Mein Räuchertagebuch

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Styx
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Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 10.08.2015, 09:07

Huhu,

für mich beginnt das Räuchern bereits mit den Gang in die Natur, den Wald. Ich nehme mir aber immer nur soviel wie ich auch benötige und trete indirekt und direkt in Kontakt mit der Pflanzenwelt. Wenn es mir nicht gut geht, dann stecke ich meine Hände in die Erde und umarme mit den Herzen den Wald. Es erdet mich!
Räuchern begleitet mich seid meiner Kindheit. So hat meine Oma bei Gewitter,zum Schutz, immer geweihte Kräuterbündel im Ofen verbrannt. Ich weiß nicht ob es den Brauch immer noch gibt? Ähnlich wie in der altnordischen Mythologie. Denn die Nessel war Thor geweiht. Sie warfen sie ins Feuer, wenn er mit seinen Wagen über den Himmel donnerte. Sie bauten sie auch an, für die Gewinnung der Fasern, ähnlich Leinen.

Ich stelle mir vor, wie der Rauch die positiv oder negative Energie, wünsche oder Ängste mit in Himmel trägt.

Meine Lieblingspflanze ist absolut die Brennnessel. Ich esse,trinke und natürlich verräuchere ich sie auch. Zum waschen nehm ich sie auch manchmal zu mir. In Siebenbürgen so heißt es, dass sich dort wo Brennessel wachsen, der Eingang zum Reich der Pcuvush befindet. Kleine beharrte Erdwesen, und gelingt es ein Haar von ihnen zu bekommen, so kann man damit Stein in Gold verwandeln.
Die Nessel wächst überall, ihr ist egal wo. Sie hat Dornen und verteigt sich, niemand mag sie so wirklich in seinen Garten. Wäre ich eine Pflanze, so bestimmt eine Nessel!

Ich binde sie gerne zu Bündel und verbrenne sie in Mondlosen Nächten, erbitte mir so Schutz und makiere auch einen Neuanfang. Denn Dunkelheit hat die Menschheit schon immer geängstigt, aber auch zur Ruhe gerufen! Bei Gewitter, muß ich immer an meiner Großmutter denken, wie sie Beifuß und Brennessel in Feuer warf und tu es ihr gleich...

Brennessel verbindet mich mit meinen Ahnen, mit der alten Heimat..

Lg die Styx

Blackmoon-Vagabond

Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 10.08.2015, 09:58

Das ist eine wunderbare Idee für ein Thema... und eine wunderbare Schilderung, die ich so gut nachvollziehen kann! +._-{###

Ich hoffe, du teilst solche persönlichen Räucherpraktiken jetzt öfters mit uns.

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silkymoonrise
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von silkymoonrise » 10.08.2015, 15:36

Wunderschön, SO etwas über die Brennessel zu erfahren. :D
Hab´s mir jahrelang gewünscht, dass doch mal welche bei mir aufgeht, allerdings zum entschlacken...
Und nun gerade in diesem Jahr im Orleander und bei einem gekauften Farn sprießt sie. :shock:
Wie durch "nichts". Wenn das nichts ist. :roll: ;-)
Ich esse die Blättchen roh, indem ich die Pflanze frage, ob ich welche nehmen darf
und drücke die Blätter beim abpflücken zusammen, dass sie mich nicht sticht.
Und so kommt´s in den Mund. Klappt! *Dankeschön* dazu und gut ist. :D
Räuchern hab ich zu wenig, und ich gebe mich mit dem Brennesselgeist zufrieden. +#
Die Zeit ist reif, wenn der Geist ihr vorausgeeilt ist. (silkymoonrise)
Glück geschieht, wenn Du es zuläßt. (silkymoonrise)
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Styx
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 11.08.2015, 09:12

+._-{### schön
Wald.JPG
Sobald ich in den Wäldern wandel, kehrt Ruhe in mein Leben ein.
Vergessen sind Hast und Eile,
und in den Bäumen rauscht der Wind...
nun,zum entschlacken ist die Nessel super und im Frühling gegen Frühjahrsmüdigkeit ein Wundermittel. Aber kein Wunder bei den Nährstoffen ;-)
Was mir noch einfällt, das Brennnessel auch gegen Fliegen helfen. Da wir direkt neben einen Bauernhof wohnen und im Sommer der Herr der Fliegen bei mir einzieht, hänge ich Brennnessel auf.

Die Nessel hat ein schweren würzigen Rauch. Und hinterlässt eine "frische" Atmosphäre im Raum, so empfinde ich das. Auf ein Stövchen ist der "Rauch" sichelich nicht so schwer.
Aber ich für mich, mache das so. Bei einer Raumreinigung muß es richtig qualmen. Ich halte mich dabei auch nicht im Raum auf, nicht unbedingt. Und danach wird der Raum kräftig gelüftet. Der Rauch soll ja alles Negative hier mitnehmen.

Es muß auch nicht unbedingt "gut" riechen. Ich stelle mir vor, das diese negative Energie nie gut riechen kann.

Hier nun meine ersten Brennnessel-Smudges
Brennnessel.JPG
und..
Heiliger-Rauch.JPG
Brennnessel- Samen, wenn ich sie verräuchere wird mir warm ums Herz.
Brennnessel-Samen.JPG
die Styx

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Morgaine999 » 11.08.2015, 09:17

Brennesselsamen sind außerdem kleine Kraftpakete für den Winter, einfach über Salate oder Suppen streuen ;)
Liebe Grüße
Morgaine


Eines der eindeutigsten Zeichen für Reife ist die Fähigkeit, mit jemandem nicht einer Meinung zu sein, während man dennoch respektvoll bleibt.
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Laminar
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Laminar » 11.08.2015, 13:50

Sorry, das ich nachfrage. Die Brennesselsamen brennen aber nicht, wenn ich sie anfasse, oder?
Soviel ich weiß, sind es die Häärchen auf der Blattoberfläche. Ich möchte es aber nicht ausprobieren. :mrgreen:
Mein Mann hat sich nämlich dieses Jahr schlimm mit Brennesseln verbrannt. (An den Armen und es ging sogar durch die Arbeitshandschuhe durch, deshalb bin ich da momentan ziemlich vorsichtig)
Jaja, ich weiß immer diese Städter {}@@²³ :lol:
Liebe Grüße
Laminar

Blackmoon-Vagabond

Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 11.08.2015, 14:11

Getrocknet verliert sich die Wirkung der Brennhaare sowieso, da diese ja im Frischzustand eine Flüssigkeit enthalten, welche die Symptome auslöst.
Die Samenkörnchen selber haben auch keine Brennhaare.

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von silkymoonrise » 11.08.2015, 14:38

Brennessel-Samen einfach jetzt in dem Stadium abschneiden und trocknen in der Sonne?
IMG_3005 (3).JPG
Zu Laminar:
Ich kenne einen Schamanen im Allgäu, der sich oft frisch gepflückte Brennesselstengel über die bloßen Arme strich.
Wäre gut gegen Rheuma. ;-)
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 11.08.2015, 15:04

silkymoonrise hat geschrieben:Brennessel-Samen einfach jetzt in dem Stadium abschneiden und trocknen in der Sonne?
Laut Literatur ist die Sammelzeit für Brennesselsamen im AUGUST, wo wir ja gerade wären und reif sehen die auf deinem Foto absolut aus.
Das dürfte also passen.

Das mit dem "gut gegen Rheuma" kann ich auch bestätigen, sagte man mir schon immer seit meiner Kindheit, wenn ich wieder einmal hineingeraten war. Ich glaube, das gehört eindeutig auch in den Bereich der überlieferten Volksheilmittel.

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von silkymoonrise » 11.08.2015, 16:09

Dankeschön! :D Gut, dann mache ich das mal am Samstag! +++# +++# +++#
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 11.08.2015, 16:41

Viel Spaß dabei!

Sammelst du die dann zum Räuchern oder für die Küche??? Oder für beides?

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Morgaine999 » 11.08.2015, 18:25

Ja wer empfindlich ist sollte besser immer lange Ärmel und Handschuhe tragen bei der Brennesselernte.
Ich pflücke sie ohne alles ;) tu ich gleich was vorbeugend gegen Rheuma +## denn im Altertum nutze man sie gegen Rheuma, peitschte sich damit sozusagen.
Eigentlich brennts aber beim Ernten der Samen nicht.
Ich räuchere und esse Brennessel ;) Wurzeln sind gut zum entwässern, Tee aus Blättern bringt da sogut wie nix.
Liebe Grüße
Morgaine


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silkymoonrise
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von silkymoonrise » 11.08.2015, 19:59

Blackmoon-Vagabond hat geschrieben:Viel Spaß dabei!

Sammelst du die dann zum Räuchern oder für die Küche??? Oder für beides?
Ich denke mal, für beides. ;-) Viel wird´s eh nicht,
und das drinnen räuchern geht ja nun gaaar nicht mehr
bei ... (nein, ich sag die Stückzahl nicht :mrgreen: ) gaaanz vielen Puppen und reborns. +##

@Morgaine999:
Ich wollte es hier nicht sagen, doch es ist wirklich so: er peitscht sich damit die Arme. ;-)
Ohne das Gesicht zu verziehen. :D
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kristall69
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von kristall69 » 11.08.2015, 21:25

Hallo Styx

Das ist ein wunderbarer sehr persönlicher Bericht zur Brennessel der mir richtig gut gefällt , danke dir +._-{###
schöne Beschreibung die deine Liebe zur Natur wunderbar mitbringt +##

Ich beneide dich ein wenig um deine Räucher"Wurzeln" wenn du beschreibst das deine Oma schon damit geräuchert hat ,
so ist dass ein ganz anderer Einstieg als wenn man mit allem neu anfängt und sich alles zusammensucht oder nach einiger Zeit...sich führen lässt +#

Danke für deinen Bericht [{³@²
Lichtvolle Grüße

Kristall69

Blackmoon-Vagabond

Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 11.08.2015, 22:34

kristall69 hat geschrieben: Ich beneide dich ein wenig um deine Räucher"Wurzeln" wenn du beschreibst das deine Oma schon damit geräuchert hat ,
so ist dass ein ganz anderer Einstieg als wenn man mit allem neu anfängt und sich alles zusammensucht oder nach einiger Zeit...sich führen lässt
Ich habe auch keine solchen Wurzeln, aber letztendlich bedeutet doch die Tatsache, dass wir das Interesse in uns haben, dass da dennoch irgendwie etwas in uns ist, oder?

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 12.08.2015, 08:37

Blackmoon-Vagabond hat geschrieben:
kristall69 hat geschrieben: Ich beneide dich ein wenig um deine Räucher"Wurzeln" wenn du beschreibst das deine Oma schon damit geräuchert hat ,
so ist dass ein ganz anderer Einstieg als wenn man mit allem neu anfängt und sich alles zusammensucht oder nach einiger Zeit...sich führen lässt
Ich habe auch keine solchen Wurzeln, aber letztendlich bedeutet doch die Tatsache, dass wir das Interesse in uns haben, dass da dennoch irgendwie etwas in uns ist, oder?
Ja das denke ich mir auch.
Meine Großmutter war eine tiefgläube Frau und ich weiß nicht ob sie sich darüber bewußt war, dass dieser Brauch einst heidnischer Natur war. Letztlich hätte ich auch so damit angefangen. ;-)

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kristall69
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von kristall69 » 12.08.2015, 09:18

Blackmoon-Vagabond hat geschrieben: Ich habe auch keine solchen Wurzeln, aber letztendlich bedeutet doch die Tatsache, dass wir das Interesse in uns haben, dass da dennoch irgendwie etwas in uns ist, oder?
;-) stimmt genau :D
Lichtvolle Grüße

Kristall69

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 14.08.2015, 20:05

Huhu,

heute möchte ich über den Beifuß schreiben. Denn kristall so schön in ihren Beitrag beschrieb : post195034.html?hilit=beifu%C3%9F#p195034

Für mich ist er eine Frauenpflanze schlechthin und wird auch Hebammenkraut genannt. Da man Gebärenden Beifuß mitgab und ihr Wochenbett damit ausstreute. Thor trug ein Gürtel aus Beifuß,den Megingjardr, der in Macht verleihen sollte. Vielleicht gibt es da ein Zusammenhang mit dem Sonnenwendgürtel am Johanni-Tag?

Da er auch auf langen Wegen Ausdauer verleihen soll, hab ich immer ein Sträußen bei mir. Oder mein Säcklein Bären- Medizin mit Beifuß drin.

Ich verräuchere den Beifuß, wenn ich Schutz brauche. Und ja, davon brauchte ich letzter Zeit wohl ziemlich viel. Aber verwende ihn auch gern zur Reinigung von meinen Räumen. Dazu benutze ich dann Smudge. Das hat mir gefallen die Bündel zu machen, ich denke das ich das nun öfter mache.

Lg die Styx

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 14.08.2015, 20:15

Beifuss ist auch eine meiner Lieblingspflanzen!

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Lizzy » 14.08.2015, 20:42

Hallo,
als "bisher nicht über ein Anfängerstadium hinausgekommene" Räucherinteressierte lese ich hier sehr gerne mit. Hab aber einen Verbesserungstipp: Könntest Du den thread einfach nur "Mein Räuchertagebuch" nennen? So wie er jetzt heißt ist es vielleicht irreführend, weil es nicht mehr nur um die Brennnessel geht. Vielleicht funktioniert das noch in Deinem ersten Beitrag ???

Liebe Grüße
Lizzy

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 14.08.2015, 20:54

Klar kann ich machen, wenns geht ;-)

--->
Nein kann ich nicht?! Tut mir leid :(

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von silkymoonrise » 15.08.2015, 00:19

Manches wird über Nacht... , hab´s umbenannt wie gewünscht. ;-)
Die Zeit ist reif, wenn der Geist ihr vorausgeeilt ist. (silkymoonrise)
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https://www.youtube.com/watch?v=6oYmc9WTdSs §§$""§

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Lizzy » 15.08.2015, 09:02

+._-{###

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von silkymoonrise » 15.08.2015, 11:21

Bitte, gerne. :D
Die Zeit ist reif, wenn der Geist ihr vorausgeeilt ist. (silkymoonrise)
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 15.08.2015, 20:53

silkymoonrise hat geschrieben:Manches wird über Nacht... , hab´s umbenannt wie gewünscht. ;-)
Silky {²@³@{
@Lizzy hast Recht gehabt so liest es sich wirklich schöner.

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von silkymoonrise » 15.08.2015, 21:50

;-) +##+ +._-{###
Die Zeit ist reif, wenn der Geist ihr vorausgeeilt ist. (silkymoonrise)
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 18.08.2015, 10:08

Wenn Schatten rufen-> Schattenräucherei:
Klosterruine Heisterbach.JPG
Je größer wir die Finsternis erkennen, desto wahrer erreichen wir in der Finsternis das unsichtbare Licht.

Nikolaus von Kues
(1401 - 1464)
Gestern habe ich mich an einer Räucherung gemacht, für meine Schattenreise. Ich wollte sowas schon lange mal machen. da man soetwas kaum liest und es wird fast ausschließlich geräuchert um Schatten zu verscheuchen/verbrennen. Eigentlich ,so sollte man meinen, nimmt man dafür sämtliche Nachtschattengewächse. Das wollte ich nicht, da sie eben giftig sind und ich davon grundsätzlich die Finger lasse.

Also erstmal muss was "Sakrales" her, wie Weihrauch oder etwas anderes Harziges. Alt sollte das Harz sein, eben alt und weise. ;-) Dazu gab ich natürlich Thuja (Lebensbaum) ein Zypressengewächs. Er wächst häufig auf Friedhöfen(Als Symbol für Leben?) und verbindet mich unweigerlich mit den Schatten. Ich geb aber auch nur ganz wenig zu meiner Räucherung(ich glaube er ist auch giftig). Zuletzt geb ich noch "Unsterblichkeit"-> Immortelle dazu. Das hab ich Frisch im Garten. Allerdings ist es keine heimische Pflanze, kommt aus wärmeren Gebieten und ist somit auch nicht winterhart. Ich hab es als Curry-Kraut gekauft. Immortelle ist bekannt für seine Soforthilfe bei Verletzungen. Also kann es der Seele nur Gutes tun.
Ich habe diesmal die Blüten genommen.

Mein Ritual ist, dass ich es verräuchere wenn ich allein bin. Ich war und bin gerne allein. Die Dunkelheit bietet auch Schutz, Stille und vor allem Ruhe. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wie ich diese Schatten genau beschreiben soll. Jeder kennt eine andere Definition dafür. Viele beschreiben es als schwer und traurig. Aber da ich grundsätzlich "Anders" bin, manche denken wahrscheinlich reichlich bekloppt :lol: , ist es für mich genau das Richtige ;-)

Also:
Der Hauptbestandteil:Weihrauch, alternativ auch jedes andere Harz. Ich nahm altes Fichtenharz. Mein Letztes, schnüff :cry:
Lebensbaum oder Thuja, steht bei meinen Eltern im Garten. (Darunter wohnt wie jedes Jahr eine Igelfamilie). Ich nehm ganz wenig, fast schon homöopathisch ;-)
Immortelle, riecht süßlich, curryartig. Passt sehr gut zu Harzen. Ich hab die Blüten genommen. Etwa 1:1 zu Weihrauch. Mit den anderen Pflanzenteilen hab ich noch nicht geräuchert.

Man könnte das jetzt beliebig erweitern. Holunderbeeren könnte ich mir dazu noch gut vorstellen. Oder vielleicht Wacholderbeeren..?

Lg die Styx

Blackmoon-Vagabond

Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 18.08.2015, 10:55

Styx hat geschrieben: Mein Ritual ist, dass ich es verräuchere wenn ich allein bin. Ich war und bin gerne allein. Die Dunkelheit bietet auch Schutz, Stille und vor allem Ruhe. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wie ich diese Schatten genau beschreiben soll. Jeder kennt eine andere Definition dafür. Viele beschreiben es als schwer und traurig. Aber da ich grundsätzlich "Anders" bin, manche denken wahrscheinlich reichlich bekloppt, ist es für mich genau das Richtige.
Es gibt hier zumindest eine Person, die ganz genau weiß, wovon du sprichst. Es heiß nicht "allein", es heißt ALL-EIN, mit allem eins. Ich wundere mich immer, dass die Menschen so viel Angst davor haben, allein zu sein und in den Schatten. Am Ende begegnet man dort doch nur sich selbst.


Mit dem Lebensbaum hast du alles richtig gemacht, er kann in größeren Mengen Reaktionen hervorrufen, aber als kleine Menge in einer Räucherung ist alles bestens.
Auch das mit dem Fichtenharz kriegen wir hin, ganz sicher. {²@³@{

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 18.08.2015, 19:28

Blackmoon-Vagabond hat geschrieben:
Es gibt hier zumindest eine Person, die ganz genau weiß, wovon du sprichst. Es heiß nicht "allein", es heißt ALL-EIN, mit allem eins.
+._-{### schön ALL-EIN, das werd ich mir merken. Gefällt mir.

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Viola
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Viola » 18.08.2015, 22:01

Danke für die Raeucherberichte, ich finde es sehr spannend.
Mit dem Alleinsein habe ich auch kein Problem. Es ist aber sicher immer die Frage, will man, dann empfindet man es als Freude oder wenn man zu sehr eingespannt ist und sich von zu vielem und zu vielen umgeben fühlt, dann sogar als Gnade. Muss man aber unfreiwillig, dann ist es sicher sehr traurig und die Sehnsucht nach Mitmenschen oder Partner groß. Oder man kann es nicht ertragen, nur mit sich sich selbst und kommt in ungeahnte Gedankenstrudel...
Geräuchert habe ich heute schon wieder, zum zweiten Mal. Immer, wenn keiner da ist, sodass es für mich momentan wie ein Extrabonbon die ruhigen Stunden, die ich für mich habe, krönt.
Sehr bereichernd jedenfalls.
Ich freue mich sehr auf weitere Räuchertagebuch- Einträge!
Liebe Grüße
Viola
Liebe Grüße von Viola :)

Toleranz ist vor allem die Erkenntnis, dass es keinen Sinn hat, sich aufzuregen. (A. Bierce, 1842-1914)

Blackmoon-Vagabond

Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 18.08.2015, 22:22

Das alles ist schon richtig.
Aber es gab z.B. mal eine Studie, in der man festgestellt hat, dass die Menschen es vermeiden, auch nur 10 Minuten alleine und ohne Beschäftigung zu sein. Dann wird auf dem Handy gespielt oder was auch immer... Und das finde ich bedenklich. Man sollte doch schon in der Lage und willens sein, auch mal in sich zu gehen. Da braucht man sich dann nicht wundern, dass so viele mit Dingen in ihrem Leben nicht klarkommen. Wenn man nicht darüber nachdenkt und sich nicht selbst den Dingen stellt, kann es ja auch nicht funktionieren!?

Bei mir ist es so, dass ich manchmal auch tagelang mit niemandem persönlich zu tun habe. Manchmal würde ich mir einfach jemanden wünschen, mit dem man ab und zu auch mal Räucherkräuter sammeln kann und solche Interessen teilen kann. Gibt es aber nicht. Ansonsten ist mir Gesellschaft schnell zuviel, also nach zwei Stunden spätestens brauche ich wieder Ruhe bzw. konkret Alleinsein. Dauerhaft jemanden um mich herum zu haben, da würde ich durchdrehen. Ich bin als Kind/Jugendliche schon immer allein gewesen, Stunde um Stunde draußen in der Natur. Das hat sich nicht geändert. Ich sage immer, dass das die "unheilbare Krankheit" der Einzelgänger ist. Für viele wäre das unvorstellbar.

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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 19.08.2015, 10:32

@ Blackmoon-Vagabond
das kann ich nur unterschreiben!

Selbst der Dalai Lama rät, mindestens 20 Minuten am Tag allein zu verbringen.
Was ich noch hinzufügen möchte, was mir sehr wichtig ist, ist Ehrlichkeit. Aber die Wahrheit ist manchmal ziemlich bitter, aber das ist mir lieber als den hohlen Schein einer vermeidlich heilen Welt. Damit eckt man dann öfters an. :mrgreen:

Dennoch, meine Dunkelheit fordert bedingungslose Ehrlichkeit, (Selbstmitleid hat hier keinen Platz) vor allem sich selbst Gegenüber. Ich glaube erst dann kann man auch anderen mit Ehrlichkeit begegnen....

Blackmoon-Vagabond

Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Blackmoon-Vagabond » 19.08.2015, 10:56

Oh ja!

Diese Ehrlichkeit fängt im Moment des Alleinseins ja bereits an - man muss sich mit sich selbst auseinandersetzen und dann kann man sich auch nichts mehr vormachen, man stellt sich zwangsweise der Wahrheit und die ist nicht immer angenehm.....
Deswegen, denke ich, scheuen sich so viele Menschen davor.
Aber letztendlich ist es Ehrlichkeit zu sich selbst, die dazu führt, dass man sich selbst auch so akzeptieren kann.
Ist man einmal soweit, hat man genügend Stabilität, anderen Menschen genauso zu begegnen, vor allem offen und ehrlich... und tolerant. Man gewinnt die nötige Stärke aus dieser "Arbeit" mit sich selbst und aus dem Prozess, dem standzuhalten (nein, kein Selbstmitleid).

Nur fühlen die sich damit die Mitmenschen oft überhaupt nicht wohl. Direkte, offene Worte sind, ein Problem; dann heißt es wieder, ich wäre zu "anspruchsvoll" oder ich wäre zu "dominant"... Andere kennen mich nicht, projizieren aber fleißig ihre Ängste in mich hinein. Das geht ja immer besonders gut, wenn etwas "nicht normal" und etwas "unerklärlich" ist (bezogen auf die Sicht derer, die meinen, "richtig" zu sein).
Alles Umschreibungen dieses Zustands. Nicht mehr und nicht weniger.

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Moki
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Moki » 19.08.2015, 15:15

Blackmoon-Vagabond hat geschrieben: Diese Ehrlichkeit fängt im Moment des Alleinseins ja bereits an - man muss sich mit sich selbst
auseinandersetzen und dann kann man sich auch nichts mehr vormachen, man stellt sich
zwangsweise der Wahrheit und die ist nicht immer angenehm.....
Deswegen, denke ich, scheuen sich so viele Menschen davor.
Das wäre der Idealfall. Aber zum Alleinsein gezwungene Menschen haben auch oft noch nicht mal
dazu die notwendige Stärke. Ich kenne einige Mitmenschen, die ihre Vergangenheit -wie sie eben
gelaufen ist auch durch eigenes Verschulden- nicht akzeptieren können, sie werden damit nicht
fertig und stricken sich Märchen zurecht, die sie anderen als 'Wahrheit' verkaufen. Und wer über
die tatsächlichen Vorkommnisse nicht Bescheid weiß, nimmt ihnen das auch sofort ab, weil sie
sehr überzeugend wirken ( weil sie eben selbst dran glauben [müssen]), um damit leben zu können.
liebe Grüße
Moki

'*Was ist alles möglich? Wie kann es leichter gehen? Wie kann es noch besser gehen?*

Styx
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Re: Mein Räuchertagebuch

Beitrag von Styx » 19.08.2015, 15:36

Da stimm ich dir voll und ganz zu Moki. Aber was gemeint ist, ist das selbst gewählte ALL-EIN sein.

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