bestens geeignet.

Bei negativem Auftreten von perthro hilft Dumortierit bei der Bekämpfung von Süchten, Tigereisen stärkt die Lebenskraft und Variscit , der Muntermacher, belebt und hellt die Stimmung auf.

Die Buche, ein ausgesprochen weiblicher Baum ist für alles im Zusammenhang mit Geburt hilfreich.
Die Douglasie vermittelt Urkraft und Schutz und kann ebenfalls zum Thema Geburt" befragt werden.
Die Eibe steht für die Weisheit. Sie kennt das Geheimnis von Leben und Tod (hat also ähnliches Wissen wie Frigg) und kann dem Ratsuchenden Einblick in sein Unterbewusstsein geben und bei der Entwicklung seines tiefsten Wesens unterstützen (eine Art Geburtshelfer sein). Die Eibe steht in vielen Kulturen auch für den Baum des Lebens oder Weltenbaum, in der germanischen Mythologie also für den Baum Yggdrasil, an den Odin sich einst für mehrere Tage gehängt hatte um das Geheimnis der Runen zu erfahren.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 28.09.2012, 14:47

Woche zwei ist also vorbei und ganz ehrlich war ich dann schon froh, als ich gestern abend das Beutelchen aus der tasche nehmen konnte und heute meinen "Runen freien Tag" hab. Sie hat mich nämlich etwas über den Haufen geworfen. Und als ich heute morgen das Rätsel löste, konnte ich mir zunächst keinenReim drauf machen.

Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass das was in der Woche zuvor gut lief plötzlich "ausgebremst" wurde. Bisschen faul bin ich daheim rumgegammelt und hab eigentlich gar nicht soooo gern was gearbeitet. Unterrichtsvorbereitungen liefen eher kurz ab und irgendwie ein bisschen "lieblos".
Gleich am Samstagabend - also am ersten abend mit der Rune stellte ich fest, dass ich ziemlich müde war. Um 8 ist es dunkel und bei mir stellte sich automatisch so ein "Winter-Kuscheldecke-Sofa-Tee-Stimmung" ein. Und die blieb die ganze Woche. Nach dem Abendessen war ich platt und hing nur so auf dem Sofa herum. Interessanterweise wirkte das auch auf meinen Freund und so hatte ich das Gefühl, dass irgendwas um uns herum uns ausbremst und alles langsamer macht. Es war auch kein gemütliches Entspannungsgefühl, sondern irgendwie anders. Von Sonntag auf Montag schliefen wir beide schlecht und auch das zog sich durch die ganze Woche. Also waren wir jeden Tag müder...

Ab Dienstag gesellten sich bei mir dann Halsschmerzen dazu...blieben auch die ganze Woche und wurden weder besser noch schlechter, egal was ich tat.

Ganz klar: die negative Seite von Perthro: erst stagniert alles, dann wird es schlechter, die Lebenskraft schwindet. Und am Donnerstag kam dann auch noch die Freudlosigkeit dazu...ich war richtig niedergeschlagen.

Andererseits war aber irgendwie auch das Thema "verborgenes Wissen ans Licht bringen" dabei. Mein aktuelles Buch dieser Woche: Stein und Blüte, da geht's um die Verwendung von Steinen und bachblüten zusammen. Also Thema Steine-Wissen vertiefen.
Natürlich auch die Runen...immer wieder hab ich versucht neues rauszufinden, habe abends Zeit in einem Runenforum verbracht. Da kam ich dann auch auf die alte germanische Glaubenswelt. Am vergangenenSamstag war ja herbstanfang, also die Tagundnachtgleiche, die bei den Germanen und Kelten wie heute das Erntedankfest gefeiert wurde und dort "Mabon" hieß. Zum ersten Mal habe ich diesen Tag bewusst wahrgenommen und gehe auch seitdem mit offenen Augen draußen durch den Herbst. ich sehe viel mehr, als ich bisher gesehen habe bzw. ich nehme plötzlich den Herbstbeginn ganz anders wahr als vorher.
Vielleicht hab ich auch deshalb dieses Mal so viele passende Bäume für die Rune gefunden und weniger Steine...???

Ansonsten gab es zumindest einen kreativen "Anfall": am Dienstagmorgen beim Frühstück um halb 7 hatte ich plötzlich den ganzen Kopf voll mit Kettel-Ideen. Auf der Fahrt zur Arbeit hab ich mir ne große Liste geschrieben was ich brauch und abends ging dann eine Großbestellung raus...das verborgene? Die "komische Inspiration/Eingebung"? Ich träum ja davon, mit den Ketten irgendwann mal ein bisschen was dazuverdienen zu können. Und noch was, was zu diesem Thema passen könnte: die letzten Tage hab ich fleißig Urlaubskataloge mit heimgebracht. Nächstes Jahr wollen wir im Sommer wieder größer verreisen. Bei einer Esoterikmesse kürzlich hab ich eine astrologische Beratung machen lassen - dort wurde mir gesagt, dass die Reise nicht nur zur Entspannung diesen wird, sondern auch zum Lernen. Die letzten Tage hat mich das gepackt und ich hab mal alles mitgebracht, was uns so im Kopf herumspukt an Reisezielen...und da ist durchaus auch manches dabei, was mich weiterbringen könnte bei meinen Hobbies...mal sehen.

Was noch interessant ist: perthro gilt genau wie naudhiz (von letzter Woche) als Schicksalsrune, beide haben mit den Nornen zu tun und es geht auch hier drum, irgendwas unter/unbewusstes zu bemerken, daran zu arbeiten...das Schicksal vllt zu ändern. Perthro kann dann eingesetzt werden, wenn zuviel Widerstand (naudhiz) da ist, um wieder ausgleichend zu wirken. Dann war wohl perthro diese Woche kein Zufall...

Jedenfalls war auch das wieder ein sehr interessantes Erlebnis und diesmal eher eine anstrengende Woche. Ich habe mir zwischendurch wirklich überlegt, die Rune einfach wegzulegen, aber ich wollte das schon gerne so beenden wie ich mir das vorgenommen hatte.
Und da es mir heute auf jeden Fall besser geht und ich auch kein Halsweh mehr hab und auch so wieder ganz gut drauf bin, muss das wirklich die Rune gewesen sein und keine beginnende Erkältung.
Zuletzt geändert von Lizzy am 14.12.2012, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 10.10.2012, 16:02

Wochenrune 3: Fehu

Götter: Frey/Freyja -> Fruchtbarkeit, Njörd -> bei finanziellen Problemen
Bedeutungen des Wortes: bewegliches Eigentum, Vieh, Geld, Gold, Energie, Fruchtbarkeit, kosmisches Feuer, Erschaffung < -> Zerstörung, Chaos

Stand im Runen-Alphabet:
fehu ist die erste Rune im Alphabet, die erste Rune des ertsen Aett. Mit diesem Aett steht die Ebene der Schöpfung in Verbindung, die das gesamte Universum entstehen ließ. fehu steht für das Feuer von Muspelheim. Die darauf folgende Rune uruz verkörpert das Eis von Niflheim. Diese beiden Welten trafen am Anfang aufeinander, aus dem Konflikt zwischen Feuer und Eis entstand alles was existiert.
Bedeutung der Rune / Interpretation:
archetypische Energie der Bewegung/ Ausdehnung, Kraft aus Muspelheim -> Erschaffung der Welt, kreativ immer gegenwärtig <-> destruktiv während Ragnarök (der "Götterdämmerung", zerstörerische Kräfte), Quelle des kosmischen Feuers aus dem Midhgard hervorging, allumfassende/allgegenwärtige Macht, harmonisches Zusammenwirken von Erschaffung und Zerstörung -> dynamische, evolutionäre Kraft, ewiges Werden, bewegliche Form der Macht, Grundlage eines jeden Anfangs, auf ein Ziel gerichtete expansive Kraft,
Erfolg, Reichtum (auch im übertragenen Sinne: Wissen / guter Ruf), Neubeginn; Umsicht, weiser Umgang (mit Reichtum), großzügig teilen (Reichtum und Wissen), die Quelle der eigenen Macht liegt unter der Oberfläche des Bewusstseins, große Energie, neues (Liebes-)Leben.
fehu ist ein Energielieferant, unterstützt das eigene Feuer -> Die Rune sollte jedoch nur in Maßen verwendet werden (-> negativ: zu viel Feuer = Durchbrennen), wenn man nervös oder fahrig wird sollte die Rune nicht mehr angewendet werden. Die Energie, die fehu gibt, muss in Tatkraft umgewandelt werden (man muss selbst tätig werden).
fehu gibt neue Inspiration und wirkt stärkend auf Psyche und Immunsystem
fehu beinhaltet vor allem weibliche Potentialität (Muttergöttin -> nordische Mythen von der Erschaffung der Welt);
fehu unterstützt die Fähigkeit des Individuums Reichtum zu schaffen und zu bewahren, sie ist auch die Kraft die dem Individuum zur Zeit der Befragung zur Erlangung von Reichtum zur Verfügung steht (z.B. wenn gegenwärtige finanzielle Lage und Entwicklung gefragt wird).
Zu viel fehu/falscher Umgang kann zu Gier, Ausbrennen, Schwäche, Armut, Entfremdung, Habgier, Neid und Streit führen; wenn die Energie von fehu nicht zirkuliert wird die Kreativität ausgebremst und Hindernisse blockieren die Lebenskraft...

Steine und Bäume, die zu Themen der Rune fehu passen:

Granat - Almandin, Tigereisen (Lebenskraft), wilder Apfel (unbezähmbare Kraft, Symbol der Freyja, Fruchtbarkeit, Überfluss/Reichtum), roter Jaspis, Hämatit (Energie in Tatkraft umwandeln = regt vorhandenes fehu an), grüner Jaspis (beruhigt bei zu viel Energie = zu viel fehu), Hemimorphit (macht ruhig und friedvoll, zügelt die wilde Energie = zu viel fehu), Granat – Pyrop (Potenz, Stärke, Mut, Reichtum, Neubeginn), roter Aventurin (Kraft, Stärke), Charoit (Energie in Tatkraft umwandeln), Calcit (Energie inTatkraft umwandeln) v.a.grüner Calcit (bei Blockade der Lebenskraft = zu wenig fehu), Karneol (Energie in Tatkraft umwandeln), Feueropal (Energie in Tatkraft umwandeln), Kiefer (Kraft, Fruchtbarkeit, Geburt; auch: Erinnerungen an alte Zeiten), Linde (zügelt wilde Kraft = beruhigend/ausgleichend bei zu viel fehu), Schwarzerle (der Baum, der für fehu steht, die ungezügelte Energie), Douglasie (Urkraft, Geburt, weiblich – Freyja), Diamant (Urfeuer)
Bronzit (gegen Stress = zu viel fehu) ! Brekzien-Jaspis verstärkt das Ausbrennen !
Topas (Bewusstwerden des inneren Reichtums), v.a. Imperialtopas (vom inneren Reichtum geben), Schutz: Birke (Birkenzweige wurden über die Stalltüre gehängt um das Vieh vor Hexerei zu schützen, schützt fehu)

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 10.10.2012, 16:12

Nach dem Erlebnis mit der zweiten Rune brauchte ich erst ein paar Tage Pause. Deshalb geht heute erst die dritte Testwoche vorbei.

Gemütlich zum Feiertag habe ich mir wieder eine Rune in die Tasche gepackt. Am ersten Tag war nichts besonderes los. Am Donnerstag kam meine neue Kettelmaterial-Bestellung an. Da hab ich den Abend natürlich bastelnd verbracht. Doch hier begann fehu schon zu wirken. Und ich hatte eindeutig zuviel davon erwischt. Ich konnte meine Hände kaum ruhig halten, und das bei diesem Fisselkram mit den kleinen Steinperlen und den verschlüssen...dauernd ist irgendwas vom Tisch gerollt, vom Faden gerutscht, aus meinen Händen gefallen...ich wurde immer nervöser und hätt nach einer Weile am liebsten alles in die Ecke geworfen. Da dacht ich schon irgendwie "das wird doch nicht an der Rune liegen"...

Die Nervosität legte sich dann über die nächsten beiden Tage, aber es stand die ganze Woche definitiv Feuer und Energie im Mittelpunkt. So richtig ruhig hinsitzen konnt ich eigentlich kaum. In Tatkraft umwandeln konnte ich dann vor allem meine neuen Kettel-Ideen. Nachdem sich meine Hände wieder auf die Arbeit konzentrieren konnten, ist einiges entstanden.

Mit der Rune in der Tasche hab ich mich sehr wohl gefühlt und hab mir auch überlegt ob ich die Testphase verlängere...aber neugierig auf Neues bin ich halt auch...
Zuletzt geändert von Lizzy am 14.12.2012, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Juli » 11.10.2012, 14:57

Hallo Lizzy,
wie immer sehr spannend - vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung!

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 25.10.2012, 15:42

Wochenrune 4: Gebo

Götter: Odin, Thor
Bedeutungen des Wortes: Gabe, Geschenk, (Schenkender/Beschenkter), Gastfreundschaft, Opfer, Ausgleich, Austausch, Harmonie

Stand im Runen-Alphabet
gebo ist die siebte Rune des 24er-futhark, die siebte Rune im ersten Aett, dem Aett der Schöpfung. gebo steht für das Geschenk des Lebens, das nach der Mythologie zwei Bäumen in Menschengestalt von den Asen (den germanischen Göttern) gegeben wurde.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
gebo ist eine Rune, die vor allem für den Ausgleich, die Harmonie zwischen zwei entgegengesetzten Energien. Optisch wird dieser Ausgleich durch die beiden gekreuzten Balken dargestellt, die auf jeder Seite gleich lange Arme haben.
Im nordeuropäischen Brauchtum war der Austausch von Geschenken, das gegenseitige Geben und Nehmen, eine sehr wichtige und ernste Angelegenheit. Man verpflichtete sich damit gegenseitig, traf Vereinbarungen, zog Grenzen oder schloss Verträge und Verlobungen. Hier wurde die Rune auch mit dem Gott Thor in Verbindung gebracht, der für Heiratsverträge und Grenzmarken zuständig war. Auch heute noch gilt das Zeichen X unter einem Brief als Symbol für einen Kuss.
Die Bedeutungen "Ausgleich" und "Austausch" zeigen, dass das gegenseitige Geben und Nehmen sehr wichtig war. Zu geben wurde sogar höher eingestuft als zu nehmen. gebo bringt unausgeglichene Zustände wieder ins Gleichgewicht und harmonisiert entgegengesetzte Energien.
Als passendes Sprichwort könnte man dieser Rune den Spruch "Alles hat seinen Preis" zuordnen. Dies soll ausdrücken, dass immer ein Austausch stattfinden muss. Auf eine Gabe muss immer eine Gegengabe folgen. Dies heißt jedoch, dass für eine Seite auch einmal eine "negative" Gabe nötig ist. Diese Gegengabe ist auch das Opfer, das man bringen muss (im positiven sowie im negativen Sinne).
Der Austausch kann entweder zwischen Menschen oder zwischen Menschen und Göttern stattfinden. Austausch steht hier auch für "sich austauschen", also zum Beispiel für den Austausch von Wissen.
Das Opfermysterium ist ein sehr wichtiger Bestandteil der germanischen Mythologie. Die Götter machen der Menschheit ein Geschenk – zu Beginn der Schöpfungsgeschichte handelt es sich um das Leben an sich. Außerdem übergeben die Götter letztendlich den Menschen die Macht über die Welt. Durch den dauernden Austausch zwischen Menschen und Göttern (das Opfer an die Götter) wird in der Mythologie die kosmische Macht aufrechterhalten.
gebo steht auch für die Macht, die es schafft, Menschen zusammen zu bringen, die ein gemeinsames Ziel erreichen wollen. In der germanischen Gesellschaft war dies zum Beispiel das Gefolgssystem. Die Rune kann aber auch für die schöpferische Kraft stehen, die die Vereinigung von Menschen hervorbringt. In diesem Fall steht sie auch für die Vereinigung von Mann und Frau – daher wurde und wird gebo auch für Liebeszauber verwendet.
Wichtig ist bei gebo auch alles, was mit schenken und Geschenken zusammenhängt. gebo steht sowohl für den Schenkenden als auch für die beschenkte Person, genauso wie für den Vorgang des Schenkens und für das Geschenk als Objekt. Das Geschenk kann sowohl etwas Materielles, als auch ein spirituelles Geschenk (zum Beispiel "Wissen" und mythologische Dinge) sein..
Ein Geschenk steht im übertragenen Sinne auch für Großzügigkeit. Damit verbunden ist die Gastfreundschaft, die in der germanischen Gesellschaft sehr wichtig war.
gebo als einzelne Rune gezogen kann auch ein Hinweis auf eine besondere magische Begegnung sein (bei der zum Beispiel neues spirituelles Wissen erworben wird – man bekommt es von den Göttern oder einer weisen Person geschenkt). Es heißt auch, dass man sich um seine speziellen Gaben in allen Bereichen kümmern soll, dass die Zeit gerade gut ist, um über manche Gaben Neues zu lernen, bisheriges Wissen zu vertiefen. Außerdem steht es auch für den Ausgleich zwischen Geben und Nehmen, der wieder hergestellt werden muss – zum Beispiel durch das Begleichen von Schulden, oder indem man Hilfe von Anderen annimmt.
Die negative Seite von gebo steht für gekauften Einfluss – man trifft auf jemanden, der mit Hilfe von Geschenken Einfluss erkaufen will. Gier, Armut oder Einsamkeit steht für eine Blockade von gebo. Auch zu große Opfer oder Abhängigkeit zeigen, dass gebo nicht im richtigen Fluss ist. Man soll klug geben und nicht alles was man hat, man soll sich nicht von Geschenken abhängig machen, da immer Gegengeschenke erwartet werden. Auch wer immer nur nimmt und nicht gibt, muss früher oder später einen psychischen Ausgleich hinnehmen. Außerdem kann gebo auch als Warnung vor finanziellen Abhängigkeiten auftreten. Möglicherweise wird die finanzielle Lage der fragenden Person zuerst schlechter und dann erst besser.

Steine und Bäume, die zu Themen der Rune gebo passen:

Für den Ausgleich gibt es mehrere Steine. Amazonit wirkt ausgleichend und harmonisiert Verstand und Intuition. Ametrin harmonisiert die Gehirnhälften und das Zusammenspiel der Organe. Chrysokoll steht allgemein für Ausgeglichenheit.
Auch Jadeit und Hyperstehn schaffen allgemein Ausgleich und Balance und der Turmalinquarz bringt Gegensätze wieder in Harmonie.
Besondere Bäume sind zum Beispiel die Eiche, die für die Ausgeglichenheit steht. Rosskastanie, Edelkastanie und Zitterpappel symbolisieren Harmonie. Die Edelkastanie steht darüber hinaus auch für Vereinigung und Freundschaft und gibt nicht zuletzt dem Menschen mit ihrer Frucht ein Geschenk, von dem er sich ernähren kann. Lärche und Zitterpappel wirken ausgleichend und die Trauerweide ist ein Symbol für harmonisches Familienleben.
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 25.10.2012, 15:56

Wie habe ich nun die Zeit mit gebo erlebt? Ich muss dagen, dass ich schon vor Ablauf der Woche das Experiment beendet habe. Eigentlich hatte ich keine besonderen Erlebnisse, die ich auf die Rune bezogen hätte. Nachdem ich dann mein Beutelchen geöffnet und die Rune rausgezogen habe, dachte ich bei mir "eigentlich hätt ich auch so draufkommen können". Ich hatte gebo für die Woche gezogen, in der ich Geburtstag hatte :wink: Dementsprechend traf die wichtige Bedeutung "Geschenk" schonmal zu und natürlich auch alles was damit zu tun hat. Auch die Gastfreundschaft hat gepasst, da wir uns mit der ganzen Familie nachmittags zum Kaffeetrinken getroffen haben.

Was mir noch passiert ist in der Woche: Ich habe mir meinen Daumen ganz übel zwischen einen Tisch und den Türrahmen eingeklemmt. Zum Glück ist er nicht gebrochen, aber ich habe jetzt nach fast einer Woche immer noch Probleme ihn zu bewegen und an manchen Stellen ziemliche Schmerzen. Immerhin sind die blauen Flecken von der Quetschung mittlerweile wieder weg.

Wenn man dieses Ereignis auch auf die Rune beziehen möchte, dann passt es für mich am Besten zum Begriff "Opfer". Scheinbar musste ich für irgendetwas ein Opfer bringen oder es wurde ein Ausgleich hergestellt. Passiert ist das ganze in einer Musikprobe in meinem Verein. Mit dem hatte ich bis vor kurzem einige Probleme und ich hab mich seit Monaten vor dem aufräumen nach der Probe gedrückt. Jetzt dachte ich "ok, packst mal wieder mit an"...und prompt war der Finger dazwischen. Musste hier ein Ausgleich her? Oder die "Strafe" für meine negative Einstellung in der letzten Zeit?
Oder war es ein Opfer an die Götter? Schließlich habe ich in der letzten Zeit durch meine Arbeit mit den Wochenrunen sehr viel Wissen über die Runen, die Mythologie und die Götter erfahren. Aber ich habe mich nie dafür bedankt. ich hab schon oft gehört und gelesen, dass man sich bedankt..bei den Bäumen, den Wesen im Wald, bei Engeln...und eigentlich auch bei den Göttern. Gebo ist ja auch Odin zugeordnet, dem höchsten germanischen Gott. Hat er sich sein Opfer so "geholt", weil ich mich nie bedankt habe? Immerhin hat Odin selbst - laut der germanischen Mythologie - sogar ein Auge opfern müssen, um das gesamte Wissen über die Runen und die Welt erfahren zu dürfen.

Nach dem Erlebnis hab ich mich nicht mehr ganz so gut mit der Rune gefühlt, obwohl ich ja noch nicht wusste, welche ich im Beutel trage. Meine Mama hat mich dann auch noch verunsichert, weil sie (und auch der Steinemann ihres Vertrauens, dem sie von meinen Selbstversuchen erzählt hat), sich Gedanken gemacht hat, ob das wirklich ne ganze Woche sein muss...vor allem wenn man so was erlebt, oder wenn es mir (wie in der zweiten Runenwoche) einfach damit nicht gut geht. Also hab ich sie nach 4 Tagen weg gelegt und nach nochmal 2 Tagen Pause dann angeschaut.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 10.11.2012, 19:31

Wochenrune 5: Tiwaz

Aus dem altenglischen Runengedicht:
Tir ist ein leitender Stern, der den Prinzen Treue hält.
Er ist immer auf seinem Weg
über den Nebeln der Nacht, und versagt nie.

Götter: Tyr

Bedeutungen des Wortes: Gerechtigkeit, Würde, Zielstrebigkeit, Kampf, Pfeil, Speer, Tatkraft, Vorwärtsstreben

Stand im Runen-Alphabet
tiwaz ist die siebzehnte Rune des 24er-futhark, die erste Rune im dritten Aett, dem Aett des Gottes Tyr, oder auch dem Aett der Menschen.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Schon auf den ersten Blick fällt dem Betrachter eine der Hauptbedeutungen der Rune tiwaz auf. Sie sieht aus wie ein Pfeil, oder Speer, der aufgerichtet dasteht und zum Himmel zeigt. Wofür steht nun das Symbol des Pfeils? Einmal ist es das Attribut des Gottes Tyr, des ältesten namentlich überlieferten Gottes der germanischen Mythologie. Im Altenglischen und Altnordischen trägt die Rune sogar den gleichen Namen wie der Gott. In der Germania von Tacitus wird er mit dem römischen Gott Mars gleichgesetzt. Das Pfeilsymbol der Rune tiwaz entspricht auch dem astronomischen Zeichen für den Planeten Mars. Tatsächlich ist Tyr auch der Gott des Kriegs. Er unterscheidet sich zu Mars jedoch in der Hinsicht, dass er auch gleichzeitig der Gott des Rechts und der Gerechtigkeit ist, und er daher nur für Kriege einsteht, die geführt wurden um Gerechtigkeit wieder herzustellen. (Krieg = "vápnadómr" = Rechtsprechung durch Waffen). Man geht davon aus, dass Tyr der älteste Gott der nordischen Mythologie ist und daher zunächst die Funktion innehatte, die später Odin übernahm, nämlich die des Himmelsgottes oder Allvaters. In der germanischen Mythologie opfert Tyr eine seiner Hände, um den Fenriswolf durch die magischen Fesseln binden zu können.
Tyr – auch Zio genannt – hat ein weibliches Ebenbild, die Göttin Zisa. Über sie ist nicht viel bekannt. Der Autor Jan Fries interpretiert Tyrs Rolle in einer interessanten Weise:
Der Name Tyr, oder Tiwaz stammt von dem Wort "Twisto" ab, was soviel wie "Zwitter" bedeutet. So vereinte Tyr zu Beginn beide Geschlechter in sich. Durch die Opferung seiner Hand gibt er einen Teil – den weiblichen – von sich ab. Er wird zu einem rein männlichen Gott. Ein wichtiges Symbol der Weiblichkeit, nämlich den Zyklus und die Menstruation, verliert er damit. Es wird dadurch ersetzt, dass Tyr nun zu einem Gott des Blutvergießens, also des Krieges, wird.
Interessant ist, dass die Rune, die auf tiwaz folgt eine sehr weibliche Rune ist. berkana steht auch für die Muttergöttin und zeigt auch hier einen Zusammenhang. Der Himmelvater und die Erdgöttin zeugten zusammen Menschen und Tiere (die dritte und vierte Rune des 3. Aett)
Das Pfeilsymbol von tiwaz steht außerdem für die Eisenzeit. In dieser Zeit konnte man bessere Werkzeuge und auch Waffen herstellen, was dazu führte, dass die Kriegführung eine Andere wurde. In dieser Zeit entwickelten sich auch innerhalb der Gesellschaft neue Konzepte von Herrschaft und Gerechtigkeit. Der Gott Tyr wurde über einen langen Zeitraum bei allen Arten der Rechtsprechung, bei Vertragsabschlüssen oder beim Ablegen von Eiden angerufen.
tiwaz zeigt aber nicht nur den Speer oder Pfeil. Mann kann die Rune auch als Irminsul (Weltensäule in der germanischen Mythologie, auch ein Zeichen für Yggdrasil, den Weltenbaum) betrachten, die das dachförmig über ihr liegende Himmelsgewölbe stützt, die Trennung von Himmel und Erde und damit auch die Ordnung der Welt aufrecht erhält. Wäre sie nicht, würden Himmel und Erde aufeinander fallen.
Im oben genannten altenglischen Runengedicht wird eine weitere Bedeutung von tiwaz deutlich. Sie steht für einen Stern, der uns auf dem richtigen Weg leitet und auf den man sich immer verlassen kann, da er nie falsch liegt. Der verlässlichste Stern am Nachthimmel war und ist der Polarstern und man kann sich beim Anblick des Pfeilsymbols auch vorstellen, dass auf der Pfeilspitze der Polarstern thront und jedem den richtigen Weg weist.
Im übertragenen Sinne stehen all diese Symbole nun also einmal für Zielstrebigkeit. So wie der Pfeil, einmal losgelassen, auf sein Ziel zufliegt, soll tiwaz dabei helfen, eingeschlagene Wege und Ziele zu verwirklichen. Ideen sollte man nicht zu lange bei sich festhalten, da sie sonst ihr Ziel nicht finden. Mit der Hilfe von tiwaz kann der richtige Moment zum Verwirklichen der Ideen gefunden werden.
Dafür braucht es manchmal aber auch eine gehörige Portion an Mut. Deshalb steht tiwaz auch für Mut und Tapferkeit – nicht nur in Kampf und Krieg, sondern überall wo Mut gebraucht wird. Mit tiwaz kann man schwierige Situationen in Angriff nehmen..
tiwaz hilft dabei, die Energien richtig einzusetzen, wenn man in einem bereich oder zu einem Thema die Initiative ergreifen möchte. Im übertragenen Sinne steht tiwaz auch für den spirituellen Krieger und hilft ihm seine schöpferischen Ideen zu verwirklichen.
Desweiteren wird tiwaz eingesetzt um Gerechtigkeit zu erlangen. Also für alle Rechtsstreitigkeiten oder Gerichtsangelegenheiten.. Sie hilft,sich in einem Konflikt korrekt zu verhalten und siegreich aus ihm herauszugehen. Sie gibt der Person die Fähigkeit faire und gerechte Urteile zu sprechen. Sie steht außerdem für Führerschaft und Autorität.
Hinter all diesen Fähigkeiten steckt auch die Vernunft und die Fähigkeit zur Analyse. Mit tiwaz handelt man nicht überstürzt. Man plant seine Vorhaben präzise und gewissenhaft. Wer klug handelt geht siegreich aus einer Angelegenheit, muss aber möglicherweise damit rechnen, ein Opfer zu bringen (so wie Tyr seine Hand geopfert hat).

tiwaz als einzelne Rune zeigt, dass man einen klaren Kopf braucht um die aktuelle Lage erfolgreich zu meistern. Sie hilft, die Ziele zu erkennen und kraftvoll darauf zu zugehen und gibt den Mut sich nicht vor den ganzen Möglichkeiten, die man auf diesem Weg hat, zu verstecken. Sie kann für den unschlagbaren göttlichen Krieger stehen,.
Die negative Seite von tiwaz steht für skrupellose Zielstrebigkeit. Außerdem deutet sie darauf hin, dass man sich womöglich mit verschiedenen Dingen verzettelt, da man vor der Handlung zunächst einmal alles übertrieben analysiert (zuviel tiwaz). Man handelt zu wenig, sieht möglicherweise das große Ganze nicht, was am Ende zu geistiger Lähmung führt. Eine Blockade von tiwaz führt zu Ungerechtigkeit, entweder in den eigenen Handlungen, oder als Ergebnis einer Angelegenheit (man ist entweder selbst ungerecht oder wird ungerecht behandelt). tiwaz zeigt auch, dass man möglicherweise zu viele Selbstopfer bringt, was den eigenen Interessen schadet (man nimmt sich und seine Wünsche und Ideen immer zurück).

Steine und Bäume, die zu Themen der Rune tiwaz passen:
Geeignet sind natürlich vor alem Steine, die zum Thema "Mut" passen. Zu nennen wären zum Beispiel der Rubin (macht tapfer und mutig), der Granat-Pyrop (Mut) oder Almandin (stärkt vor allem wenn es darum geht eigene Ideen voranzubringen). Auch der rote Jaspis gibt Kraft und Stärke. Smaragd hilft eigene Ziele zu verwirklichen. Dalmatinerstein wirkt ebenfalls in dieser Richtung: er hilft Schritt für Schritt (überlegt) seine Ideen tatkräftig zu realisieren.
Auch der Lapislazuli passt zur Rune tiwaz, er gilt als der Stein der Könige, ist also ebenfalls wie tiwaz ein Symbol für Führungspersönlichkeit und Autorität.
Abschließend ist auch der Mondstein passend. Er verkörpert als DER Frauenstein die verlorengegangene Seite Tyrs und gleicht eine möglicherweise zu starke männliche Macht der Rune aus.

Ein absolut passender Baum ist die Platane. Unter der Platane auf dem Dorfplatz wurde in früheren Zeiten Recht gesprochen. Sie steht auch für Respekt, Mut und Macht und ist somit auch der Baum des Gottes Tyr.
Ebenfalls erwähnt werden muss die Esche. Ihr Holz ist nahezu unzerbrechlich (unbesiegbar), sie steht für Respekt, Schutz und Sieg. Aus ihrem harten widerstandsfähigen Holz wurden früher Speere hergestellt (Thema: Krieg) und sie war bereits zu den Zeiten der Römer dem Gott Mars geweiht. In der Neuzeit kam es auf, den Weltenbaum Yggdrasil als WeltenESCHE zu bezeichnen.
Auch die Hainbuche steht für Kraft und Gerechtigkeit und die Walnuß schließlich gilt als eine Art "Schutzmann". Aus ihrem Holz wurden Griffe für Waffen und Gewehrkolben hergestellt. (auch hier wieder die Verbindung zu Krieg und Kampf).
Zuletzt geändert von Lizzy am 14.12.2012, 13:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 10.11.2012, 19:46

Meine persönlichen Erlebnisse mit tiwaz:

Dieses Mal habe ich die Rune knapp zwei Wochen mit mir getragen, weil ich mich mit ihr einfach richtig gut gefühlt habe. Im Nachhinein würde ich sagen, dass sie mir aufjeden Fall im Job die nötige Autorität verschafft hat und für Respekt gesorgt hat. Ich habe zwar keine schwierigen Klassen in diesem Jahr, aber mir ist auf jeden Fall aufgefallen, dass die üblichen großen Diskussionsthemen (mündliche Noten und Klassenarbeiten) dieses Mal gar nicht so groß wurden. Dass ich über die Ferien leider nicht die Klassenarbeit korrigiert hatte, wurde entspannt aufgenommen und keiner hat groß rumgejammert, als ich die versprochene Bekanntgabe der Mitarbeitsnoten nochmal übers Wochenende verschieben musste. Die Rune werd ich dann wohl in Zukunft für solche Tage bereithalten :wink:

Thema "Ideen verwirklichen": Tatsächlich habe ich meine eigene fb-Seite, auf der ich meine selbstgemachten Ketten zeige, jetzt veröffentlicht. Schließlich trage ich die Idee schon lange genug mit mir herum. Und ich habe sogar eine Kette verkaufen können.

Besonders auffällig war für mich aber dieses weiblich/männlich-Thema. Deshalb hab ich auch den Mondstein erwähnt. Im Laufe der zwei Wochen überkam mich das Gefühl, dass ich dringend einen Mondstein brauche. Ich hab ihn gleich auf meinen kleinen Einkaufszettel geschrieben und mir am Mittwoch vom Händler zwei hübsche Mondsteine mitgebracht. Warum die so dringend zu mir mussten, konnte ich mir absolut nicht erklären. Irgendwann grübelte ich darüber, ob sie vielleicht was mit der Rune in meiner Tasche zu tun hatte. Dann tippte ich gefühlsmäßig auf die Rune Berkana, von der ich ja oben auch geschrieben habe. Die Rune der Muttergöttin war das Einzige was ich mit den Mondsteinen in Verbindung bringen konnte. Daher war ich umso überraschter, als ich tiwaz aus der Tasche zog. Die Interpretation von Jan Fries hat mich aber sofort die Sache verstehen lassen. Nach zwei Wochen mit der Rune des Kriegsgottes musste wohl einfach dringend die weibliche Seite wieder mit Kraft versorgt werden.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 11.12.2012, 20:49

Wochenrune 6: Uruz

Götter: Thor

Bedeutungen des Wortes: Stier, Energie (Urenergie, Erdenergie, feurige oder gebundene), Triebe, Gesundheit, Nieselregen, Schlacke

Stand im Runen-Alphabet
uruz ist die zweite Rune im ersten Aett, dem Aett der Schöpfung. uruz steht für das Eis von Niflheim, das das ursprüngliche Feuer von fehu eingrenzt. Aus dem Reif, der beim Aufeinandertreffen von Feuer und Eis entstand, bildete sich die Kuh Audhumia, das erste Lebewesen der Welt.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Mit der Rune uruz wird der Ursprung verbunden. Das wird schon am Namen der Rune deutlich. Aus der Vorsilbe Ur- lassen sich Worte wie zum Beispiel Urzeit, urtümlich, Ursprung ... bilden. Sie hat also mit dem Anfang zu tun. Daher tritt sie auch bereits an zweiter Stelle des Runen-Alphabets auf und spielt eine wichtige Rolle in der germanischen Schöpfungsmythologie. uruz ist hier die ursprüngliche Energie, die Kraft, die der Welt ihre Form gibt – nur durch ihr Auftreten wird das Urfeuer gebändigt und es kann Leben entstehen. Somit ensteht aus uruz auch zum ersten mal eine gewisse Form der Ordnung und nur dadurch kann letztendlich die Welt entstehen.
Optisch steht uruz für die Hörner eines Stiers, also eines wilden, nur schwer zu bändigenden Tiers. Daher kommt die wichtigste Bedeutung der Rune – Stärke, unbändige oder unzähmbare Energie.
Dreht man die Rune um kann man sich eine vereinfachte Abbildung eines Trinkhorns vorstellen. In einem Trinkhorn kann Wasser gesammelt werden – im übertragenen Sinne auch das Wasser des Lebens. Somit ergibt sich ein weiteres Symbol für uruz. Das Wasser des Lebens wurde in der germanischen Mythologie mit dem Urd-Brunnen verbunden. Hier sehen wir wiederum die Vorsilbe Ur-. Das Trinkhorn zeigt auch, dass man aus einer ungebändigten Energieform – dem wütenden Stier mit seinem gefährlichen Horn – etwas so brauchbares wie ein Trinkhorn machen kann, wenn man es nur versteht die Energie unter seine Kontrolle zu bringen.
Bei den Germanen war es üblich, dass ein junger Mann um in die Gesellschaft der Erwachsenen aufgenommen zu werden, gegen einen Stier kämpfte und eventuell als Trophäe ein Horn mitbrachte, das er zu seinem eigenen Trinkhorn machte. Dazu brauchte der junge Mann genügend Mut – eine weitere Bedeutung der Rune. Außerdem musste er geduldig sein um bis zum richtigen Zeitpunkt abwarten zu können und dann musste er in der Lage sein, zur rechten Zeit genügend Aggression aufzubringen um den Stier zu besiegen. Hier steht uruz für die gebändigte Energie, die kontrollierte Aggression, die richtig angewendet eine schöpferische Kraft sein kann.
Die Energie von uruz ist unzerstörbar, da sie die ursprüngliche Kraft der Erde ist. Diese Energie kommt immer wieder, sie überlebt alle Formen der Zerstörung. uruz steht vor allem für die männliche Energie und Potentialität, für Stärke, Ausdauer, Hartnäckigkeit und Anpassungsfähigkeit. uruz ist letztendlich ganz einfach der Wille zu leben und zu überleben.
Damit kann die Rune und ein guter Helfer sein, wenn wir es schaffen ihre Energie zu bändigen. Mit ihrer Hilfe können wir Hindernisse überwinden, wir können uns Konflikten stellen und an ihnen wachsen, wir können uns im Wettbewerb des Lebens immer wieder behaupten. Wir können auch unseren Lebensraum schützen. Das war in früheren Zeiten sehr wichtig, da es hier ums nackte Überleben ging. Aber auch heute hilft uruz uns dabei unser Heim, unsere Familie und uns selbst zu schützen.
Die Energie von uruz kann Überholtes zerstören und Neues schaffen. Damit kann sie ermutigend auf uns wirken. Mit uruz sehen wir neue Möglichkeiten und können den Mut aufbringen sie zu ergreifen. Wenn uruz unter der Kontrolle des eigenen Willens ist, ist sie die Quelle unserer kreativen Ideen. Das Energiefeld von uruz tritt zum Beispiel dann in Kraft, bevor die Bäume im Frühjahr austreiben – es wird Neues geschaffen.

uruz ist eine häufig verwendete Heilungsrune. Man kann sie gut verwenden um Wasser zu energetisieren. Dieses schmeckt dann ein wenig metallisch – Eisen ist das Element von uruz.
Ist uruz in der richtigen Menge vorhanden und haben wir seine Energie unter Kontrolle, so sind wir stark und gesund, haben gute Abwehrkräfte, wir sind beständig und wachsam.
Unsere Energie wird von uruz in Form gebracht. Wird sie jedoch von zu viel uruz zu sehr in diese Form eingeengt, so erinnert die Reaktion an die eines Stiers beim Anblick des roten Tuchs. Die Energie kommt zum Bersten und zu einem spontanen aggressiven Ausbruch.
Eine gute Menge an uruz lässt uns dagegen stark gewurzelt und geerdet sein. Sie schafft den Boden für kraftvolle Taten. Diese Taten sollten jedoch auch nicht zu lange herausgezögert werden, da sich dann wieder mehr uruz ansammelt. Ungeduld und unterdrückte Kräfte führen zu einem gewalttätigen Ausbruch.
Wenn wir die Energie von uruz nicht kontrollieren könne, wird sie möglicherweise fehlgeleitet. Das führt zum Beispiel dazu, dass man sich nützliche Aspekte für eine anstehende Sache oder ein Thema zunichte macht. Blockaden von uruz machen schwach und krank.
Die Kraft kann auch falsch eingesetzt werden gegenüber anderen Personen. Man unterdrückt dann Andere oder man engt sie ein, weil man sie immer beschützen will, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass man Menschen behandelt als seien sie eigener Besitz. Ungezügelte Energie kann auch in eine Art von Manie oder Besessenheit umschlagen, wenn man seine Begeisterung (die Energie, die man für ein Projekt aufbringt) für etwas nicht mehr kontrollieren kann.

uruz allein im Runenkreis zeigt, dass ein anstehendes Projekt nicht an materiellen Schwierigkeiten scheitert, da genügend Erdung vorhanden ist.
in Wasser: ein unerwarteter Besuch taucht auf, man erhält unerwartete Neuigkeiten; es bieten sich bisher unerkannte Möglichkeiten; man erzielt einen unerwarteten Erfolg
in Erde: Man soll ein Vorhaben in Ruhe bedenken, es könnte weitreichende Folgen für die Zukunft haben
in Luft: es ergibt sich eine unerwartete Chance, die man nutzen sollte
In Feuer: standhaft und ausdauernd sein und dem eigenen Urteil trauen

Steine und Bäume, die zu Themen der Rune uruz passen:
versteinertes Holz ist gut für die Erdung, Charoit bringt Tatkraft. Der Dalmatinerstein unterstützt dabei, ein Vorhaben erst in Ruhe zu überdenken und dann in die Tat umzusetzen. Calcit bringt Selbstvertrauen und Standhaftigkeit.
Bei zu viel uruz lindert Serpentin die Aggressivität
Rote Steine wie Karneol, Granat-Pyrop, Granat-Almandin und roter Aventurin bringen Kraft, Ausdauer und Mut. Der Pyrop und der Aventurin stehen darüberhinaus vor allem für die männliche Potenz, sie sind also sehr passende Steine. Und auch der Hämatit steht für Kraft, Ausdauer und Vitalität.
Ein sehr passender Baum für uruz ist die Douglasie, die für die Urkraft steht und außerdem schützt. Die harte Eiche bringt Lebenskraft und Mut. Die Esche gilt als unbesiegbarer Baum (besonders hartes Holz), daher steht auch sie sehr gut für die unzerstörbare Energie von uruz. Und auch die Hainbuhe ist ein starker, eiserner Baum.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 11.12.2012, 21:01

Ist zwar schon wieder ein Weilchen her, aber das war die letzte Wochenrune, die ich gezogen hatte. Was waren ihre Wirkungen? Ich habe bewusst eigentlich keine gespürt. Die Zeit lief ohne Ereignisse ab, die ich mit der Rune in Verbindung gebracht hätte....bis ich mich dann etwas näher mit ihr beschäftigt habe und auf die Bedeutungen gestoßen bin, die diese Rune im Orakel haben kann.
Bisher hab ich das in meinen Beschreibungen weggelassen. Ganz einfach deshalb, weil ich noch nie die Runen geworfen und damit orakelt habe. Man kann dazu ein Tuch verwenden, mit den verschiedenen Elementen drauf und je nachdem, wo die Rune landet, hat sie eine bestimmte Bedeutung.
Bei Uruz sind es bei allen Elementen ähnliche Bedeutungen: unerwartete Nachrichten/Neuigkeiten, die wohl durchdacht werden sollten, weil sie weitreichende Folgen für die Zukunft haben können.

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Genau in dieser Woche ergab es sich völlig unerwartet, dass die Eltern meines Freundes sich nun doch endlich entschieden, so langsam in ihren kleinen Altersruhesitz zu ziehen. Sie fingen auch gleich fleißig an Zimmer auszuräumen und auszumisten. Und plötzlich von heute auf morgen stellte sich für meinen Freund, seinen Bruder und mich die Frage: Wer übernimmt das Haus? Und eigentlich erwarteten alle eine sofortige Entscheidung.
Da sehr viel Herzblut meines Schwiegervaters darin hängt (er hatte die Ruine der 100 Jahre alten Fingerhutfabrik vor 30 Jahren gekauft und selbst umgebaut) wäre es ihm natürlich lieber, wenn er es in guten Händen innerhalb der Familie weiß.
Ganz 100%-ig haben wir die Entscheidung noch nicht getroffen (sie will wohl überlegt sein, da sie schließlich wirklich große Auswirkungen auf unsere Zukunft hat), aber auf jeden Fall sucht mein Schwager "in spe" nach einer anderen Wohnung und wir werden im nächsten Jahr das Haus ein wenig renovieren (Neues schaffen und altes "überholtes" ausrangieren) und dann mal schauen ob wir es tatsächlich für uns behalten (Pläne dafür haben wir schon...)
Und schließlich steht Uruz ja auch für den Schutz des Hauses.... irgendwie passt wieder mal alles zusammen.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 11.12.2012, 21:13

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Wildflower » 12.12.2012, 08:00

Das ist schon faszinierend.....

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 14.12.2012, 13:49

Hallo Ihr,

ich habe vorsichtshalber die Runenbilder wieder gelöscht. Werde bei Gelegenheit eigene Fotos machen.
Die Texte stammen komplett von mir - Infos habe ich aus den Büchern, die ich im ersten Beitrag genannt habe. Da nehm ich alles in Stichworten raus und verfasse dann mit Hilfe der Stichwortsammlung die Texte.
Da ich gerade von einem Gespräch bei der Promotions-Beratung meiner Uni zurückkomme und mich nun ernsthaft mit der Überlegung beschäftige, eine Doktorarbeit zu verfassen, sollte schon mal hier alles seine Ordnung haben :wink: :roll:

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 10.01.2013, 14:45

In der letzten Zeit habe ich keine Wochenrune mehr gehabt.
Dafür habe ich in den Rauhnächten Monatsrunen für das kommende Jahr gezogen. Die werd ich Euch in Kürze hier vorstellen - muss nur erst noch eigene Fotos machen. Und dann gibt's nach und nach jeden Monat neue Infos über weitere Runen.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.02.2013, 19:57

Jahresrune für Januar 2013: Wunjo

Götter: Wotan (Odin)
Bedeutungen des Wortes: Freude, Wonne, Glück, Harmonie, Zusammenleben, Stammesgemeinschaft

Stand im Runen-Alphabet:
wunjo ist die achte Rune des 24er-Futhark, oder die letzte Rune im zweiten Aett, dem Schöpfungs-Aett. Es ist Odin geweiht. An der letzten Stelle des Aett zeigt wunjo, dass die erste Stufe der Schöpfung abgeschlossen ist und dass sie sich in einem vollkommenen Zustand befindet. Alles befindet sich in einem Idealzustand, Menschen und Götter leben in völliger Harmonie zusammen, das Böse ist noch nicht auf der Welt.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Rein optisch steht wunjo für die Stammesfahne der einzelnen germanischen Stämme. Daher ist eine ihrer wichtigsten Bedeutungen auch das harmonische Zusammenleben innerhalb der Stammesgemeinschaft. Für unsere Vorfahren war eine gut funktionierende Stammesgemeinschaft überlebenswichtig. Nur gemeinsam konnte man sich gegen Feinde von außen wehren, nur gemeinsam konnte man auch schwere Zeiten überwinden. "Gemeinsam" bedeutet auch "gleichberechtigt". Jeder in der Gemeinschaft hat die gleichen Rechte und Pflichten, es gibt niemanden, der sich als eine Art "Führer" innerhalb der Gemeinschaft verhalten kann. Alles wird gemeinsam entschieden. Wenn dies alles gewährleistet ist, dann herrscht Harmonie in ihrer besten, idealen Form.
Der Einsatz von wunjo kann also dafür sorgen, dass aus einer Gruppe von Menschen, die aus irgendeinem Grund zusammen arbeiten oder leben sollen, eine perfekte harmonische Gemeinschaft entsteht. Sie kann unterschiedliche Kräfte ausgleichen um die Gleichberechtigung einzelner Mitglieder zu bewahren. Und sie sorgt auch dafür, dass jeder in der Gruppe seine eigenen Ansichten behalten kann.
Aus magischer Sicht betrachtet heißt das auch, dass wunjo eine Energieform ist, die verschiedene Kraftfelder in sich vereint. Sie wird daher auch verwendet um die Energie mehrerer Runen zu einer großen harmonischen Kraft zu sammeln, die man dann auf ein spezielles Ziel richten kann. Also ist beim Herstellen einer Binderune wunjo immer ein sehr wichtiger Teil.

Vom Namen her deutet die Rune wunjo auf das Wort "Wonne" hin. Die Rune steht also für Dinge wie Freude oder Glück. Besonders bezieht sich dies wieder auf die Gemeinschaft. Die Harmonie innerhalb der Familie oder der Gruppe führt automatisch zu Freude oder auch häuslichem Glück.
Weitere Übersetzungen aus dem Althochdeutschen können auch "Lust" oder "Verlangen" sein. Somit steht wunjo auch für Sexualität.
Der Gott Wotan galt auch als Spender von Segen oder Fruchtbarkeit. Bei den Germanen gab es ein Fruchtbarkeitsritual, das für Brautpaare abgehalten wurde: Wotan brachte Birkenzweige, mit denen sich das junge Paar gegenseitig schlagen musste, um die Aussichten auf eine baldige Schwangerschaft zu erhöhen. Die Birkenzweige stehen in diesem Fall für die Rune berkana. Eine Binderune aus wunjo und berkana kann also sehr gut für Fruchtbarkeitszauber und Kinderwunsch verwendet werden.
Daraus ergibt sich eine weitere Bedeutung der Rune wunjo, nämlich der Wunsch. wunjo ist DIE Rune für Wunscherfüllung. Der Gott Wotan, oder Odin trägt ebenfalls den Aspekt der Wunscherfüllung in sich. Heute ist dieser Glauben zum Beispiel noch in der Person des heiligen Nikolaus erhalten, der am 6. Dezember den Kindern kleine Geschenke bringt. Der Nikolaus reitet auf einem Schimmel, genau wie Wotan/Odin, wenn er im Winter mit der "Wlden Jagd" durch die Welt zieht. Auch optisch sehen sich der Nikolaus mit einem langen Stab, einem Umhang und seiner Bischofmütze und Odin mit dem langen (Wander-)Stab, dem Umhang und einem Schlapphut recht ähnlich.
Auch dieser Begriff wird in der Runenmagie verwendet. Wer Runen magisch anwendet oder bestimmte Arten von Zauber damit treibt, muss in der Lage sein, sich die Folgen der Zauberei "richtig zu Wünschen". Runenmagie richtig anzuwenden ist nicht einfach, das richtige Wünschen ebenfalls nicht.
Hier kann wunjo behilflich sein. Man kann wunjo auch einsetzen um eigene Wünsche und Ziele zu verwirklichen.

Ist die Energie von wunjo blockiert, so ist der Einzelne innerhalb einer Gruppe in irgendeiner Weise gelähmt. Sein Ich geht zwischen den anderen unter oder wird unterdrückt. Das kann durch die Person selbst oder auch durch andere Personen geschehen, die Unfrieden in die Gruppe bringen. Eine Folge davon können Streit und Entfremdung sein. Unterdrückt die Person selbt eigene Wünsche oder Gefühle, so kann es auch zu einer Entfremdung mit dem eigenen Ich kommen.

Steine und Bäume, die zu Themen der Rune wunjo passen:
Die Buche steht für gute Familienbande, die Eiche für Fruchtbarkeit, Gastfreundschaft und Harmonie.
Amazonit (Harmonie, Ausgleich), Ametrin (harmonisiert Gehirnhälften), Auqamarin (regulierend), Eldarit (schützt gegen Einflussnahme von Außen), Hyperstehn (Ausgeglichenheit, Ausgewogenheit), Moqui Marbles (Wunscherfüllung), Opalith (Gemeinschaftssinn), Rosenquarz (eigene Bedürfnisse und Wünsche von anderen besser erkennen),
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 07.02.2013, 20:01

Zum ersten Mal habe ich während den Rauhnächten jeden Tag eine Rune gezogen, für jeden Monat in diesem Jahr eine.
Hier möchte ich Euch mitteilen, wie Wunjo auf mich gewirkt hat.

Wunjo hat mir zunächst gezeigt, dass ich mein Leben ordnen soll und dafür sorgen soll, dass meine persönliche innere Welt und alles was so tagein tagaus von außen auf mich zukommt, in ein Gleichgewicht gebracht werden sollen.
Ich denke, nachdem was ich so gelesen habe, war die Kraft von Wunjo bisher in mir nicht/kaum vorhanden oder irgendwie blockiert. Drastisch ausgedrückt habe ich in einem Buch gelesen "Unterdrückung des Ichs" und "Selbstentfremdung". Ich denke es hat sich einiges angestaut, was dafür gesorgt hat, dass ich ein bisschen zu wenig an mich gedacht habe.
"Finde Dein Gleichgewicht wieder" war also meine Aufgabe für Januar. "Sei zufrieden mit dem, was in Deiner Reichweite liegt"...jaja, ein Problem, dass sich bei mir auch schon ein Weilchen zieht. Immer wieder nagt die Enttäuschung darüber, dass ich trotz meines guten Studiums und meinem Einsatz in den letzten Jahren nach wie vor nicht den Job habe, den ich mir vorstelle....Halt, falsch...dass ich nicht die finanzielle Würdigung und die berufliche Sicherheit dafür bekomme, die ich erwartet habe...wobei ich eigentlich kein materialistischer Mensch bin...
Kurz gesagt: Irgendwie hat es einfach nie so gepasst, wie ich mir das eigentlich immer vorgestellt hatte.

Dank Wunjo habe ich das Ganze auch nochmal, wie mir die Rune geraten hat, mit meinem Partner besprochen und habe zumindest in unserer Beziehung nach einer langen Aussprache für Harmonie gesorgt. Ist halt einfach doof, dass ich meine persönliche Unzufriedenheit ab und zu direkt an meinem Freund ausgelassen habe. Und auch wenn es mich viele Tränen gekostet hat, bin ich froh, dass ihm Anfang Januar endlich mal der Kragen geplatzt ist
Dank Wunjo habe ich im Januar durchaus einige große Schritte zur Zufriedenheit gemacht. Ich habe was erreicht, ich bin jemand, ich mache einen guten Job und ich muss mir nicht alles gefallen lassen und mich nicht für jeden verbiegen, der meint ich hätte einen großen freien Terminkalender für jeden Blödsinn. Ich habe am richtigen Maß gearbeitet, amn meinem persönlichen richtigen Maß, einige Dinge in meinem Leben geordnet und mich auch mit meinem Ich beschäftigt.
Wunjo sagte, das Glück kommt bald. Und dass es mir zur Verwirklichung meiner Ziele helfen könnte.
Ich glaube, nachdem was mir so in der letzten Zeit passiert ist, hat Wunjo Recht.
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 22.02.2013, 12:40

Einen passenden Stein hatte ich in dieser Zeit auch. Es hatte sich der Preseli Bluestone förmlich aufgedrängt. Ich habe ihn den ganzen Januar getragen und pünktlich am 31. als Wunjo sozusagen seine Zuständigkeit für mich weitergegeben hat wieder in die Steine-Kiste zurück gelegt.

Ich denke es ging auch hier um's Aufarbeiten. In der Beschreibung hier steht zwar, dass der Stonehenge-Stein gut geeignet für die Aufarbeitung von früheren Leben ist, aber ich denke er hilft auch ganz Allgemein beim Aufarbeiten von Vergangenem.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 22.02.2013, 13:04

Und ich hab jetzt hier noch für Euch eine Übersicht über das Runen-Alphabet. Da die Steinchen nicht alle fotogen sind oder nicht so liegenbleiben, damit man auch die Rune darauf sehen kann, hab ich die Zeichen und Namen nochmal unter den jeweiligen Stein geschrieben.
Ihr seht das Alphabet hier aufgeteilt in die 3 Aetts. Die Aetts sind die sogenannten Runenfamilien.
Das erste Aett ist dem Gott Freyr gewidmet, das zweite der Rune Hagalaz - dem Hagel, und das dritte dem Gott Tyr.
Das erste Aett ist das Aett der Schöpfung - man kann jede Rune darin auf einen Teil der germanischen Schöpfungsmythen beziehen (z.B: sind die ersten beiden Runen zwei wichtige Schöpfungskräfte, sie stehen für Urenergie und gebundene Energie, Thurisaz - die Riesen, Ansuz - die Asen, also das Göttergeschlecht...)
Im zweiten Aett geht es um Naturkräfte und ihre Auswirkungen (also z.B.: Hagalaz = Hagel, Naudhiz = die Not, die daraus entstehen kann, Isa = Eis, Jera = der Jahreskreislauf, Ernte...). Und im dritten Aett geht es um Weisheit und Mystik (Gott Tyr - der Richter, Berkana - die Muttergöttin...).

Wer Interesse an Runen hat, dem sei noch gesagt, dass es natürlich besser ist, sich selbst ein Runenorakel herzustellen, als eines zu kaufen. Die Steine habe ich im Urlaub am Strand gesammelt. Die Runen sind mit schwarzem Edding draufgemalt. Allen Unkenrufen zum Trotz hält die Farbe auch tatsächlich (man hatte mir geraten, die fertigen Runensteine mit klarem Nagellack zu bestreichen, weil Edding gleich wieder weggeht).

Dazu habe ich mich mit jeder Rune einzeln beschäftigt, mit ihr meditiert, ihren Namen laut gesprochen um ein Gefühl dafür zu bekommen und aus der Steinesammlung den Stein gezogen, der diese Rune haben wollte.
Wichtig: Nehmt Euch genug Zeit und Ruhe dafür, es ist recht anstrengend, weil manche Runen ziemlich beeindruckend in kurzer Zeit ihre Kraft zeigen und man sie körperlich - manchmal mehr manchmal weniger - spüren kann (das kann ein angenehmes Gefühl sein, ein wohliges Kribbeln, das sich von der Hand in der man die Rune hält über den ganzen Körper ausbreitet; es können aber auch Krämpfe und Schmerzen sein, mir ist die Kraft der Runen manchmal wie ein Blitz in die Hand gefahren...)

Anschließend habe ich alle Steine auf eine große Blume des Lebens gelegt und seither kann ich damit arbeiten. Es gibt natürlich auch aufwendige Weihe-Orakel, bei denen man Odin oder andere Götter anrufen kann - hier gilt wie immer: Jedem/r das Seine/Ihre.

Viel Spaß dabei ++"#
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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 28.03.2013, 16:16

Über meine Februar-Rune "Uruz" hatte ich hier schon mal einen Beitrag geschrieben. Deshalb nichts mehr ausführlich dazu, sondern nur kurz eine Zusammenfassung des Februar.

Uruz steht ja für die Ur-Energie. Ich bin auch wirklich mit viel Energie in den Februar gestartet. Die eine Woche Faschingsferien habe ich genutzt um einen Abitur-Vorbereitungskurs an der Volkshochschule zu geben. Mein erster VHS-Kurs und er lief dafür schon ziemlich gut, war voll besetzt.
Nebenher standen Konzertvorbereitungen in meinen beiden Musikvereinen an, da braucht man auch Energie.
Mitte Februar begann das Ganze etwas zu kippen.
Am vorletzten Wochenende plagte ich mich mit Kopfschmerzen herum, genauso am Anfang der letzten Februar-Woche. Ich bin absolut kein Kopfweh-Mensch, dehalb war das schon mal sehr ungewöhnlich für mich. Dazu kam eine Art Unruhe, das merke ich immer daran, dass ich plötzlich öfter an meinen Nägeln kaue. Manchmal kam es mir vor, als hätte ich zu viel Energie übrig, die ich nicht unterbringen kann und deshalb ganz nervös an meinen Nägeln kauen muss.

Auch schlechter Schlaf kam gegen Monatsende dazu. Eine Nacht lang habe ich wirklich komplett kein Auge zugemacht. ich war voll von innerlicher Unruhe, hatte manchmal sogar das Gefühl, mein Herz würde ungleichmäßig schlagen, oder "ins Stolpern" geraten. Wenn ich die Hand auf meine Brust gelegt habe konnte ich jedoch merken, dass es ganz normal schlägt.
Lustigerweise ergab es sich zur gleichen Zeit, das hier mal wieder eines meiner unbekannten Steinchen "enträtselt" wurde.
Ein Dolerit war es, ein Basaltgestein. Und was hab ich zum Basalt gefunden? Beruhigend, entspannend, bei Schlafstörungen...
Seitdem trug ich den Stein bei mir, hatte ihn nachts unter dem Kopfkissen. Und mein aufgeregtes Herzklopfen hat sich wieder beruhigt und auch die Sache mit der Entspannung wurde soweit wieder und besser geschlafen hab ich auch.
Am Ende hatte ich dann wohl doch ein bisschen zu viel Energie abbekommen. Der Rune Uruz wird als Bild oft ein wilder ungezähmter schwarzer Stier zugeordnet. Der schien sich bei mir wohl losgerissen zu haben ;-)

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 28.03.2013, 16:19

Jahresrune für März 2013: Jera

Götter: Frey, Freyja, (Balder -> Sommersonnenwende)

Bedeutungen des Wortes: Jahr, Ernte, Belohnung, Lohn, Fülle, Zyklus des Sonnenjahres / der Jahreszeiten

Stand im Runen-Alphabet
jera ist die zwölfte Rune des 24er-futhark, oder die vierte Rune im zweiten Aett, dem Schöpfungs-Aett. Sie ist den Fruchtbarkeitsgöttern Frey und Freyja geweiht. Außerdem steht sie für den Gott Balder, der zur Zeit der Sommersonnenwende in der germanischen Mythologie ermordet wurde, um an einer anderen Stelle des Jahreskreislaufs wiedergeboren zu werden.
Die ersten drei Runen des Schöpfungs-Aett beziehen sich auf den Lauf und das Maß der Zeit. Die Götter legen Tag und Nacht fest, geben den Gestirnen ihren festen Platz am Himmel. Die Nornen stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, sie weben den Lebensfaden der Menschen und schneiden ihn am Ende ab. Ds Lebensalter des Menschen lässt sich in Jahren bemessen.
Aufgrund ihrer Stellung im Runenalphabet zeigt jera sehr deutlich ihre Bedeutung. An zwölfter Stelle steht sie sowohl für die zwölf Monate, in die das Jahr aufgeteilt ist, als auch für die zweimal zwölf Stunden eines Tages. Außerdem beschließt sie die erste Hälfte des 24er-Futharks.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Auf den ersten Blick erkennt man, dass jera aus zwei identischen Teilen besteht, die an ihrer Längsachse gespiegelt und verschoben sind. Dies zeigt wiederum sehr deutlich, dass diese Rune der Dreh-und Angelpunkt der Zeit, des Jahres, des Runenalphabets...ist. Sie dreht sich wie ein Rad, wie der ständige Zyklus der Natur.
Die Rune jera steht für den ewigen Kreislauf und immer wiederkehrenden Zyklus der Jahre. Bei den Germanen stand sie vor allem für den Zyklus des Sonnenjahres. Nach den vier uns bekannten Jahreszeiten wurde zu dieser Zeit noch nicht unterschieden. Vielmehr verlief das Sonnenjahr nach den vier wichtigen Feiertagen, der beiden Tagundnachtgleichen im Frühjahr und Herbst und dem Mittsommer- bzw. Mittwinterfest. Deshalb ist eine wichtige Bedeutung der Rune jera die Ernte, im übertragenen Sinne auch die "Belohnung" für ein gutes Jahr. Auch hier steckt wieder der Zeitbegriff verborgen. jera ist eine langsam wirkende Rune, die ihre Zeit braucht. Man kann sie mit der Zeit vergleichen, die das Getreide nach der Aussaat braucht, bis es geerntet werden kann. Sie zeigt ganz deutlich, dass man nur das erntet, was man auch gesät hat – kann also hier sowohl positiv als auch negativ erscheinen.
jera ist außerdem eine Rune der Hoffnung. Durch den ständigen Zyklus, das ständige Drehen zeigt sie uns, dass alles in Bewegung ist und nichts immer gleich bleibt. In dieser Bedeutung war sie vor allem zur Zeit der Wintersonnenwende sehr wichtig. In dieser dunklen Zeit, während der nichts wuchs und die Menschen abhgängig von ihrer eingefahrenen Ernte waren, war jera das Symbol für die Sonne, die nach der Wintersonnenwende langsam zurückkehrte.
Wenn wir uns mit jera beschäftigen, dann sollten wir auf jeden Fall Geduld mitbringen. jera steht für Veränderung, aber für eine sanfte Veränderung, die ihre Zeit braucht. Sie kann uns neuen Zugang zu den Zyklen des Lebens und der Natur schenken. Durch jera lernen wir, ruhig und ausgeglichen zu leben. Sie zeigt uns auch das Wunder der Zeit und macht uns deutlich, dass es nur der Versuch des Menschen ist, die Zeit in künstliche Bahnen zu lenken. So wie früher bestimmt auch heute noch der Zyklus der Natur den Ablauf des Jahres.
jera als Kreislauf des Lebens zeigt uns auch, dass alles seinen Gang geht und wir eigentlich keine Möglichkeiten haben, diesen Gang zu beeinflussen und zu unseren Gunsten zu "verdrehen". In dieser Bedeutung ist sie wieder sehr eng mit den Nornen, den Schicksalsgöttinnen verbunden. Wir können unser Schicksal nicht ändern, wir müssen es so annehmen, wie es die Nornen für uns bestimmt haben. Was passiert, das wird passieren. So wie wir gesät haben werden wir ernten. jera zeigt uns die Ereignisse und Konsequenzen, die aus vergangenen Handlungen resultieren. Trotzdem ist sie eine freundliche Rune, die uns dazu ermutigt Veränderungen so anzunehmen wie sie kommen und alles loszulassen um unsere Ernte einzufahren.

Ist die Energie von jera blockiert, so sind wir in immer gleichen Verhaltensmustern gefangen. Wir bemerken nicht, dass sich alles in zyklischen Abständen wiederholt und wir immer wieder eine neue Möglichkeit haben, aus dem festgefahrenen Kreislauf auszubrechen , und wenn man es mal versucht ist es immer zur falschen Zeit (das falsche "Timing" würden wir das heute nennen) - das "Hamsterrad" in dem sich viele heute gefangen fühlen. Man strampelt sich immer wieder gleich ab und nichts kommt dabei heraus... Immer daran denken: Wie man sät erntet man.


Steine und Bäume, die zu Themen der Rune jera passen:
Die Bruchweide ist seit Urzeiten ein Symbol der Kraft und Erneuerung (Wiedergeburt). Im Frühjahr werden abgesägte Bäume förmlich zu neuem Leben erweckt. Sie kann sehr alt werden und durchläuft alle paar Jahre die gleichen Entwicklungsstadien wie wir Menschen. Daher schenkt sie Kraft, wenn man schwierige Zeiten im Leben durchläuft oder gerade hinter sich gebracht hat.

Aktinolithquarz und Porphyrit fördern das Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Dabei macht Porphyrit geduldig und Aktinolithquarz hilft, den eigenen Kurs im Leben zu korrigieren. Auch Fluorit und Staurolith helfen dabei, festgefahrene und einengende Muster aufzulösen, Schalenblende oder Sphalerit erleichtern Veränderungen im Leben.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 28.03.2013, 16:28

Mit Jera ging es mir in diesem Monat eigentlich ganz gut. Für mich ist tatsächlich gerade der Zyklus der Natur und der ewige Kreislauf, ganz besonders wichtig. Das ist etwas, was mir seit meiner Arbeit mit den Runen auffällt. Ich entwickle wieder mehr Zugang zu den kleinen Veränderungen in der Natur. Wie es morgens immer heller wird... Hier ist Jera für mich die Hoffnung auf ein neues Jahr - bei vielen Kulturen beginnt oder begann das neue Jahr erst im März, wenn der Frühling beginnt und alles anfängt zu blühen.

Was man sät, wird man ernten:

Beide Musikvereine haben ihre Konzerte gehabt. Die lange Arbeitsphase ist vorbei, wir konnten ernten. Und so wie die Proben verliefen und die allgemeine Stimmung war, so verliefen die Konzerte, mal mehr mal weniger gut.
Und so wie man sät - nämlich als Lehrer seinen Unterricht daheim vorbereitet, so erntet man dann auch - den Ablauf der Stunden. Und da wurde mir schon ab und zu deutlich gezeigt, wie man zu säen hat, damit die Ernte so läuft, dass man damit richtig zufrieden ist ;-)

Ansonsten hat mich Jera mit einem Teststein zusammengebracht. Am 01.03. habe ich meinen ersten Test beim SHK e.V. mitgemacht. Zusammen haben sich die beiden ganz stimmig angefühlt. Über den Stein hab ich noch nicht so viel Infos gefunden und daher auch für mich noch keine Erklärung, warum die beiden in diesem Monat zusammengepasst haben.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 28.05.2013, 16:31

Jahresrune für April 2013: Ansuz
Götter: Odin
Bedeutungen des Wortes: Wind, Odin, Geist, Luft, schöpferische Eingebung, Atem, Kommunikation

Stand im Runen-Alphabet
ansuz ist die vierte Rune des 24er-futhark, und damit die vierte Rune im ersten Aett, dem Schöpfungs-Aett. Sie ist dem Gott Odin geweiht und steht auch für alle Götter der Asen. Sie steht in der Schöpfungsgeschichte für die Ordnung, die durch die Götter geschaffen wird. Die dritte Rune thurisaz steht für die ersten Wesen der Erde, die Riesen und das mit ihnen verbundene Chaos. Nun kommt Ordnung auf die Erde, wie wir auch aus der Völuspa in der Edda erfahren. Die Götter zeigen den Gestirnen ihren Platz und machen die Erde zu einem bewohnbaren Ort.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Da ansuz dem Odin, einem der wichtigsten Götter der germanischen Mythologie, zugeordnet ist, hat sie auch eine besondere Bedeutung.
Ihre wichtigste Bedeutung ist die Luft, ein sehr wichtiges Element. ansuz verkörpert damit den Atem, die wichtigste Gabe Odins bei der Erschaffung der Menschen. Mit dem Atem wurde den Menschen gleichzeitig auch eine weitere Gabe geschenkt, nämlich die Inspiration oder auch die schöpferische Eingebung. Der Begriff Inspiration deutet auf die kreativen Aspekte der Rune hin. Sie steht ebenfalls für Gesang, Dichtkunst und Sprache oder Kommunikation im Allgemeinen. Die Sprache ist das Attribut Odins. Er gilt als der Gott der Worte und der Kommunikation. Er war es, der nach der germanischen Mythologie als Erster die Bedeutung der Runen verstand und sie damit zu den Menschen brachte.
Die Gabe der Sprache wurde uns von diesen Menschen über hunderte von Jahren weitergegeben. Wir sind immer noch verbunden mit den ersten Menschen, denen Odin Atem und Leben schenkte. Damit zeigt ansuz uns auch die Verbindung zwischen uns und unseren Ahnen. In magischen Beschwörungen gibt sie uns die Kraft unserer Vorfahren, die über Generationen weitergegeben wird. Mit ansuz können wir auch die Verbindung zu unseren Vorfahren stärken. Bei dieser Arbeit wird ansuz sehr gut von othala ergänzt – eine Binderune aus beiden Runen ist ein guter Helfer um mit unseren Ahnen in Kontakt zu treten. Wir können mit ihrer Hilfe die Verantwortung für eine besondere und wichtige Aufgabe übernehmen, nämlich das Interesse unserer Ahnen zu bewahren.
Aber nicht nur mit den Ahnen werden wir durch ansuz verbunden, sondern auch mit den Göttern. Durch das Gebet zu dem Gott oder den Göttern nehmen wir Kontakt auf, wenn wir – übermenschliche – Hilfe brauchen. Dann wird uns die Kraft der Rune ansuz geschickt. Wir erhalten eine göttliche Eingebung, die uns hilft unsere Probleme zu lösen. Hier wird deutlich: nicht die Göttern lösen unsere Probleme für uns, sie zeigen uns nur den Weg oder die nötigen Werkzeuge, die uns helfen das Problem selbst zu lösen.
Der Mensch hat, wie schon gesagt, während seiner Schöpfung besondere Geschenke erhalten. ansuz hilft uns auch dabei, diese Geschenke nicht nur zu bewahren, sondern sie auch in spirituelle Macht und göttliches Wissen umzuwandeln und ihr auf kreative Art und Weise Ausdruck zu verleihen.
Rein optisch wird die Rune ansuz oft mit dem wehenden Mantel Odins in Verbindung gebracht. Hier sehen wir auch eine weitere Bedeutung der Rune, nämlich den Wind. Odin gilt auch als Gott des Windes. Besonders eindrucksvoll wird dies in den stürmischen Rauhnächten deutlich, wenn Odin mit seiner wilden Horde durch die Lüfte zieht.
ansuz ist eine Löse-Rune. Man sagt, was thurisaz fesselt, kann ansuz lösen. Auf die germanische Schöpfungsmythologie bezogen heißt das auch: das Chaos, das die Riesen gestiftet haben, kann durch Odin wieder in Ordnung gebracht werden. So kann uns ansuz in chaotischen Zeiten helfen, die nötige Ruhe und Ordnung zu finden.
ansuz steht für Inspiration, damit auch für die Begeisterung, die wir mitbringen, wenn wir uns zu etwas (kreativem) inspiriert fühlen. Sie hilft uns dabei, diese Begeisterung durch die Hilfe des Wortes weiterzugeben und andere auch von unserere Sache zu überzeugen. ansuz hilft uns, uns aus den Fesseln zu befreien, die uns an der persönlichen Weiterentwicklung behindern. Sie führt zu Selbsterkenntnis.
Sie zeigt uns, dass geistiger Austausch nötig ist. Dabei kann es sich um klärende Gespräche mit Anderen handeln, oder ganz einfach darum, sich selbst einen Weg durch das momentane Chaos zu bahnen und für Ordnung zu sorgen. ansuz steht für gute Ratschläge und für Beziehungen zu anderen Menschen.
ansuz kann uns aber auch auf Dinge hinweisen, vor denen wir uns in Acht nehmen sollten. Das Wort hat eine große, nicht zu unterschätzende Macht. Ist das Wort einmal ansgesprochen, so kann es nur noch schwer zurückgenommen werden. Wir sollten uns daher bewusst sein, dass alles was wir sagen weitreichende Folgen hat, die manchmal auch negativ sein können. So sollte das Wort wohl bedacht werden. Durch das Talent, andere mit Worten zu überzeugen, kann ich meine Macht natürlich für mich ausnutzen und andere zu meinen Gunsten manipulieren. Genauso sollte ich mich vor Menschen mit dieser Gabe in Acht nehmen.
Wenn ansuz blockiert ist, dann stockt meine Inspiration und die damit zusammenhängende Begeisterung. Die Kreativität geht verloren und eine große Langeweile macht sich breit. Diese hindert meine schöpferischen Eingebung, die eigentlich seit Urzeiten in jedem von uns vorhanden ist. Damit stecke ich in einem Kreislauf fest aus dem es schnellstens auszubrechen gilt.


Steine und Bäume, die zu Themen der Rune ansuz passen:

DER Stein, der mir zu dieser Rune als erstes eingefallen ist, ist natürlich der blaue Chalcedon. Er verbessert die Kommunikation und hilft bei allen Erkrankungen, die die Atemwege in irgendeiner Weise blockieren. Er bringt die Luft, den Atem wieder zum fließen. Auch Flint und Hornstein verbessern die Kommunikation und helfen uns, uns richtig auszudrücken bzw. den anderen zuzuhören.
Moosachat bringt Inspiration und fördert die Kommunikation.
Türkis schützt vor Fremdeinflüssen, Topas allgemein regt an, den eigenen inneren Reichtum zu erkennen.
Um im Chaos einen kühlen Kopf zu bewahren wäre wohl ein Bronzit oder ein Charoit eine gute Hilfe.
Biotit-Linsen regen gleichzeitig die eigene Kreativität an und schützen vor Fremdbestimmung (also auch vor Leuten, die uns mit Worten manipulieren wollen).
Dioptas macht den eigenen inneren Reichtum bewusst und fördert daher ebenfalls die Kreativität.

Für Inspiration und Weisheit steht die Birke, in deren Rinde früher oft heilige Sprüche geritzt wurden.
Die Eberesche steht für Kommunikation – ihr Motto lautet "Hört zu und sagt es weiter".
Zuletzt geändert von Lizzy am 28.05.2013, 16:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 28.05.2013, 16:40

Was soll ich zu meinen Erlebnissen im April sagen?
Ganz einfach: mit der richtigen Kommunikation geht alles leichter. Manchmal muss man allerdings schon zwischen den Zeilen lesen, was der Redner nun wirklich gemeint hat.
Hätte ich das mal vorher gewusst... {}@@²³ dann hätte es keine Probleme mit dem Abi-Prüfungsvorsitzenden gegeben, dessen nettes Hilfsangebot tatsächlich von ihm nicht als Angebot sondern als Aufforderung an mich und meinen Chef gemeint war, unsere Prüfungsaufgaben ihm auf jeden Fall zu zeigen... Bei der Prüfung handelte es sich natürlich ganz passend auch um die sogenannte "Kommunikationsprüfung" in Englisch (kein Spaß, sie heißt tatsächlich so). Am Ende ging dann alles gut aus und die meisten meiner Schüler haben mit mir auf der gleichen Ebene kommuniziert und ganz gute Noten mitgenommen.

Ein paar Tage lang merkte ich auch wie das ist, wenn die Luft nicht ganz so läuft. Ich hatte plötzlich Atembeschwerden. Als kleines Kind hatte ich schlimmes Asthma und daran (wenn auch nur in abgeschwächter Form) hat mich meine plötzlich auftretende Kurzatmigkeit erinnert.
Interessanterweise fand in diesem Zeitraum ein Vortrag bei unserem Steinehändler statt mit dem Thema "4 Elemente". Na, und um welches Element ging es wohl bei mir? Welchen Stein habe ich mir intuitiv dort zum Arbeiten gegriffen? Luft - Chalcedon.
Auf der Heimfahrt hatte ich dann plötzlich einen "Frosch im Hals" und musste dauernd husten. Meine Mam meinte gleich, das klingt wie mein alter Asthma-Husten. Am nächsten Tag waren die Atembeschwerden weg.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 10.06.2013, 16:09

Jahresrune für Mai 2013: Kenaz
Götter: Heimdall, Freyja
Bedeutungen des Wortes: Fackel, Wunde, Rune der Menschheit, kontrollierte Energie, Fähigkeiten, Kreativität,Leidenschaft, Zeugung

Stand im Runen-Alphabet:
kenaz ist die sechste Rune des 24er-futhark, und damit die sechste Rune im ersten Aett, dem Schöpfungs-Aett. Sie ist den Göttern Heimdall und Freyja geweiht. Kenaz steht für die Fackel und damit in der germanischen Schöpfungsmythologie auch für die "himmlischen Fackeln" – die Sonne und den Mond, die von den Göttern (ansuz – Rune vier) ihren Platz am Himmel und den Zyklus, in dem sie den Himmel überqueren sollen (raidho – Rune fünf) zugewiesen bekamen. kenaz steht auch für das Wissen der Götter und für die Göttin Freyja, die Odin die Geheimnisse der Magie näher gebracht hatte.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Optisch besteht die Rune kenaz aus zwei Holzstäben, die sich an einem Ende berühren. Zwei Stäbe müssen aneinander gerieben werden, um ein Feuer zu entfachen. Daher steht die Rune für das Feuer oder für eine Fackel, die mit den beiden Hölzern entzündet werden kann.
Aus dem Begriff kenaz entwickelte sich zum einen der Begriff Kien(span), der in Mittel- und Nordeuropa lange Zeit ein weit verbreitetes Mittel zur Beleuchtung war. Er wurde vor allem aus dem Holz der Kiefer hergestellt, die daher auch den Namen Kienbaum oder Feuerbaum trägt.
Das Feuer hatte bei den alten Germanen, wie auch bei allen anderen Stämmen dieser Zeit, eine große Bedeutung. Ein kontrolliertes Feuer war lebenswichtig. Es spendete Wärme und Licht, man konnte Nahrung zubereiten. Es ist einerseits eine Hilfe, um bei Dunkelheit sehen zu können, andererseits wirkt Feuer auch abschreckend. Es hält wilde Tiere und Gefahren fern. Es war auch etwas Heiliges. Man verwendete Feuer um Opfer an die Götter zu verbrennen, Kienspäne waren in einigen Kulturen Teil des Totenrituals. Feuer erfüllt einen Zweck und hat transformierende und regenerierende Bedeutung.
Daher gilt die Rune kenaz auch als Rune der Menschheit. Einen großen Sprung in der Evolution machte der Mensch durch die Entdeckung des Feuers und die damit verbundene Macht. Folgerichtig wird dieser Rune auch der Gott Heimdall zugeordnet. Dieser Gott wird in der Edda als Vater aller Menschen bezeichnet. Außerdem ist er der Wächter der Brücke Bifröst, die von Midgard, der von Menschen bewohnten Erde, nach Asgard, dem Sitz der Asen, führt. Als Wächter trägt er eine Fackel mit sich.
Desweiteren ist kenaz der Göttin Freyja gewidmet. Sie hat nicht nur einen besonderen Platz in der Schöpfungsmythologie, sie steht als Göttin der Fruchtbarkeit auch für das Feuer der Leidenschaft, das kenaz ebenfalls verkörpert.
Als weiteres modernes Wort, das den gleichen Stamm wie kenaz besitzt gilt das Verb "kennen".
Etwas kennen heißt auch etwas wissen, lernen oder lehren. Die Rune kenaz steht daher auch für die "Fackel des Wissens", das Licht, das Klarheit bringt. kenaz zeigt uns unseren Schatz an Wissen, Fähigkeiten und Fachwissen, der in uns verborgen ist. Sie hilft uns dabei, mit Hilfe dieses Wissens etwas Neues zu erschaffen, unserer Kreativität Ausdruck zu verleihen.
Hier spielen auch die Begriffe Transformation und Zeugung eine Rolle. Durch unseren Wissensschatz sind wir in der Lage aus unseren Ideen ein sichtbares Ergebnis zu schaffen. Wir können selbst etwas Neues erzeugen. Im übertragenen Sinne kann das auch für die Zeugung von Nachwuchs als Ergebnis des Feuers der Leidenschaft stehen.
kenaz gilt als "Rune der Erkenntnis" oder "Feuer des Geistes". Es ist jedoch nicht immer einfach, sich mit ihrer Hilfe auf die Suche nach dem eigenen inneren Feuer und Wissenschatze zu begeben. Oft treffen wir dabei auch auf dunkle Orte in uns selbst, die wir gerne vor anderen oder auch vor uns selbst verbergen. Auch hier hilft kenaz Licht ins Dunkel unseres Unterbewusstseins zu bringen. Sie beleuchtet unsere Schattenseiten, rückt Dinge ins Licht, die wir nicht sehen wollen und zwingt uns dadurch uns mit diesen Dingen auseinanderzusetzen. Die Arbeit mit den eigenen Schattenseiten ist schwierig, aber jedoch sehr hilfreich für die Entwicklung unserer Persönlichkeit.
Eine Blockade von kenaz bedeutet einen Mangel an Kreativität. Wir sind unfähig unseren Wissensschatz anzuwenden und weiterzugeben. Unsere Fackel ist erloschen. Vielleicht leiden wir auch darunter, dass wir zu viele "schlechte Seiten" in unserem Unterbewusstsein verstecken (wollen).


Steine, die zu Themen der Rune kenaz passen:
Zu den Themen der Rune kenaz gibt es einige passende Steine. Elestiale helfen, das eigene, im Inneren versteckte, Wissen zu entdecken und seine Fähigkeiten zu entwickeln. Dioptas macht den eigenen inneren Reichtum an Fähigkeiten und Kenntnissen bewusst und fördert daher die Kreativität und Ideenvielfalt. Auch Topase sind gute Helfer, wenn es darum geht den eigenen inneren Reichtum zu entdecken. Feueropal kann unsere innere Fackel wieder zum brennen bringen. Er bringt Lebenslust, fördert sexuelle Leidenschaft und animiert uns dazu Ideen sofort in die Tat umzusetzen. Thulit macht ganz allgemein Lust aufs Leben. Er inspiriert uns dazu unsere Ideen auszuleben und regt die sexuelle Leidenschaft an.
Für die Arbeit mit den eigenen Schattenseiten ist der Pyrit besonders geeignet. Er erhellt unsere dunklen Ecken und hilft, mit sich selbst ins Reine zu kommen.
Zuletzt geändert von Lizzy am 10.06.2013, 16:23, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 10.06.2013, 16:21

Besonders spektakulär war der Mai mit kenaz nicht. Soll heißen, im Vergleich zu anderen Runen war dieses Mal nichts Extremes dabei.
In diesem Monat ging es um die Beschäftigung mit eigenen Schattenseiten. Ich habe mich nach dreijähriger "Abstinenz" endlich getraut mal wieder zum Zahnarzt zu gehen :oops: Und es war gar nicht schlimm...ich hatte keine Löcher, es hat nicht weh getan und die Zahnärztin hat auch nicht mit mir geschimpft. Seit letzten November hatte ich mir vorgenommen, endlich mal einen Termin zu machen. Jetzt hat es geklappt. Und ich habe daraus gelernt, dass so was definitiv nicht mehr vorkommen wird.

"Eigene Schattenseiten" bedeutete diesen Monat auch, mal mit etwas Abstand und ohne Emotionen auf die negativen Erlebnisse während meines Referendariats zu schauen (ich hoffe ich hab's jetzt bald abgearbeitet... {}@@²³ ) und mir selbst auch eine gewisse Mitschuld einzugestehen. Bei der Beschäftigung mit der Rune Jera, die ein Teil unserer Feier zur Sommersonnenwende wird, fiel es mir ganz unerwartet wie Schuppen von den Augen, was die Rune mir damals eigentlich wirklich sagen wollte, als ich sie monatelang als Amulett um den Hals trug.

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Re: Runen und ihre Bedeutung

Beitragvon Lizzy » 09.10.2013, 21:19

Nachdem ich hier eine lange Zeit nicht weitergemacht habe, muss ich doch mal den Runen-Thread wieder etwas aktualisieren :oops:

Jahresrune für Juni 2013: Eihwaz

Götter: Skadi, Uller, Odin
Bedeutungen des Wortes: Eibe, Yggdrasil, Vereinigung von Tod und Leben, Brücke zwischen den Welten, Ausdauer, Schutz

Stand im Runen-Alphabet
eihwaz ist die dreizehnte Rune des 24er-futhark, und damit die fünfte Rune im zweiten Aett, dem Aett der Naturgewalten und des Lebens der Menschen. Sie ist dem Gott Odin geweiht. Auf der Suche nach Erkenntnis und nach den Runen, hatte Odin sich dem Weltenbaum Yggdrasil geopfert, indem er sich für neun Tage an den Baum gehängt hatte. Dort überschritt er auch die Grenze zwischen den Welten. Die Rune eihwaz steht für diesen Weltenbaum.

Bedeutung der Rune / Interpretation:
Optisch lässt sich der Weltenbaum in dieser Rune sehr gut erkennen. Sein Stamm steht gerade, unten von festen Wurzeln gehalten, oben ragen die Äste empor. Auch die Verbindung zwischen den Welten, zwischen Himmel und Erde, Midgard und Asgard ist durch diese gerade Linie mit ihren "Haken" an beiden Enden dargestellt. Man kann eihwaz auch als eine Art "Rückgrat" beschreiben. Die Bedeutungen Schutz und Ausdauer lassen sich damit verbinden. Wer Rückgrat zeigt, hat Ausdauer. Er kann gerade stehen, ist fest im Boden verankert und hat eine weite Sicht.
Über den Gott Uller, dem die Rune ebenfalls gewidmet ist, ist nicht viel bekannt. Er gilt als der Stiefsohn Thors. Er ist der Gott des Winters und wurde als Totengott verehrt. Skadi ist seine Begleiterin, ihr Name bedeutet übersetzt "Schatten", daher wird auch sie dem Bereich des Todes zugeordnet. Die Rune eihwaz ist die Verbindungsrune zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Um Kontakte zu Jenseits aufzunehmen kann eihwaz verwendet werden um Unterstützung von Uller und Skadi zu bekommen.
Die Eibe ist ein immergrüner Baum, sie kann bis zu zweitausend Jahre alt werden. Aus ihrem zähen aber elastischen Holz wurden bei den Germanen Bögen hergestellt. Auch hier lässt sich wieder eine Verbindung zu Uller erkennen, da sein übliches Attribut ein Bogen ist. Vielleicht fällt uns hier eine Verbindung zwischen den Winter (dem Gott des Winters) und dem immergrünen Baum auf. Unser heutiger Weihnachtbaum stammt zwar nicht aus germanischer Zeit, aber der immergrüne Baum war auch im tiefsten Winter immer ein Zeichen für Hoffnung, dass die Zeit in der alles grünt und blüht, eines Tages zurückkehren wird.
Auch die Verbindung von Leben und Tod lässt sich in der Eibe erkennen. Rinde, Nadeln und Samen der Eibe enthalten giftige Stoffe wie zum Beispiel Taxin. Sie sind tödlich, bei sorgfältiger Zubereitung kann man daraus aber ein sehr wirksames Halluzinogen herstellen. Für die schamanische Yggdrasil-Initiation kann man damit das Gefühl hervorrufen, das Odin gehabt haben muss, nachdem ihm nach neun Tagen das Mysterium der Runen geschenkt wurde. Die Eibe ist außerdem ein machtvolles Schutz- und Bannzeichen. Eibenzweige sollten vor Hexen und bösen Zaubern schützen. Auch heute gibt es noch das Sprichwort "Vor Eiben kann kein Zauber bleiben".
Die Rune eihwaz steht für eine lebensspendende Kraft und auch den Weg zu dieser Kraft. Jeder von uns hat diese besondere Kraft in sich. Manchmal ist der Weg dorthin nicht leicht, eihwaz kann uns aber dabei helfen diese Kraft in uns zu finden. Wenn wir unsere innere Kraft erkennen können wir uns damit vor äußeren Gefahren schützen. Auf diesem Weg brauchen wir Ausdauer und Zähigkeit, die uns ebenfalls durch diese Rune gegeben werden. Manchmal müssen wir stark sein gegenüber Hindernissen, dazu brauchen wir Rückgrat. Dafür steht eihwaz. Sie kann auch für den Menschen stehen. Der Weltenbaum Yggdrasil ist so groß, dass er in alle neun Welten des germanischen Glaubens seine Äste reckt. Dem Menschen werden zwischen sieben und neun Chakren zugewiesen.
Als Zeichen für Schutz und Ausdauer kann uns eihwaz auch den nötigen Anstoß geben, eine Sache in Angriff zu nehmen, etwas zu wagen. Ausdauer und Beharrlichkeit können uns auch bei längeren schwierigen Wegen zum Ziel bringen.
Ein sehr langer und schwieriger Weg ist der der spirituellen Erleuchtung. Durch die Verbindung, die eihwaz zwischen uns und den Göttern aufbauen kann, ist es möglich in einer Initiation erleuchtet zu werden. Dazu ist auch geistige Zähigkeit notwendig und eine ganze Menge an Selbstdisziplin. eihwaz kann Licht und Dunkel zusammenbringen, damit wir erleuchtet werden.
Wenn wir nicht richtig mit eihwaz umgehen oder wenn diese Kraft in uns gestört ist, so kann es zum Beispiel zu Verwirrung kommen. Wir können Licht und Dunkelheit nicht richtig zusammenbringen und "tappen im Dunkeln". Anstatt uns Kraft zu geben nimmt eihwaz uns die Kraft und wir sind zu schwach. Das kann sich auch auf die Willensschwäche beziehen, wir haben keine Ausdauer und auch keine Selbstdisziplin um uns auf den Weg zur Erleuchtung zu machen. Es kann aber auch sein, dass die Kraft von eihwaz zu stark ist und unsere innere Flamme zu stark brennt. Dann ist ein "Ausbrennen" vorprogrammiert. Bei einer Blockade von eihwaz, also wenn die Energie der Rune nicht richtig in uns fließt, kann es zu Unzufriedenheit und Langeweile kommen und es stellt sich meist ein Gefühl der Sinnlosigkeit ein.


Steine, die zu Themen der Rune eihwaz passen:

Hämatit (Kraft, Ausdauer, Vitalität, Selbstdisziplin, Streben nach der Verbesserung der Lebensumstände), Hemimorphit (Ausrichtung auf das eigene Ziel, Selbstdisziplin), gelber Jaspis (Ausdauer), Landschaftsjaspis (stärkt Durchhaltevermögen), Karneol (macht mutig und tatkräftig), Granat-Pyrop (Mut und Ausdauer)


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