gerne möchte ich euch ein Buch vorstellen, das mir in letzter Zeit ausgesprochen positiv aufgefallen ist:
Crystal Basics – The Energetic, Healing & Spiritual Power of 200 Gemstones von Nicholas Pearson (englischsprachig).
Im Laufe der Jahre habe ich wahrscheinlich einen Grossteil der bekannten deutschsprachigen Heilsteinliteratur gelesen oder selbst im Bücherregal angesammelt, darunter Werke von Gienger, Kühni, von Holst und vielen anderen. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie viele Bücher sich inhaltlich ähneln, dieselben Wirkungsbeschreibungen wiederholen oder kaum über oberflächliche Zuordnungen hinausgehen.
Dieses Buch ist für mich eine bemerkenswerte Ausnahme. Es gehört zum Inspirierendsten, was ich bisher über Steinheilkunde gelesen habe!
Nicholas Pearson verbindet mineralogische und geologische Grundlagen mit einer erstaunlichen Vielfalt spiritueller Vorstellungen und praktischer Anwendungen. Auch er arbeitet mit analytisch-analogischen Ableitungen, wie wir sie von Gienger kennen, ohne diesen Ansatz ausdrücklich so zu bezeichnen. Interessanterweise ähneln viele seiner Schlussfolgerungen denen Giengers. Allerdings macht dieser eher kurze Teil nur einen kleinen Ausschnitt des Buches aus.
Was mich besonders begeistert, ist die Vielfalt der weiterführenden Anregungen: unterschiedliche Methoden der Steinwahl, energetische Rituale, Meditationen und vor allem die ausführliche Beschäftigung mit Kristallgittern und Legemustern. Hier geht Pearson teilweise deutlich über das hinaus, was mir aus der deutschsprachigen Steinheilkunde vertraut ist. Das Buch eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Beschäftigung mit Mineralien kreativ und spirituell weiterzuentwickeln.
Natürlich ist auch dieses Werk stark von esoterischen Vorstellungen geprägt. Gerade die Erklärungen vermeintlicher Steinenergien und ihrer Wirkungsmechanismen betrachte ich mit der nötigen Distanz. Aber das ist für mich kein Widerspruch: Ich muss nicht jede Erklärung glauben, um aus einem Buch wertvolle Inspiration zu gewinnen. Besonders gefällt mir, dass Pearson aus meiner Sicht viel Raum für eigene Erfahrungen, Interpretationen und Anwendungen lässt, statt den Umgang mit Mineralien auf eine einzige Methode zu reduzieren.
Auch die Beschreibungen der 200 Mineralien sind interessant. Neben bekannten Zuordnungen begegnen einem immer wieder ungewöhnliche Wirkungsbeschreibungen, die ich aus anderen Büchern so nicht kenne. Ob diese zutreffen, ist natürlich eine ganz andere Frage, über die wir in unserem Zauberstein-Faden bereits ausführlich diskutiert haben. Für mich liegt ihr Wert vor allem darin, neue Perspektiven und Denkanstösse zu eröffnen.
Mein Fazit: Wer Freude an Mineralien hat, sich gerne mit unterschiedlichen spirituellen Zugängen beschäftigt und ausreichend Englisch versteht, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen. Es hat meine eigene Beschäftigung mit Steinen bereichert und mir gezeigt, dass auch ein vermeintlich ausgeschöpftes Thema noch überraschend neue Anregungen bieten kann