Belemnit - Donnerkeil

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Pandoria
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Belemnit - Donnerkeil

Beitrag von Pandoria » 11.11.2018, 22:10

Belemnit - Donnerkeil

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Synonyme und Handelsnamen:
Belemnitida, Donnerkeil, Belemnoidea, Teufelsfinger, Hexenfinger, Blitzstein, Luchsstein
Eng. Thunderstone genannt.

Vorkommen:
Westliche Ostsee, Eckenförder Bucht, Flensburger Förde, Schwäbische Alb, Dänemark, Schweden, und weltweit.

Die meisten Belemniten findet man an den Stränden und Küsten von Welt- oder Binnenmeeren. Auch in Kalksteinen großer Gebirge werden sie gefunden. Kalksteine sind Sedimentgesteine marinen Ursprungs welche durch den Rückzug der Meere und der Gebirgsbildung an die Erdoberfläche befördert wurden.

  • Farbe: braungelbe Farbtöne ähnlich wie Bernstein, aber auch schwarz und dunkelbraun ist möglich.
  • Strichfarbe: Weiß
  • Transparenz: undurchsichtig
  • Mohshärte: 3
  • Spaltbarkeit: vollkommen
  • Bruch: muschelig
  • Mineralklasse: Karbonat
  • Kristallsystem: Das Kristallsystem der Fossilien entspricht der mineralischen Substanz. In diesem Fall also Calzit, welches trigonal ist.

Namensgebung:
Der Name Donnerkeil - Belemnit (griechisch von bélemnon, Blitz oder Geschoss), geht auf Thor (Sohn Odins) den germanischen Donnergott zurück. Der Sage nach schleuderte Thor regelmäßig Blitze auf die Erde, welche dann im Sand einschlugen und dort zu diesen Donnerkeilen versteinerten.

Historisches:
  • In früheren Zeiten, wurden die Donnerkeile als Schutz vor Blitzeinschlägen oft unter den Dächern, oder um ein Haus herum aufgehängt. Auch unter der Türschwelle wurden sie zum Teil vergraben.
  • Oftmals trugen die Menschen einen Donnerkeil als Amulett am Körper, um vor Blitzschlag, aber auch vor einem Hexenschuß geschützt zu sein.
  • Zum Teil wurden die Donnerkeile auch zermahlen als Medizin eingenommen, denn sie sollten gegen Gelbsucht, Epilepsie oder Krämpfe helfen.
  • Ein Donnerkeil einem Baby in die Wiege gelegt, sollte vor einem Bruch bewahren.
  • Kaiser Heinrich IV.erhielt im Jahr 1081, neben anderen kostbaren Geschenken einen in Gold gefassten Donnerkeil als Schutzamulett.
  • Vor der Französischen Revolution befand sich auf dem Wappen der Republik, unter Napoleon Bonaparte von 1799–1804, ein goldener Adler im römischen Stil, der Donnerkeile und Blitze in seinen Klauen hielt.
  • Der römische Gelehrte, Gaius Plinius Secundus (23 -79 n. Chr.) berichtete von neun Gottheiten, die einen Donnerkeil trugen. Dadurch wurden die Besitzer Herr über die Blitze und den darauffolgenden Donner.
  • Der Donnerkeil wird auch Luchsstein genannt und in einem Lexikon für Kaufleute aus dem Jahr 1582 beschrieben. Man unterstellte, dass er aus dem Urin eines Luchses entstanden sei.
  • In einem 1778 erschienen Werk über den Bergbau wurde der Luchsstein ebenfalls erwähnt.
  • Jura Marmor, ist der Handelsname eines hellgelben bis blaugrauen fossilreichen Kalksteins aus dem oberen Weißjura. In diesem sind oftmals auch Donnerkeile enthalten. Bekannt ist dafür die Kopenhagener Oper.
  • Am 2. Juli 1996 wurden Donnerkeile (Belemnitella americana) als offizielles Fossil von Delaware/USA benannt.
  • Ein Sensationsfund eines vollständigen Belemniten (Conobelus) aus der Unterkreide wurde in Oberösterreich gefunden.
  • Die Donnerkeile haben eine Ähnlichkeit mit Geschossen und deswegen wurden Massenvorkommen davon, in vergangenen Jahrhunderten, als Überreste von Schlachtfeldern gehalten. Auch heute ist noch bei manchen Autoren, von Belemniten Schlachfeldern die Rede, wenn es um Massenvorkommen dieser Versteinerungen geht.
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Entstehung:
Die Belemniten gehören zu einer der größten Gruppen fossiler Kopffüßer (Cephalopoda). Sie lebten vom Unterkarbon bis zum Ende der Kreidezeit, also vor etwa 358 bis 65 Mio. Jahren.

Sie ähnelten im Aussehen den heutigen Kalmaren und hatten 10 Fangarme, sowie einen Tintenbeutel. Statt Saugnäpfen hatten sie Haken an den Fangarmen. Am hinteren Ende des Belemniten, befand sich das Rostrum, eine spitze, längliche Verhärtung, die zur Navigation diente. Dieses Rostrum stellt den Fossilteil dar, der heute als Donnerkeil bekannt ist.

Als es damals zu klimatischen Veränderungen kam und die Temperaturen der Weltmeere, von 14 °C auf 8 °C zurück gingen, trat ein Massensterben der Cephalopoden auf. Diese sanken auf den Grund der Meere nieder und wurden im Sand eingebettet. Verwesungsprozesse konten dadurch verhindert werden und es entstanden die fossilen aus Calcit und Quarz bestehenden Donnerkeile.

Cephalopoden lebten vermutlich in Schwärmen im Küstenbereich der Meere, nahe unter der Wasseroberfläche. Sie wurden etwa 4 Jahre alt, was auch der Lebenserwartung der heutigen Tintenfische entspricht.

Psychische Wirkung:
Der Donnerkeil fördert die Konzentration, verbessert die Aufmerksamkeit , stärkt das Urvertrauen und gibt Zuversicht. Baut Ängste ab, was zu Entspannung und Gelassenheit führt.

Körperliche Wirkung:
Donnerkeilen wird eine heilende Wirkung bei Nieren- und Blasenerkrankungen, auch wenn sie chronisch sind, nachgesagt. Hilft bei Magenproblemen und Hautkrankheiten wie Ekzemen oder Dermatitis, aber auch bei Zellulitis.

Wird gerne bei Knochenbrüchen, Arthrose und Osteoporose eingesetzt.

In der Frauenheilkunde soll er sich günstig in den Wechseljahren auswirken. Ebenso auf die Prostata und soll gegen Impotenz wirken.

Der Donnerkeil wird bei Wund- und Narbenheilung eingesetzt, ebenso wie bei Erkrankungen des peripheren Nervesystems.

Der Donnerkeil ist ein Anti-Aging Stein, denn er verjüngt die Zellen und verlangsamt das Altern. Reinigt die Haut und macht das Gewebe wieder elastischer und regt den Stoffwechsel an.

Bei Beschwerden im Hals-, Nasen- und Ohrenbereich soll der Donnerkeil ebenfalls Linderung bringen.

Anwendung:
Der Donnerkeil sollte am besten, über einen längeren Zeitraum mit Hautkontakt getragen, oder auf die betroffenen Stellen aufgeleg werden.

Es gibt Infos, die von zermahlenen Donnerkeilen berichten die zu Brei verarbeitet und als Paste oder Emulsion aufgetragen/angewendet werden. In manchen Kulturen soll das Pulver auch eingenommen werden. Ich sehe das kritisch, da man nie genau weiß, was darin wirklich enthalten ist.

Bei der Zubereitung von Steinwasser ist Vorsicht geboten. Der Donnerkeil ist zwar nicht giftig, könnte aber trotzdem schädliche Stoffe vom Schleifen,Trommeln etc. enthalten. Er sollte deswegen, wie übrigens alle anderen Heilsteine auch, vorsichtshalber nicht direkt ins Wasser eingelegt werden, sondern über die Einleitungs- oder Glas in Glas Methode hergestellt werden.

Oben genannte Heilwirkungen können auftreten, müssen es aber nicht. Was bei dem einen hilft, kann bei einem anderen gar nichts bewirken, da jeder Mensch anders reagiert. Es ist anzumerken, dass Heilsteine auf keinen Fall den Gang zum Arzt ersetzen!

Energetische Eigenschaften:
Der Donnerkeil wird zum reinigen von Aura und Organen eingesetzt. Er löst energetische Blockaden, schützt auch vor Energievampiren und negativen Energien.

Chakra Zuordnung:
Hals, Stirn/das dritte Auge

Eigene Erfahrung:
  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Donnerkeil sehr gut Schmerzen im Rücken/Lendenwirbelbereich (Scheuermannkrankheit) lindert. Ich habe meine Donnerkeile schon vor Jahren von Morgaine geschenkt bekommen, welche mir immer sehr gute Dienste geleistet haben. Ich klebe mir diese mittels Pflaster, auf die schmerzende Stelle auf.
  • Ebenso habe ich sie schon erfolgreich bei der Wund- und Narbenheilung eingesetzt.
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Quellennachweis:
ruegen-travel.de/blog/Ruegen-news-interessantes/Huehnergoetter-Donnerkeile-Ruegen
mittelalter-entdecken.de/donnerkeile
researchgate.net/publication/270899194_Nur_Donnerkeile
de.wikipedia.org/wiki/Belemniten#Donnerkeil
de.wikipedia.org/wiki/Jura-Marmor
anodyne-arts.de/plaintext/02c4b597e60a17d28/02c4b597f80a94a21.html
ukfossils.co.uk/2012/08/28/an-introduction-to-belemnites
mineralienatlas.de/lexikon/index.php/FossilData?lang=de&fossil=Belemniten

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